Fünf Millionen für den Hochschul-Campus Mühldorf – Freistaat macht endlich konkrete Zusage

Lernen in Mühldorf: Damit Städte und Landkreis nicht noch stärker belastet werden, will sich der Freistaat jetzt an den Kosten für die Hochschule in Mühldorf beteiligen. hon
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Lernen in Mühldorf: Damit Städte und Landkreis nicht noch stärker belastet werden, will sich der Freistaat jetzt an den Kosten für die Hochschule in Mühldorf beteiligen. hon
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Seit Jahren kämpfen Kommunalpolitiker darum, dass sich der Freistaat Bayern an den Kosten für die Regionalisierung seines Hochschulangebots beteiligt. Bislang wälzte er die Kosten dafür auf die Kommunen ab. Für den Zweckverband Mühldorf-Waldkraiburg gibt es jetzt eine finanzielle Förderung. Politiker fordern noch mehr.

Mühldorf – Der Freistaat Bayern wird sich voraussichtlich mit fünf Millionen Euro an den künftigen Kosten für den Hochschul-Campus Mühldorf beteiligen. Das teilte das Wissenschaftsministerium jetzt auf Anfrage mit und schaffte damit tatsächlich Klarheit. Bereits länger gibt es Informationen, dass sich der Freistaat entgegen erster Aussagen jetzt doch beteiligt.

Fünf Millionen in fünf Jahren für den Campus Mühldorf

„Das Bildungsangebot am Campus Mühldorf der Technischen Hochschule Rosenheim steht für die erfolgreiche Regionalisierungsstrategie im Freistaat. Der Zuspruch, den der Campus erfährt, verdeutlicht die hohe Attraktivität des Studienstandortes und -angebots für junge Menschen“, betonte Wissenschaftsminister Bernd Sibler dabei.

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Deshalb sei eine räumliche Erweiterung notwendig, die der Freistaat ab 2021 bis 2029 mit rund fünf Millionen Euro bezuschusse. „Mit dieser Beteiligung unterstützt der Staat die Kommunen vor Ort bei der Finanzierung der Räumlichkeiten.“ Darüber hinaus komme der Freistaat für das Personal oder auch die technische Ausstattung aus.

Politiker fordern weitere Kostenübernahme

Damit geht der Freistaat auf eine Forderung ein, die Politiker aus der Region seit Monaten stellen. Ursprünglich sah es so aus, als liege die Finanzierung von Gebäuden und Unterhalt allein in den Händen der Stadt Mühldorf. In einem ersten Schritt hatte sich der Landkreis zu einer Beteiligung an einem gemeinsamen Zweckverband mit den Städten Mühldorf und Waldkraiburg bereit erklärt; in Waldkraiburg soll ein Forschungszentrum entstehen.

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"Dass sich der Freistaat gleichzeitig aus der Finanzierung verabschieden wollte, ist grotesk, denn die Finanzierung von Hochschulen ist seine Aufgabe, egal wo sie sind." Lesen Sie hier den ganzen Kommentar unseres Leitenden Redakteurs Markus Honervogt zum Hochschulcampus Mühldorf.

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Jetzt steigt auch der Freisstaat ein. Nach Angaben von Bürgermeisterin Marianne Zollner geht das Geld an den Zweckverband. Sie hatte sich zusammen mit Landrat Georg Huber und Abgeordnetem Dr. Marcel Huber massiv für die Beteiligung des Landkreises eingesetzt. Bei der Weihnachtsfeier des Stadtrats betonte Zollner, dass sie hoffe, dass sich der Freistaat auch über die fünf Millionen Euro hinaus beteiligen werde „und irgendwann alle Kosten übernimmt“.

Derzeit ist der Campus Mühldorf der Hochschule Rosenheim in einem Gebäude im Industriepark untergebracht, eine Erweiterung an diesem Ort ist notwendig. Langfristig soll der Campus in ein neues Gebäude in Mühldorf Nord ziehen. „Wir sind dabei, die Zahl der Studenten auf 700 oder 800 zu erhöhen“, betont Marcel Huber. Deshalb müsse die Struktur gefördert werden. „Das Vorhaben darf nicht auf halbem Weg versanden.“

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