Frischer Wind trifft auf Erfahrung im Pollinger Gemeinderat

Gemeinderatsneuling Barbara Kronberger (rechts) informiert sich schon mal bei ihrem Vater, Bürgermeister Lorenz Kronberger, wie ein Haushaltsplan aufgebaut ist. Wagner
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Gemeinderatsneuling Barbara Kronberger (rechts) informiert sich schon mal bei ihrem Vater, Bürgermeister Lorenz Kronberger, wie ein Haushaltsplan aufgebaut ist. Wagner

Wenn im Mai die neue Legislaturperiode des Gemeinderates beginnt, wird dort ein Vater-Tochter-Gespann aktiv sein. Vater Lorenz Kronberger (UWG) hat das Bürgermeisteramt verteidigt und seine Tochter Barbara Kronberger auf der Liste der UWG zum ersten Mal den Einzug in das Kommunalparlament geschafft.

Polling –  Wenn im Mai die neue Legislaturperiode des Gemeinderates beginnt, werden im Gemeinderat ein Vater-Tochter-Gespann aktiv sein. Vater Lorenz Kronberger (UWG) hat das Bürgermeisteramt verteidigt und wird auch in den kommenden sechs Jahren die Geschicke der Gemeinde lenken. Seine Tochter Barbara Kronberger hat auf der Liste der UWG zum ersten Mal den Einzug in das Kommunalparlament geschafft. Die Heimatzeitung hat die beiden zu dieser Konstellation befragt.

Erst einmal Glückwunsch zum Einzug in den Pollinger Gemeinderat. Von Rang sieben auf der UWG-Liste auf Rang zwei bei den Stimmen und durch den Wahlsieg Ihres Vaters in den Gemeinderat aufgerückt. Wie fühlt sich das an?

Barbara Kronberger: „Dankeschön für die Glückwünsche. Es ist schon ein sehr gutes Gefühl. Damit habe ich nicht gerechnet und ich war auch dementsprechend überrascht. Da waren sich wahrscheinlich viele andere Kandidatinnen und Kandidaten sicherer, in den Gemeinderat zu kommen.“

Wie bist Du eigentlich auf die Idee gekommen, zu kandidieren, und wie bereitest Du dich nun auf deine Tätigkeit im Gemeinderat vor?

Barbara Kronberger: „Durch meinen Vater ist mir die Kommunalpolitik sozusagen in die Wiege gelegt worden. Aber auch bei uns in der Fußballdamenmannschaft wird natürlich auch über Wünschenswertes in der Gemeinde diskutiert. Bisher habe ich mich nicht so tief mit allen Entscheidungen befasst, die im Gemeinderat getroffen wurden. Jetzt frage ich immer mehr nach den Umständen und Gründen, warum manches in der Gemeinde so ist, wie es eben ist und nicht anders. Mein Vater hat mir schon mal den Finanzhaushalt und die Geschäftsordnung zum Durchlesen in die Hand gedrückt. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Manches ist mir im Ansatz schon vertraut, bei vielen Dingen bin ich noch recht unerfahren. Wir sind ja einige Neulinge im Gemeinderat. Letztlich möchte ich, wie meine Kolleginnen und Kollegen, langsam in dieses Gremium hineinwachsen. Mein Vorteil ist nur, dass ich bei Fragen meinem Vater sofort das buchstäbliche „Loch in den Bauch“ fragen kann.“

Erst der Sieg in der Stichwahl und nun gemeinsam mit der Tochter im Gremium – ein Erfolg auf der ganzen Linie. War das so zu erwarten?

Lorenz Kronberger: „Das war natürlich so nicht zu erwarten. Bei einer Wahl kann man nichts erwarten, hier ist man auf die Entscheidung und die Stimmen der Wählerinnen und Wähler angewiesen. Umso mehr freut es mich, dass es so gekommen ist.“

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Wie intensiv wird zu Hause Kommunalpolitik diskutiert, beziehungsweise ist sie zu Hause ein Thema?

Lorenz Kronberger: „Selbstverständlich wird zu Hause mit den drei Kindern intensiv über die Kommunalpolitik diskutiert. Vor allem die vergangenen Monate war das aber für meine Familie auch keine leichte Zeit. Letztendlich beeinflussen aber alle Gespräche und Beiträge am Küchentisch auch meine Sichtweise in der Kommunalpolitik. Manchmal wagen wir es sogar, zu Hause über die große Politik zu diskutieren.“

Ab Mai tagt der neue Gemeinderat. Dabei wird es wahrscheinlich auch zu verschiedenen Ansichten kommen, nicht immer werden Vater und Tochter gleicher Meinung sein. Wie geht man damit um?

Barbara Kronberger: „Als 20-Jährige sehe ich manche Dinge anders als die „Eltern“-Generation. Ich finde es gut und wichtig, dass man seine Meinung vertreten und auch darüber diskutieren kann, so ganz nach dem Motto: „Es muaß hoid ausgred’t werd’n“. Grundsätzlich kommen mein Vater und ich sehr gut miteinander klar und auch deshalb freue ich mich auf die Arbeit im Gemeinderat.“

Lorenz Kronberger: „Dass meine Tochter und ich nicht immer der gleichen Meinung sind, ist bei verschiedenen Anlässen schon vorgekommen. Wie zu Hause versuche ich, auch im Gemeinderat mit viel Überzeugungsarbeit und Argumenten meine Sichtweise zu vertreten. Mit manchmal mehr oder weniger gutem Erfolg. Ich versuche, stets offen zu sein, für „junge Ideen“ und den frischen Wind von jungen Frauen.“

Die Fragen stellte Robert Wagner

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