Gemeinde Kraiburg rechnet mit zehn Prozent Minus bei der Gewerbesteuer

Die Gemeinde Kraiburg nimmt viel Geld in die Hand: Knapp drei Millionen investiert der Markt, 800000 Euro allein für die Teilsanierung der Grundschule.
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Die Gemeinde Kraiburg nimmt viel Geld in die Hand: Knapp drei Millionen investiert der Markt, 800000 Euro allein für die Teilsanierung der Grundschule.

Der Haushalt der Gemeinde Kraiburg fällt deutlich geringer aus als noch vor einem Jahr. Das Gesamtvolumen von 9766500 Euro entspricht einem Minus von elf Prozent. Mit einem ebenso großen Einbruch rechnet die Gemeinde auch bei der Gewerbesteuer.

Kraiburg – Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushalt in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet. Die Schulsanierung und der Neubau des Naturbads dominieren weiterhin die Investitionen der Marktgemeinde. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 6 781 500 Euro, der Vermögenshaushalt liegt bei 2 985 000 Euro.

Kreisumlage ist größte Belastung

Aus Verwaltung und Betrieb rechnet die Gemeinde mit 1 696 000 Euro. Größte Einnahmequelle im Verwaltungshaushalt bleibt die Einkommenssteuerbeteiligung. Mit rund 2,4 Millionen Euro liegt sie zwar 200 000 Euro unter dem Ansatz des Vorjahres, macht aber immer noch 36 Prozent der Einnahmen aus. Rund 1,14 Millionen Euro bekommt die Gemeinde aus den Schlüsselzuweisungen. Mit circa 750 000 Euro Gewerbesteuer rechnet Kämmerer Alfred Mittermaier, das entspricht einem Minus von 157 500 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Berücksichtigt wurde die aktuelle Steuerschätzung für Städte und Gemeinden, womit mit einem Minus von zehn Prozent zu rechnen sei. Der Hebesatz bleibt unverändert.

Für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand kalkuliert die Gemeinde mit Ausgaben in Höhe von 1 733 000 Euro. Größte Belastung im Verwaltungshaushalt für die Gemeinde ist die Kreisumlage mit 30 Prozent. Etwas tiefer in die Tasche greifen muss Kraiburg in diesem Jahr. Mit 2 065  500 Euro erhöht sich die Kreisumlage um 18 500 Euro. Mehrkosten fallen auch bei der Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft an, die von 145 Euro auf 166 Euro pro Person erhöht worden ist. Insgesamt macht es 662 000 Euro aus, 87 000 Euro mehr als 2019. Mit wieder deutlich weniger Ausgaben rechnet die Gemeinde Kraiburg für die Einleitung in die Kläranlage Waldkraiburg: Nach 411 500 Euro im vergangenen Jahr sollen es heuer nur 220 000 Euro sein.

667 000 Euro aus der Rücklage

Die Zuführung zum Vermögenshaushalt liegt bei 217 500 Euro und erfüllt somit die gesetzliche Mindestanforderung. In den vergangenen Jahren hat Kraiburg die Rücklagen kontinuierlich aufgebaut, dieses Jahr geht das Geld einen anderen Weg. 667 000 Euro werden der Rücklage entnommen. Die Rücklagen lagen zum Jahresbeginn bei 4 296 000 Euro. 2019 konnte die Gemeinde ihre Schulden um 206 000 Euro auf 2 932 000 Euro reduzieren. Für 2020 wird vorsorglich eine Kreditermächtigung in Höhe von 1,5 Millionen Euro eingestellt. Tilgungen in Höhe von 210 000 Euro sind ebenfalls geplant.

800 000 Euro für die Schulsanierung

Die Gemeinde investiert viel im nächsten Jahr: Insgesamt sind es knapp 2,8 Millionen Euro. Größter Posten ist die Teilsanierung der Grundschule mit veranschlagten 800 000 Euro. Auch wenn noch immer nicht die Bauarbeiten zum neuen Naturbad begonnen haben, sondern noch nach einem Planer gesucht wird, rechnet die Gemeinde dennoch mit Ausgaben von 250 000 Euro. Der Straßenbau „Gasteig“ schlägt mit 350 000 Euro zu Buche. Für die neue Brücke über den Gallenbach in Frauendorf kalkuliert die Gemeinde mit 150 000 Euro. Die gleiche Summe fällt auch für den Notverbund der Wasserversorgung an. Der Neubau der Pumpwerke zum Hochbehälter kostet 110 000 Euro. Auch für den Hochwasserschutz sind 90 000 Euro im Haushalt eingestellt.

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Ebenfalls genehmigt hat der Gemeinderat den Finanzplan und Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2023. Gegenstimmen gab es dazu nicht.

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