Gemeinderat Obertaufkirchen hat entschieden: Der Bürgermeister wird ab 2020 hauptamtlich

Die Autobahn A94:Fluch und Segen zugleich. Fluch wegen der Lärmbelastung. Segen, weil sie wohl Wachstum bringen wird für eine Gemeinde wie Obertaufkirchen. Eß
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Die Autobahn A94:Fluch und Segen zugleich. Fluch wegen der Lärmbelastung. Segen, weil sie wohl Wachstum bringen wird für eine Gemeinde wie Obertaufkirchen. Eß

Gemeinde Obertaufkirchen will sich damit auf weiteres Wachstum einstellen – Gemeinderat Schwarzenböck betont: „Ehgartner ersetzt eine halbe Verwaltungskraft!“

Von Nicole Sutherland

Obertaufkirchen – Welche Rechtsstellung ein Bürgermeister hat, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, wird daran entschieden, wie viele Einwohner ein Ort hat. Orte über 5000 Einwohner haben üblicherweise hauptamtliche Bürgermeister, Orte unter 5000 Einwohnern ehrenamtliche. Es kann jedoch durch den Gemeinderat etwas Anderes festgelegt werden.

Ehgartner ist bisherehrenamtlich tätig

Dies zu entscheiden, war ein Tagesordnungspunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung in Obertaufkirchen. Die Gemeinde hat derzeit 2597 Einwohner. Bürgermeister Franz Ehgartner (Heimattreue Obertaufkirchen) war bisher ehrenamtlicher Bürgermeister. Für die kommenden Kommunalwahlen im März war nun festzulegen, wie die Rechtsstellung des zukünftigen Bürgermeisters sein soll.

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Dabei galt es für die Mandatsträger zu beachten: Obertaufkirchen ist ein stark wachsender Ort nicht zuletzt aufgrund der Anbindung an die Autobahn A 94 und die Bahnlinie München-Mühldorf. Außerdem, auch das wurde in der Sitzung deutlich, seien für den Ort mehrere große Projekte geplant, für die ein hauptamtlicher Bürgermeister durchaus sinnvoll wäre. Dies sind der Bau der Kinderkrippe, der Neubau des Feuerwehrhauses, die neue Ortsumfahrung, um nur einige zu nennen. Sie wären mit dem zeitlichen Aufwand eines ehrenamtlichen Bürgermeisters nur noch schwer machbar.

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Bürgermeister Franz Ehgartner (Heimattreue Obertaufkirchen) sah daher die Tendenz zu einem hauptamtlichen Bürgermeister. Er betonte, was ihn beträfe, werde er dadurch insgesamt finanziell nicht bessergestellt. Er müsse mit Einbußen rechnen, würde aber für die Bürger so entscheiden.

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Georg Thalmeier (CSU), merkte an, durch die Tätigkeit von Franz Ehgartner würde zum Teil eine Verwaltungskraft eingespart, auch sei man sehr zufrieden mit der Arbeit des amtierenden Bürgermeisters.

Von der Pike auf gelernt

Johann Schwarzenböck (Heimattreue Obertaufkirchen), führte aus, es sei eine halbe Verwaltungskraft, die durch Bürgermeister Ehgartner eingespart würde, weil er dies „von der Pike auf gelernt“ habe. Die entstehenden Projekte seien sehr arbeitsintensiv und er, Schwarzenböck, sähe keine andere Möglichkeit, als den Bürgermeister hauptamtlich einzusetzen.

Der Gemeinderat stimmte darüber ab und entschied sich einstimmig für den hauptamtlichen Bürgermeister.

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