Frühjahrssonderschau in Ampfing: Sebastian Dickow kritisiert Düngeverordnung

Über Neuheiten im Landwirtschaftssektor informierten sich von Samstag bis Montag viele Interessierte bei der Frühjahrssonderschau in Ampfing. Jaensch

Ein ganzes Wochenende lang drehte sich in Ampfing vieles rund um das Thema Landwirtschaft. Die Firma Landtechnik Gruber veranstaltete wieder ihre Frühjahrssonderschau. Am ersten Ausstellungstag referierte Sebastian Dickow, Bundessprecher der Aktion „Land schafft Verbindung“.

Ampfing – Geschäftsführer Siegfried Höpfinger begrüßte die zahlreiche Interessierten zur Frühjahrssonderschau bei Gruber Landtechnik in Ampfing. Ein ganzes Wochenende konnten sich Interessierte auf dem Gelände zwischen Schule und Bahnhof über die neuesten Entwicklungen in puncto Landmaschinen informieren. Hatte im letzten Jahr die bayerische Landwirtschaftministerin Michaela Kaniber in Ampfing gesprochen, füllte dieses Mal Sebastian Dickow am ersten Tag die Halle. Er sprach zum Thema „Warum der Bauernprotest dringend notwendig wurde und, wenn begründet, auch aufrecht erhalten wird!“

Sebastian Dickow ist selbst Bauer, er lebt und liebt diesen Beruf und ist Bundessprecher der Aktion „Land schafft Verbindung“, einer Bewegung, die festgestellt hat, dass in der bayerischen Landwirtschaft etwas falsch läuft und man etwas dagegen tun müsse.

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Als Erstes ging Dickow auf die Düngeverordnung ein, wonach die Bauern 20 Prozent weniger Dünger ausbringen dürfen. Diese funktioniere vielleicht im Gäuboden, nicht aber im Allgäu. Sie bringe, so Dickow, massive Einschränkungen für die Bauern, wenn Wiesen und Felder nicht gedüngt werden, laugen sie aus, die Erträge werden weniger und damit gehe das Einkommen der Landwirte zurück.

Bei Problemen mit führenden Politikern ergibt sich für Sebastian Dickow das Problem der Zuständigkeit. Landespolitiker schieben manche Probleme den Bundespolitikern zu und umgekehrt. Der Redner vertrat die Meinung, dass Protestaktionen nicht mit den Traktoren durchgeführt werden sollten. Das funktioniere beim ersten Mal, nutze sich dann aber ab. Besser seien Gespräche, bei denen man sich gegenüber sitzt und in die Augen schaue. Eventuell seien auch Sitzblockaden ein probates Mittel. Die Verbraucher müssten noch besser aufgeklärt werden.

Gülleimporte stoppen

Im Nachgang des Vortrags konnten Fragen gestellt werden. Ein Besucher verlieh der Sorge Ausdruck, dass die nach Brüssel gelieferten deutschen Wasserproben (diese führten letzten Endes zur Düngeverordnung) gezielt schlecht gewesen seien. Laut Dickow werden diese Proben in Deutschland nur von einem einzigen Institut untersucht. Er bezweifle die daraus resultierenden Gutachten ebenfalls. Da die Nitratwerte in Deutschland zu hoch sind, forderte ein Bauer, die Gülleimporte aus den Niederlanden sofort zu stoppen. Das hielt auch der Redner für sinnvoll.

Auf die Frage, wie seine Organisation zum Bauernverband stehe, entgegnete Dickow, dass sich die Landwirte nicht auseinanderdividieren dürften: „Wir brauchen den Bayerischen Bauernverband, wir brauchen konventionelle und biologische Landwirtschaft, wir müssen an einem Strang ziehen.“

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Betriebe müssen kalkulieren können

Einig waren sich alle Anwesenden, dass das Image der Bauern besser vermarktet werden müsse. Für die Landwirtschaft müsse besser geworben werden. Sigi Höpfinger schloss mit einer Aussage: „Acht Milliarden Menschen leben auf der Erde, die alle etwas zu essen brauchen. Darum brauchen wir die Bauern“.

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