Führungswechsel beim Netzwerk „Mühldorf ist bunt“

Der erweiterte Vorstand: Dr. Wolfgang Theissig, Dr. Walter Fischer, Richard Fischer, René Keil, Andrea und Hartmuth Lang, Hüseyin Cabuk, Horst Lang (von links, stehend) und Karl Ebenbichler, Kristin Hüwel, Heidi Kückelhaus, Peter Schmid-Rannetsperger (vorne).
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Der erweiterte Vorstand: Dr. Wolfgang Theissig, Dr. Walter Fischer, Richard Fischer, René Keil, Andrea und Hartmuth Lang, Hüseyin Cabuk, Horst Lang (von links, stehend) und Karl Ebenbichler, Kristin Hüwel, Heidi Kückelhaus, Peter Schmid-Rannetsperger (vorne).

Mühldorf. –Mitglieder und Gäste des landkreisweiten Netzwerks „Mühldorf ist bunt“ trafen sich – unter Auflagen – zur Jahresversammlung in der Schenkerhalle in Waldkraiburg.

Sie beschlossen unter anderem einen Wechsel an der Spitze und wählten Hartmuth Lang zum neuen Vorsitzenden.

Kristin Hüwel, die langjährige Vorsitzende, berichtete über die Vereinsaktivitäten, wie das Fastenbrechen mit Muslimen in der Bunkerkirche in Waldkraiburg, bei dem ein guter Austausch zwischen Angehörigen verschiedener Religionsgemeinschaften zustande kam. Ebenfalls erfolgreich sei ein Aktionstag auf dem Mühldorfer Stadtplatz im September mit Musikgruppen sowie Spiel- und Informationsangeboten verschiedener Gruppierungen verlaufen. Im Oktober beteiligte sich das Netzwerk an einer gut besuchten Kundgebung gegen den Auftritt des Rechtsextremisten und Islamgegners Michael Stürzenberger auf dem Mühldorfer Stadtplatz.

Die Vorsitzende erläuterte eine Plakataktion, mit der Hartmuth Lang auf Märkten im Landkreis zum Nachdenken über das Thema Einwanderung und Integration anregt, und die fortgesetzt werden soll. Schließlich kam auch die Anschlagsserie gegen türkischstämmige Geschäfte zur Sprache, die vor wenigen Wochen in Waldkraiburg und der Region Angst und Schrecken verbreitete. Hier hatte sich das Netzwerk an die Seite der Betroffenen gestellt und am 2. Mai eine Kundgebung und Mahnwache am Sartrouville-Platz organisiert, die trotz der Corona-Beschränkungen sehr gut besucht war.

Horst Lang legte den Kassenbericht vor. Durch die Kosten des Aktionstages waren die Ausgaben höher als die Einnahmen. Dennoch bleibt eine Reserve in der Kasse für zukünftige Vorhaben.

Bereits im Vorfeld hatte Hüwel angekündigt, dass sie nicht erneut als Vorsitzende kandidieren werde, da sie aus beruflichen Gründen aus dem Landkreis fortgezogen ist. Sie bedankte sich bei Mitgliedern und Kooperationspartnern für die engagierte Unterstützung. Sie werde dem Verein auch zukünftig eng verbunden bleiben. Hartmuth Lang und Richard Fischer dankten im Namen aller für Hüwels verantwortungsvolle Arbeit.

René Keil neuerStellvertreter

Bei den Neuwahlen wurde Hartmuth Lang zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreter wurde Richard Fischer bestätigt und René Keil neu gewählt. Horst Lang als Kassier und Heidi Kückelhaus als Schriftführerin wurden in ihren Ämtern bestätigt. Beisitzer sind Hüseyin Cabuk, Charly Ebenbichler, Andrea Lang, Peter Schmid-Rannetsperger und Wolfgang Theissig.

Der neue Vorsitzende bedankte sich bei den Anwesenden für das Vertrauen. Für die Zukunft habe er sich besonders den Ausbau persönlicher Kontakte vorgenommen, um neue Mitglieder zu gewinnen und die Verankerung des Netzwerkes in der Region, auch über Waldkraiburg und Mühldorf hinaus, zu verbessern. Dazu schlug er vor, verschiedene Vereine zu besuchen und dort die Arbeit des Netzwerkes vorzustellen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Auch die Gewinnung von Sponsoren hielt er für wichtig, um zukünftig größere Aktionen stemmen zu können.

Als nächste Veranstaltung steht am 18. Oktober in Waldkraiburg ein Aktionstag am Rathaus an, gleichzeitig mit dem Autosonntag. Es soll wieder ein attraktives Programm mit Musik und anderen Angeboten geben. Auch andere Vereine und Gruppen sind zum Mitmachen eingeladen.

In der Aussprache lobte ein Teilnehmer das Netzwerk als „Leuchtturm für Menschlichkeit“ innerhalb einer von latentem Rassismus und zunehmender Polarisierung geprägten Gesellschaft. Gerade angesichts der Zunahme von Hass und Hetze sei es wichtig, nicht in Routine zu verharren, sondern aktiv auf neue Menschen zuzugehen und sie für Vielfalt als positives Leitbild zu begeistern.

Auf Schulen undJugendliche zugehen

Er schlug vor, in Zukunft mit Schulen und jungen Leuten zu arbeiten, da sie in ihrer Meinung noch nicht so festgelegt seien. Die Mitglieder unterstützten diese Anregung und wollen geeignete Schritte beim nächsten Treffen besprechen.

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