Wie geht es weiter in Sachen Biogas?

Die Biogasanlagen können langfristig nicht kostendeckend betrieben werden. re
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Die Biogasanlagen können langfristig nicht kostendeckend betrieben werden. re

Schönberg. – Zu einem Informationsabend mit Austausch und Diskussion konnte Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer im Gasthaus Esterl in Schönberg Biogasbauern und Interessierte begrüßen.

Zur aktuellen Lage hielt die Referentin für nachwachsende Rohstoffe des BBV, Carolin Langwieser, einen interessanten Vortrag. 7,9 Gigawatt installierte Leistung können die deutschen Biomasse-Anlagen derzeit vorweisen. Das entspricht 25 Prozent Anteil am Erneuerbare-Energien-Mix.

Leider sieht die Zukunftsperspektive für eine Verlängerung der Einspeisevergütungen jedoch momentan eher finster aus, obwohl die Politik den Biogasstrom dringend braucht, um ihre Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Eines der Ziele, 65 Prozent erneuerbare Energien im gesamten Strommix, kann und wird nur mit Biogas realisierbar sein.

Biogas ist für die Zukunft wichtig. Schließlich gilt es auch die Grundlast nach dem Ausstieg aus Atomstrom und längerfristig Braunkohle zu erhalten, um unnötige Stromausfälle und Netzüberlastungen zu vermeiden. Im Hinblick auf neue Regelungen, legt die Politik derzeit viel Wert auf Gasspeicherung, Biogas aus Gülle und die Nachhaltigkeits-Zertifizierung des Substrats.

Friedhelm Dickow, Biogasanlagenbetreiber und BBV-Kreisobmann im Landkreis Dingolfing-Landau, stellt in seiner Vorstellung fest, dass die derzeit bei den Ausschreibungen erreichten 16,5 Cent je kWh nicht ausreichen, um eine Anlage langfristig kostendeckend zu betreiben. Wenn die Politik jetzt keinen Richtungswechsel vollzieht, werden viele Biogasanlagen nach dem Ablauf der derzeitigen Einspeisevergütung nicht mehr weiter betrieben werden.

Dies sieht auch Franz Winkler, niederbayerischer Sprecher des Fachverbands Biogas, so. Die derzeitigen Regelungen gehen auch nur noch bis 2022. Was danach kommt, steht in den Sternen. Darum müssen Bauernverband und Biogasfachverband gemeinsam weiterhin auf die Politiker zugehen, um Verbesserungen zu erreichen. Vor allem eine bessere Planbarkeit für die Biogasbauern wäre immens wichtig.

Zwischen den Vorträgen und danach kam es zu vielen Wortmeldungen, Fragen und Diskussionsbeiträgen. Darin ging es um die Regelungswut der Behörden wenn es zum Beispiel um die Farbe der Güllebehälterabdeckungen geht oder um die Probleme bei der Aufnahme von Gülle, die vom Veterinäramt nur unter Auflagen genehmigt wird.

Auch die Themen Nitratrichtlinie und Messstellennetze in Deutschland wurden lange diskutiert.

Als Fazit des Abends stellte Ulrich Niederschweiberer fest, dass man dringend ein Treffen mit den Heimatabgeordneten organisieren muss, um die Probleme im Biogasbereich dort zu besprechen. Wie geht es weiter in Sachen Biogas?

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