Generation Corona soll Umdenken bewirken - Wirtschaftsschüler in Mühldorf verabschiedet

Im Freien, nach Familien getrennt und mit gehörigem Corona-Abstand nahmen die Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule Gester ihre Zeugnisse entgegen.
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Im Freien, nach Familien getrennt und mit gehörigem Corona-Abstand nahmen die Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule Gester ihre Zeugnisse entgegen.

80 Schüler haben ihre Schulzeit an der privaten Wirtschaftsschule Gester in Mühldorf beendet. Auch ihre Abschlussfeier stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie, die den jungen Leuten eine besondere Aufgabe bringt.

Mühldorf – Schulleiter Hartmut Umhöfer wollte die Zeugnisübergabe an der Wirtschaftssschule Gester nicht „Feier“ nennen, denn es sei laut Ministerium eine „dienstliche Veranstaltung“, sagte er. Trotzdem gestaltete die Schule die Abschlussfeier für ihre 80 Entlass-Schülerinnen und Schüler so festlich wie möglich.

Schule als Raum des sozialen Miteinanders

„Als ich mir vor etwa vier Wochen zum ersten Mal Gedanken zur heutigen Abschlussfeier gemacht habe, konnte ich es drehen und wenden, wie ich wollte: An Corona kam ich einfach nicht vorbei“, sagte Umhöfer in seiner Festrede. Er skizzierte die Zeit, in der alles zu erliegen kam und in der man merkte, wie bedeutsam Schule für Eltern und Kinder sei: „ Schule ist wichtig. Als ein Raum des Entdeckens, Forschens, Lernens, Denkens, aber auch - und vor allem – als ein Raum des sozialen Miteinanders.“

Dieser Raum sei von einem Tag auf den anderen weg gebrochen. Und die zentrale Erkenntnis des Distanzlernens, des „Skype-Unterrichts“, sei gerade nicht die Bedeutung von Digitalisierung, sondern die Bedeutung von Nähe. „Nähe zuallererst zu den Freunden, zur Gemeinschaft der Klasse, zu den Lehrerinnen und Lehrern“, sagte der Schulleiter.

Es sei plötzlich alles anders gewesen, man habe gemerkt, dass es eben nicht immer so weiter gehen könne, dass es das Prinzip „immer weiter so“ in Zukunft nicht mehr geben dürfe. Dass es Veränderung geben müsse und das liege nun in der Hand der jungen Leute.

Zukunftsaufgaben nur mit Hilfe der jungen Leute zu bewältigen

„Ohne euch – die Generation Corona – werden wir das nicht schaffen, werden wir Älteren wieder Ausreden dafür finden, warum unsere Art der Fortbewegung, der Energiegewinnung, des Ressourcenabbaus, und so weiter, hinzunehmen oder nur durch Mini-Schritte zu verändern sei. Empört euch. Beschreitet den anderen Weg und sucht nach Alternativen“, forderte Umhöfer, der den Absolventinnen und Absolventen am Ende seiner Rede herzlich gratulierte, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft, für die sie nun ihren Passierschein erhielten. Er wünsche sich, dass sie irgendwann mit Stolz auf die Wirtschaftsschule Gester zurückschauten und verabschiedete sie mit den Worten: „Macht es gut und passt auf Euch auf“.

Zwei Staatspreisträger

Für die Politik entboten stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag und Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl per Videobotschaft die Glückwünsche zum bestandenen Abschluss. Die musikalische Umrahmung der Abschlussfeier lag in den Händen von stellvertretender Schulleiterin Ruth Gester (Klavier) und Katrin Matheis (Saxophon). Zum Ende der Veranstaltung erfolgte die Ehrung der besten Schülerinnen und Schüler – unter denen mit Leonie Scholz, Renatus Rehm und Luisa Bergmann auch drei Staatspreisträger waren – und die Zeugnisverleihung.wag

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