Großer Feuerwehreinsatz

Gefahrstoffaustritt bei ODU in Mühldorf: Mitarbeiter im Krankenhaus – Suche nach Ursache läuft

Zahlreiche Einsatzkräfte wurden am Donnerstagnachmittag bei der Firma ODU in Mühldorf zusammengezogen.
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Zahlreiche Einsatzkräfte wurden am Donnerstagnachmittag bei der Firma ODU in Mühldorf zusammengezogen.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Großalarm in Mühldorf am Donnerstagnachmittag: Die Firma ODU meldete einen Gasaustritt. Schnell konnte aber Entwarnung gegeben werden. Dennoch kamen vorsichtshalber sechs Mitarbeiter der Firma ins Krankenhaus.

Update 19 Uhr:

Vor 2 Jahren den Ernstfall geprobt

Drei Beschäftigte haben das Krankenhaus mittlerweile wieder entlassen, drei weitere müssen über das Wochenende zur Beobachtung im Klinikum Mühldorf bleiben.

Aufatmen ist nun auch in der Firma ODU selbst angesagt. Wie Betriebsleiter Robert Klemisch Freitagmittag erklärte, habe es sich ausgezahlt, dass vor zwei Jahren in der Galvanik, also genau dort, wo sich der Vorfall am Donnerstag ereignet hatte, der Ernstfall geprobt worden sei. „Diese Erfahrungswerte haben sich total bewährt“, lobt Klemisch das schnelle und professionelle Eingreifen der Hilfskräfte.

Ursache des Gasaustritts weiter unklar

Er unterstreicht dabei die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Mühldorf, deren Kommandant Martin Strasser selbst bei ODU beschäftigt sei, „und über genaue Kenntnisse über das Gelände verfügt“. Die Mitarbeiter hätten sich absolut diszipliniert verhalten, es sei keine Panik aufgekommen. Und schließlich hätten auch die Behörden schnell und absolut kompetent reagiert. Allem voran das Landratsamt, Landrat Max Heimerl sei selbst vor Ort gewesen, um sich ein Bild zu machen.

Im Dunkeln tappt die Firmenleitung noch auf der Suche nach der Ursache für den Gasaustritt. Diese herauszufinden wird die Aufgabe am Wochenende sein. Durch den Gasaustritt sei es zwar zu einem Betriebsausfall gekommen, materieller Schaden sei keiner entstanden, so Klemisch.

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Update 2. Oktober, 11.41 Uhr:

Säure verursacht „größere Wolke“

Kreisbrandrat Harald Lechertshuber spricht von einer Säure, die am Donnerstagnachmittag bei ODU ausgetreten sein soll und einer „größeren Wolke“, die sich gebildet habe, nachdem der Gefahrstoff in Kontakt mit dem Boden in der Galvanik gekommen sei. Wenn solche Störfälle auftreten, reagiere man seitens der Kreisbrandinspektion hochsensibel, erklärt Lechertshuber das Großaufgebot an Einsatzkräften, die das Problem dann „relativ schnell in Griff gehabt“ hätten.

Der Einsatz sei einwandfrei abgelaufen, „das Notfallmanagement hat perfekt funktioniert“, lobt er die Vorgehensweise der Firma. Umgehend seien alle Beschäftigten evakuiert worden. Messungen seien angeordnet worden, im Außenbereich und im Innenbereich, um festzustellen, wie hoch die chemische Belastung im Umfeld ist. Diese Messungen hätten keine Auffälligkeiten jeweils irgendwelcher Grenzwerte zu Tage gefördert.

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Silberne Schutzanzüge

Um auf Nummer sicher zu gehen, seien zur Klärung der Ursache für den Gasaustritt aber Hilfskräfte in Chemikalien-Schutzanzüge herangezogen worden. „Dieser Anzug schützt die Hilfskräfte zu 100 Prozent vor Gas und ist absolut säuredicht. Das Atemgerät befindet sich unter dem Anzug“, erklärt Lechertshuber den spektakulären Auftritt der Männer in den silbernen Anzügen. In solchen Situation müsse man auf Nummer sicher gehen. „Dass es letztlich nicht so dramatisch war, darüber sind wir im Nachhinein natürlich froh!“

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Update 2. Oktober, 10.10 Uhr:

Sechs Mitarbeiter vorsorglich ins Krankenhaus gebracht

Mühldorf - Nach dem Gasaustritt auf dem Gelände der Unternehmensgruppe ODU meldet sich nun die Geschäftsleitung zu Wort. Wie das Unternehmen mitteilt sei es am Donnerstagnachmittag zu einem Gasaustritt an der Abwasseranlage im Bereich der Galvanik gekommen. „Der Gasaustritt wurde schnell bemerkt und es erfolgte die Alarmierung der Rettungskräfte. Feuerwehren, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Notarzt waren schnell vor Ort. Die Situation wurde sehr professionell, ruhig und zielführend abgearbeitet“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung von ODU.

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Keine Gefahr für die Bevölkerung

Es sei niemand verletzt. Sechs Mitarbeiter seien aber vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert worden. Zwei konnten bereits am Donnerstagabend wieder entlassen werden. Die anderen vier Mitarbeiter, so die Prognose, sollten im Laufe des Freitages entlassen werden. Auch ODU betont in seinem Schreiben, dass für die umliegende Bevölkerung zu keiner Zeit Gefahr bestanden hätte.

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„Bereits zur Nachtschicht konnte der Betrieb in alle Betriebsteilen, außer in der Galvanik, wieder aufgenommen werden.“ Der betroffene Betriebsteil der Abwasseranlage sei abgeschaltet worden und sei gesperrt. Die Ursachenforschung läuft auf Hochtouren.

Seit der Frühschicht am Freitag läuft auch wieder die komplette Galvanik mit Ausnahme der Alugalvanik. „Der Betrieb ist sicher, es bestehen keinerlei Gefahren!“

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Update 1. Oktober, 18.11 Uhr:

Wie das Landratsamt Mühldorf auf Anfrage mitteilt, handelt es ich bei der Alarmierung auf dem Gelände der Firma um einen Gasaustritt. „Es bestand aber keine Gefahr für die Bevölkerung!“, teilt Simone Kopf von der Pressestelle des Landratsamtes in Mühldorf mit. Nähere Informationen würden zu einem späteren Zeitpunkt über die Kreisbrandinspektion erfolgen.

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Die Erstmeldung vom 1. Oktober, 17.45 Uhr

Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht aktuell nicht, hieß es zunächst. Doch wie Augenzeugen vor Ort berichten, wurden Krankenwagen nachalarmiert. Auch ein Beatmungszelt sei aufgestellt worden.

Ob jemand zu Schaden gekommen ist, ist bis dato nicht bekannt.

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