Weitere Planungen für B15 neu: Mühldorfer Kreistagsfraktionen haben eindeutige Position

B15 neu – hier nicht und nicht anderswo: Der Widerstand in Obertaufkirchen war vor fünf Jahren groß. Jetzt aber rückt die Trasse wieder in den Fokus. Während die CSU in einer Resolution einen Stopp der Planungen auf der raumgeordneten Trasse fordert, will CSU-Kreisrat diese Alternative nicht leichtfertig aufgeben.
+
B15 neu – hier nicht und nicht anderswo: Der Widerstand in Obertaufkirchen war vor fünf Jahren groß. Jetzt aber rückt die Trasse wieder in den Fokus. Während die CSU in einer Resolution einen Stopp der Planungen auf der raumgeordneten Trasse fordert, will CSU-Kreisrat diese Alternative nicht leichtfertig aufgeben.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
    schließen

Die Sprecher der einzelnen Kreistags-Fraktionen sind sich einig: Sie wollen eine Verbesserung der bestehenden Straßenverbindungen und lehnen weitere Planungen einer Trasse der B15 neu ab. Das sorgt für Unmut.

Mühldorf – Per Ratsbegehren will CSU-Kreisrat Alfred Lantenhammer über den Bau einer B 15 neu im Landkreis Mühldorf entscheiden lassen, dabei dasVotum den Bürgern überlassen. Jetzt haben sich die Fraktionen im Mühldorfer Kreistag zu Wort gemeldet. Sie wollen einen gemeinsamen Antrag einbringen zur Verbesserung der Sraßenverbindungen zwischen Landshut und Rosenheim beziehungsweise Freilassing/Salzburg. Alle Fraktionssprecher haben diese Resolution unterschrieben.

Fraktionen stehen hinter CSU-Antrag

Im Grund genommen stellen sich die einzelnen Fraktionssprecher – CSU, SPD, UWG, WGW, die Grünen, die AfD, sowie die Fraktionsgemeinschaft von ÖDP und FDP – damit hinter den Antrag, der am kommenden Dienstag Thema in der Kreisausschusssitzung sein wird (Beginn 15 Uhr). Wie dazu der Fraktionssprecher der CSU, Stefan Mooshuber mitteilt, handelt es sich dabei um die von der CSU ausgearbeitete Resolution.

Ökologie und Ökonomie als Argumente für Bestandsausbau

„Eine realistische, zeitnahe Umsetzung ergibt sich aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nur durch eine Ertüchtigung der vorhandenen Nord-Süd-Achsen und nicht durch einen Bau der B 15 neu auf einer neuen Trasse“, heißt es in der Resolution. Ziel müsse es sein, „den vorhandenen und in der Zukunft gegebenenfalls weiter wachsenden Verkehr auf die bereits vorhandenen überregionalen Verkehrsverbindungen aufzuteilen und diese dafür schnellstmöglich zu ertüchtigen“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Das könnte Sie auch interessieren: A94-Tempolimit gilt noch lange - Anwohner Zweifeln an Sinn

Ertüchtigung der bestehenden Straßen

Betroffen seien konkret die Bundesstraßen zwischen der Autobahn A 3 im Osten und den Autobahnen A 92, A 99 und A 8 in der Region. „Wir fordern daher den schnellstmöglichen Ausbau der Bundesstraßen B 20, B 588, B 299 und B 15, vor allem durch den Bau der noch fehlenden Ortsumfahrungen und eine Nutzung intelligenter Verkehrsleitsysteme zur optimalen Verteilung des Verkehrs“, heißt es im Text weiter, den der CSU-Fraktionschef Stefan Mooshuber entworfen hat. „Mir geht es darum, die zunehmende Versiegelung auf den Prüfstand zu stellen. Meiner Meinung muss es gute und alternativlose Gründe geben, um Versieglungen in diesem Maße zu rechtfertigen.“

Raumgeordnete Trasse tut doch niemanden weh?

Landrat Max Heimerl signalisierte, dass er voll und ganz hinter dem Antrag der CSU-Kreistagsfraktion stehe. Die Gründe dafür will er aber erst in den Gremien, am Dienstag im Kreisausschuss und am Freitag im Kreistag, konkret benennen.

Im Grunde genommen eine Resolution, die auch Alfred Lantenhammer mittragen könnte, wie er auf Anfrage bestätigt. Doch den Schönberger Bürgermeister stört der letzte Satz dieser Resolution, die von der CSU ausgearbeitet worden ist. Darin wird nämlich gleichzeitig der „sofortige Stopp weiterer Planungen beziehungsweise Überlegungen einer B 15 neu auf der raumgeordneten oder einer anderen neuen Trasse im Landkreis Mühldorf“ gefordert. „Und das kann ich nicht gutheißen. Es tut doch niemandem weh, wenn diese raumgeordnete Trasse weiterhin Bestand hat!“

Lantenhammer will Bürger ins Boot holen

Deswegen habe er im Bezug auf die B 15 neu das Ratsbegehren ins Spiel gebracht, um die Entscheidung den Landkreisbürgern zu überlassen. Ob es dazu kommt, darüber debattiert zunächst der Kreisausschuss am Dienstag. Das Thema wird aber auch bei der Kreistagssitzung am Freitag darauf (14 Uhr/Stadtsaal) auf der Agenda stehen.

Kommentare