Geh- und Radwege rund um Buchbach: Der Grunderwerb bremst

Hier endet der Gehweg an der Erlbachstraße etwa 100 Meter vor der Einmündung in die Kastenberger Straße und zwingt an dieser unübersichtlichen Stelle alle Nutzer auf die vielbefahrene Erlbachstraße.
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Hier endet der Gehweg an der Erlbachstraße etwa 100 Meter vor der Einmündung in die Kastenberger Straße und zwingt an dieser unübersichtlichen Stelle alle Nutzer auf die vielbefahrene Erlbachstraße.

Der Bau des Geh- und Radweges von Buchbach nach Schwindegg und dem Ringschluss Kastenberger-/Erlbachstraße scheint sogar eine „unendliche Geschichte“ zu werden. Es liegt meistens an den schwierigen Grundstücksverhandlungen.

Buchbach – Was unter Bürgermeister Max Kopplinger in den 90er Jahren hoffnungsvoll mit dem Bau der Geh- und Radwege von Buchbach nach Steeg, nach Felizenzell und entlang der Kastenberger Straße begann, ist deutlich ins Stocken geraten. Es gäbe auch noch weitere mögliche Geh- und Radwegen in der Marktgemeinde, beispielsweise die Verlängerung nach Kastenberg oder von Felizenzell nach Oseneck zur Gemeinde- und Landkreisgrenze, oder nach Oberbonbruck/Ranoldsberg und Sterneck. Viele dieser Strecken werden von Fußgängern und Radfahrern aufgrund des Autoverkehrs gemieden.

Knackpunkt ist der Grunderwerb

Beide Geh- und Radwege, der nach Schwindegg und die Verlängerung entlang der Erlbachstraße scheitern derzeit am Grunderwerb. Beim Ringschluss Kastenberger-/Erlbachstraße ist es nur der Grundstückserwerb. Beim Geh- und Radweg nach Schwindegg geht es zusätzlich um die Frage der Trassenführung, die noch nicht klar ist.

Für den Ringschluss Kastenberger-/Erlbachstraße liegt nach Angaben von Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) inzwischen ein Kostenangebot für die Planungsleistungen vor. Aufgrund der hohen Baukosten von geschätzten 85 000 Euro sowie dem immer noch fehlenden Zugriff auf die erforderlichen Grundstücke wurde bislang kein Planungsauftrag erteilt. Eine Umsetzung wird daher erst im Zusammenhang mit der baulichen Erschließung der östlich angrenzenden Grundstücke erfolgen können. Eine vorübergehende provisorische Lösung sei nicht angedacht, so Einwang.

Beim Radweg Buchbach-Schwindegg liegt der Gemeinde seit Kurzem eine überarbeitete Entwurf-Planung des Straßenbauamts Rosenheim mit den damit verbundenen Grunderwerbsplänen vor. Auf Buchbacher Seite fehlen dazu nur noch wenige hundert Quadratmeter. Die Trassenführung orientiert sich zwischen Einstetting und Loinbruck weitgehend am Verlauf der Staatsstraße 2087 und folgt dann bis zum Kreisverkehr in Fischmühle der Kreisstraße. Über den Baubeginn können nach wie vor keine Aussagen gemacht werden.

Vor 30 Jahren gab es bereits Rohkonzept

Es zieht sich inzwischen fast 30 Jahre, obwohl der ehemalige Bürgermeister Kopplinger ein Rohkonzept hatte und unter Bürgermeister Hans Rambold bereits ein fertiges Konzept entlang des Baches vorlag, das über ein Förderprogramm zur Bewirtschaftung Gewässer dritter Ordnung mitfinanziert werden sollte. Schon damals gab es aber auch Probleme mit dem Grundstückserwerb, so dass der Bau des Geh- und Radweges nach Schwindegg immer wieder scheiterte und inzwischen fünf Gemeinderatsperioden unvollendet überstanden hat.

Auch drei Jahre ist es inzwischen her, dass die Interessengemeinschaft „Lebenswertes Buchbach“ mit einem Fahrradkorso für den Radweg nach Schwindegg ein Zeichen setzen wollte. Seither, zumindest sichtbar für die Öffentlichkeit, hat sich ebenfalls nichts getan.

Zur Verlängerung des Geh- und Radweges an der Kastenberger Straße nach Kastenberg laufen nach Rückfrage bei Bürgermeister Einwang derzeit Grundstücksverhandlungen. Diese Maßnahme wäre ein Ringschluss nach Felizenzell, zum Zellbrünnl und eine Anbindung nach Lain zum Freizeit- und Naherholungsgebiet Lainer-Weiher .

In Sachen Weiterbau eines Radweges von Felizenzell nach Oseneck zur Landkreisgrenze sagt Einwang, dass hierzu von der Marktgemeinde Velden im Nachbarlandkreis Landshut zwar Ideen für einen Radweg über Erlach nach Buchbach bestehen, es dazu aber noch keinerlei Beschlüsse des dortigen Marktgemeinderates, geschweige denn Grundstücksverhandlungen oder Planungen gäbe. Sollte sich dort etwas abzeichnen, würde sich Buchbach sofort mit Velden abstimmen, denn, ein Ende an der Landkreisgrenze wird es sicher nicht geben.

Förderprogramm sind möglich

Angesprochen auf die derzeit zahlreichen dahingehenden Förderprogramme teilte Einwang mit, dass diese durchaus bekannt seien und es darüber hinaus noch weitere infrage kommende Programme, wie etwa für den Klimaschutz, gäbe. Allerdings können all die Programme erst in Anspruch genommen werden, wenn für eine Trasse oder ein Vorhaben auch Planungsrecht und Baufreigabe bestehe. Daran seien sie am Arbeiten, wobei die Priorität definitiv beim Radweg nach Schwindegg liege.

Die vorläufigen Planungen sehen vor, dass der Geh- und Radweg nach Schwindegg entlang der Staatsstraße verläuft, obwohl viele Bürger eine Trasse entlang des Steeger-/Einstettinger-Baches besser fänden

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