Gemeinden Heldenstein und Rattenkirchen wollen energetische Schwächen bekämpfen

Die Thermografie eines Hauses. Energiesparen kann man durch die Anbringung von Außendämmung, wie es oft schon bei Schulen praktiziert wird. Zur Ermittlung, wo außerdem Einsparungspotenzial oder energetische Schwächen vorhanden sind, hilft das Energienetzwerk.
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Die Thermografie eines Hauses. Energiesparen kann man durch die Anbringung von Außendämmung, wie es oft schon bei Schulen praktiziert wird. Zur Ermittlung, wo außerdem Einsparungspotenzial oder energetische Schwächen vorhanden sind, hilft das Energienetzwerk.

Verwaltungsrat berät Mitgliedschaft im kommunalen Energieeffizienznetzwerk. Zwölf Gemeinden aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting nehmen daran teil. Es winken Fördermittel.

von Hans Rath

Heldenstein – Energiesparen ist eine der wichtigsten Aufgaben einer jeden Gemeinde. Um das geplante kommunale Energieeffizienznetzwerk für die Landkreise Mühldorf und Altötting vorzustellen, war Katharina Zeiser vom Institut für Systemische Energieberatung (ISE), das an die Hochschule Landshut angegliedert ist, in die Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft Heldenstein-Rattenkirchen (VG) gekommen.

Einsparmaßnahmen umsetzen

Ziel des Netzwerkes ist es, konkrete Energie-Einsparmaßnahmen bei den Liegenschaften der teilnehmenden Gemeinden umzusetzen sowie einen breiten Erfahrungsaustausch zu Fragen der Energieeinsparung und des Klimaschutzes auf den Weg zu bringen.

Nimmt die VG Heldenstein-Rattenkirchen an diesem Projekt teil, werden zunächst die betreffenden Liegenschaften vor Ort besichtigt und deren Daten aufgenommen. Im Anschluss werden Ziele fixiert, wie viel an Energie in den nächsten drei Jahren eingespart werden soll. An dem Netzwerk werden zwölf Kommunen aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting teilnehmen, es gibt Fördermittel.

Wegen der Corona-Pandemie steigt der Fördersatz sogar auf 70 Prozent

Werden normalerweise 60 Prozent der durch das Netzwerk entstehenden Kosten gefördert, sind es durch die Pandemie bedingt derzeit sogar 70 Prozent. Der Verwaltungsgemeinschaft würden 6000 Euro an Kosten entstehen, die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre. Erfahrungsgemäß werden diese Kosten durch die erzielten Energieeinsparungen kompensiert, sodass sich die Teilnahme finanziell lohnt, so der Tenor des Vortrages. Als erster Schritt ist eine unverbindliche Interessensbekundung zur Teilnahme an diesem Projekt zur Energieeinsparung zu unterzeichnen. Sobald der Förderantrag genehmigt ist, entscheiden die jeweiligen Gemeinderäte, ob sie einen verbindlichen Vertrag unterschreiben.

Gemeinde hat Vorbildfunktion

Hilmar Holzner (CSU) wollte wissen, ob beide Gemeinden den gleichen Anteil zu tragen hätten, was Katharina Zeiser bejahte. Sie empfahl dabei die Teilnahme des Verwaltungsgemeinschaft, nicht der einzelnen Gemeinden.

Rainer Greilmeier, Bürgermeister von Rattenkirchen (CSU/Freie Wählergemeinschaft), betonte die Vorbildfunktion der Gemeinde beim Energiesparen, sah aber auch die Datenerfassung als sehr aufwendig und damit skeptisch. Er wisse bereits jetzt schon, welche energetischen Schwächen seine Gemeinde habe. Zeiser entgegnete, dass vor allem die Netzwerktreffen viel Sinn machen und Dynamik erzeugen würden.

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Georg Schwenk hält den Zeitplan für „sehr sportlich“

Georg Schwenk (W-E-W) fand die Idee gut, sich über Energieeinsparungen bei den Liegenschaften in der Verwaltungsgemeinschaft Gedanken zu machen, hielt aber den Zeitplan für „sehr sportlich“, also zeitlich kaum zu bewältigen.

Zeiser betonte, es sei besonders wichtig, sich in Punkto Energieeinsparung Ziele zu setzen. Eine Förderung gebe es auch, wenn das Ziel nicht zu 100 Prozent erreicht wird. Bejahen konnte Katharina Zeiser Schwenks Frage, ob die vom Netzwerk gewonnenen Daten auch der daraufhin beauftragten Firma zur Verfügung gestellt würden.

Hansmeier will Energieversorgung bis 2030 auf erneuerbare Energien umzustellen

Heldensteins Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) betonte ihr Ziel, die Energieversorgung in ihrer Gemeinde bis 2030 auf erneuerbare Energien umzustellen. Ein Ziel, das sich auch viele andere Gemeinden gesetzt haben, indem sie bei Neubauten zum Beispiel aus Klimaneutralität setzen. Die Stadt Neumarkt-St. Veit zum Beispiel will ihren neuen Kindergarten CO2-neutral beheizen. Und die Gemeinde Oberbergkirchen hat sich beim Neubau ihres Kinderhauses für den Fall der Fälle gerüstet: Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 29 kW/peak ist auf dem Dach installiert. Damit wird mehr Energie erzeugt als das Kinderhaus selbst verbraucht. Überschüssiger Strom wird in einen Speicher eingespeist, um auch bei einem Stromausfall autark zu sein. Die Fernwärme wird aus der Hackschnitzelheizung von Mario Schmid bezogen, die bereits die benachbarte Schule mit Wärme versorgt.

Das Interesse ist da. Alles Weitere beschließen die Gemeinderäte

Nach Abschluss der Diskussion beschloss der VG-Rat einstimmig, dass die Verwaltungsgemeinschaft die unverbindliche Interessensbekundung unterschreibt.

Beide Gemeinden beraten ihr weiteres Vorgehen in ihren nächsten Gemeinderatssitzungen.

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