Der Geist des großen Manitou erfüllt Oberornau

Rauchen die Friedenspfeife: Pfarrer Baumgarten (Michael Sedlmaier/links) und Kilian Lanzing/Winnetou (Peter Friesinger/rechts).

Vortrefflich ist die Rollenbesetzung beim Weihnachtstheater der Theatergruppe des Schützenvereins Oberornau. Jedem Mitwirkenden ist seine Rolle auf den Leib geschrieben und man spürte die Leidenschaft, mit der hier Theater gespielt wird.

Oberornau – So mancher Zuschauer fühlt sich durch das Stück in seine Kindheit zurückversetzt, denn der Geist des großen Manitou erfüllt den Saal.

Bedingt durch einen auf seinen Kopf gefallenen Dachziegel, hält sich der notorische Nörgler Kilian Lanzing, hervorragend gespielt durch Peter Friesinger, nach dem Erwachen aus der Bewusstlosigkeit für den Apachen-Häuptling Winnetou.

Nicht nur seine Frau Gunda (Christine Godl), nein auch die singende Magd Liddy (Susanne Gartner) und der tollpatschige jedoch außerordentlich gutmütige Knecht Theo (Andreas Friesinger) sind mit der neuen Situation am Hof völlig überfordert und wünschen sich trotz aller bisherigen Schikanen, dass alles wieder so wird, wie es vor Kilians Unfall war.

Die neugierige Pfarrersköchin Rosamunde (Angelika Zöhrer) und der Förster Lambert (Michael Eberl) ergreifen die Flucht, da Kilian sie in seinem Wahn jeweils als seine geliebte Wildblume Ribanna vergöttert und sogar der durchtriebene Bauunternehmer Fränkl (Fabian Hirschstetter), der ein Grundstück ergaunern möchte, gerät in Gefahr, da Kilian ihn für Winnetous Erzfeind Santer hält.

Als Pfarrer Baumgarten (Michael Sedlmaier), den Kilian in seinem Wahn für Klekih-petra hält, in die Fänge von Winnetou gerät, rauchen diese, sehr zum Vergnügen des begeisterten Publikums, auf dem Küchentisch die Friedenspfeife, denn dem Hirngeschädigten darf auf keinen Fall widersprochen werden.

Dies war der einzige Rat von Psychiater Dr. Dr. Hannes Träutel (Michael Wieser), der der Situation aber in keiner Weise gewachsen war. Nur der Großvater Lenz (Franz Sedlmaier) findet sich am ehesten mit der neuen Situation ab, denn Cowboy- und Indianer-Spiele waren seit jeher seine Leidenschaft. So schlüpft dieser begeistert in die Rollen von Sam Hawkens und Intschu-Tschuna, Winnetou´s Vater.

Wer wissen möchte, ob Kilian wieder in den Normalzustand versetzt werden kann, hat am Wochenende, 4. und 5. Januar, jeweils um 20 Uhr nochmals die Möglichkeit, die Aufführungen in Hofgiebing zu besuchen.

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