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Ganz Flossing trauert um Sepp Ruf, eine Identifikationsfigur für den Ort

Er gehörte zu Flossing wie die Kirche zum Dorf: Josef Ruf, der im Alter von 90 Jahren gestorben ist.
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Er gehörte zu Flossing wie die Kirche zum Dorf: Josef Ruf, der im Alter von 90 Jahren gestorben ist.
  • Robert Wagner
    vonRobert Wagner
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Mit dem Tod von Josef Ruf hat seine Familie einen geliebten Menschen verloren, die ganze Dorfgemeinschaft eine Identifikationsfigur, wie es sie nur noch selten gibt. Der „Ruaf Sepp“, wie er von allen genannt wurde, gehörte zu Flossing wie die Kirche zum Dorf.

Flossing – Wie kaum ein anderer brachte er sich ins Dorfleben ein und krempelte bis ins hohe Alter die Ärmel hoch. Unter anderem war er Mitbegründer des 1951 wieder ins Leben gerufenen Radfahrvereins „All Heil“, bei welchem er später auch viele Jahre als Vorstand wirkte.

Gründer, Planer, Helfer und Antreiber

Mit großer Leidenschaft widmete er sich dem Stockschützenwesen, welchem er von Anfang an durch seine Tatkraft im ganzen Landkreis zur Popularität verhalf. Beim Bau der neuen Asphaltbahnen und des Vereinsheims in Flossing war er Planer, Antreiber und zugleich einer der fleißigsten Helfer.

Auch beim Thema „Dorferneuerung“, für die er als örtlich beauftragtes Mitglied von 1994 bis 2008 aktiv war, brachte er sich mit großer Hingabe und noch mehr Arbeitsleistung ein. Er trug damit maßgeblich zum heutigen Dorfbild Flossings bei.

Auszeichnung vom Ministerpräsidenten

Daneben widmete er sich der Kommunalpolitik, indem er zwölf Jahre dem Gemeinderat angehörte. Für seine Verdienste im Ehrenamt wurde dem Flossinger 2002 das „Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten“ verliehen.

Josef Ruf wurde am 25. März 1930 in Flossing geboren und besuchte dort die Volksschule. Im Jahr 1944 begann er eine Lehre als Landmaschinenmechaniker bei Georg Wimmer, dem „Schmied z`Flossing“.

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Er arbeitete dort bis zum Jahr 1952. Die weiteren Stationen seines Arbeitslebens waren Aschau und München, ehe er 1958 nach Waldkraiburg zur Firma Netzsch wechselte. Hier legte er die Meisterprüfung ab und war bis zu seinem Ruhestand als Schlossermeister tätig.

So viel gegeben – so wenig für sich genommen

Sein privates Glück fand der „Sepp“, als er seine Hilde heiratete, mit der er zwei Söhne und eine Tochter hat. Sie alle trauern nun, gemeinsam mit den Enkeln, Urenkeln und dem ganzen Dorf um einen Menschen, der so viel für sie und andere gegeben hat, ohne für sich selbst viel davon zu nehmen.

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