Kampfhunde kosten mehr

Gemeinden heben Steuern an: In Ampfing und Heldenstein werden die Hunde teuerer

Ob Jack Russell oder Promenadenmischung, 40 Euro Steuer müssen künftig Hundebesitzer in der Gemeinde Ampfing für den ersten Hund aufbringen. Kampfhunde sind um ein Vielfaches teuerer.
+
Ob Jack Russell oder Promenadenmischung, 40 Euro Steuer müssen künftig Hundebesitzer in der Gemeinde Ampfing für den ersten Hund aufbringen. Kampfhunde sind um ein Vielfaches teuerer.

Weit über ein Jahrzehnt blieben die Hundesteuern in Ampfing und Heldenstein stabil. Jetzt haben die Gemeinderäte beschlossen, die Steuersätze anzuheben.

Ampfing – Seit 2001 wurde die Hundesteuer in Ampfing nicht mehr erhöht. Jetzt hat der Gemeinderat die Tarife deutlich angehoben.

25 Euro kostete der erste Hund bislang in der Gemeinde, 40 Euro wurden für den zweiten, 50 Euro für alle weiteren fällig. Kampfhunde kosteten bislang 400 Euro pro Jahr.

Noch immer unter den Steuersätzen der Städte

Andere Landkreiskommunen verlangen zum Teil deutlich mehr. In der Kreisstadt Mühldorf kostet ein Hund 50 Euro, alle weiteren jeweils 80 Euro. Auch hier sind Kampfhunde wesentlich teurer, sie werden mit je 600 Euro veranschlagt. In der Nachbarstadt Waldkraiburg muss ein Hundebesitzer für jeden Hund 100 Euro an die Stadt überweisen, für jeden Kampfhund 1000 Euro. Es geht aber auch billiger: In Aschau und Kirchdorf etwa gibt es den ersten Hund schon für 20 Euro, erst bei weiteren Tieren fallen höhere Summen an.

Kampfhunde: Höhere Steuern sollen abschreckende Wirkung erzeugen

Rainer Stöger (Grüne) stellte die Frage, ob die Unterscheidung zwischen „normalem“ Hund und einem Kampfhund beibehalten werden soll. Kampfhunde machen nach Aussage von Dr. Marcel Huber (CSU), der gleichzeitig promovierter Tierarzt ist, regelmäßig mehr Ärger. Zudem gebe es keinen wirklichen Grund, einen Kampfhund zu halten. Daher sei es richtig, mit einer höheren Steuer eine abschreckende Wirkung zu erzeugen.

Christian Ott (Grüne) erkundigte sich nach Möglichkeiten der Gemeinde, um gegen Hundebesitzer vorzugehen, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht beseitigen. Bürgermeister Josef Grundner (CSU) teilte dazu mit, dass ein Bußgeld verhängt werden könne

.Lesen Sie auch:

Waldkraiburg: Stadträtin Martina Arnusch-Haselwarter fordert Spielwiese für Hunde

Hundesteuer in Stadt und Landkreis Rosenheim: Hier wird Tierbesitzern am meisten gemopst

Einstimmig beschloss das Gremium daraufhin, die Steuer für den ersten Hund auf 40 Euro zu erhöhen, für alle weiteren beträgt sie künftig 55 Euro. Für jeden Kampfhund müssen in Zukunft 500 Euro überwiesen werden.

Ermäßigung für bestimmte Hunde

Folgende Sonderregelung im Hinblick auf eine Ermäßigung der Hundesteuer gilt weiterhin: Die Steuer ist um die Hälfte ermäßigt für erste Hunde, die in Einöden gehalten werden. Als Einöde gilt ein Anwesen, dessen Wohngebäude mehr als 500 Meter Luftlinie von jedem anderen Wohngebäude entfernt sind. Diese Ermäßigung um die Hälfte gilt auch für Hunde, die von Forstbediensteten, Berufsjägern oder Inhabern eines Jagdscheines ausschließlich oder überwiegend zur Ausübung der Jagd oder des Jagd- oder Forstschutzes gehalten werden, sofern die Hundehaltung nicht ohnehin steuerfrei ist.

Auch Heldenstein hebt Hundesteuer an: 50 Euro für jeden Hund – 350 Euro für Kampfhunde

Die Gemeinde Heldenstein passt ihre Hundesteuersatzung einer neuen Mustersatzung an. In diesem Zusammenhang wurde auch der Steuersatz überprüft. Zum Jahresbeginn 2021 soll er steigen.

Seit Januar 2007 liegt der Betrag bei 40 Euro für den ersten Hund, jeder weitere kostet 70 Euro. Kampfhunde werden teurer besteuert, für sie sind 250 Euro fällig. Nach 14 Jahren passt die Gemeinde die Preise nun an, wie bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einstimmig beschlossen worden ist.

Ab Januar kostet dann jeder Hund 50 Euro, für jeden weiteren Hund fallen 100 Euro an. Die Hundesteuer für Kampfhunde wird mit 350 Euro festgelegt.

In diesem Zusammenhang erkundigte sich Georg Stöckl (UWG), wer die Leerung der Hundekotbehälter übernimmt. Diese Aufgabe hatten in der Vergangenheit Bürger aus Heldenstein übernommen.

„Das macht nun der Bauhof“, erklärte Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU). Bei Bedarf sollen Hundekotbehälter auch in den Ortsteilen aufgestellt werden. „Das ist eine Dienstleistung für die Bürger.“ hi

Kommentare