Fotovoltaik-Flächen stellen Gemeinderat vor Probleme

Rattenkirchen – Um den Bebauungsplan „Sonnenenergie Ziegelsham“ aufzustellen, muss der Flächennutzungsplan in diesem Gebiet geändert werden.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte das Büro Jocham und Kellhuber die notwendigen Planentwürfe vor. Die Vertreterin des Planungsbüros wies darauf hin, dass der Standort von zwei sich hier widersprechenden Gesetzen berührt werde. Zum einen soll laut EEG für Freiflächenfotovoltaikanlagen ein Standort zum Beispiel an der Bahn oder Autobahn in einem 110-Meter- Korridor gewählt werden, was beim geplanten Grundstück gegeben wäre.

Allerdings handelt es sich um ein Überschwemmungsgebiet, in dem laut Wasserhaushaltsgesetz keine Siedlungsflächen geplant werden dürfen, außer es findet sich sonst kein geeigneter Standort im Gemeindegebiet. Dies ist durch zahlreiche andernorts zu berücksichtigende Einschränkungen etwa durch FFH-Gebiete, falsche Hangneigung und dergleichen gegeben, daher stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Flächennutzungsplan wie geplant erstellt werden kann. Positiv hervorgehoben wurde, dass der hier vorhandene Moorboden unter den PV-Modulen sogar mehr „Ruhe“ haben wird als zuvor.

Wichtig war Bürgermeister Rainer Greilmeier (CSU/FWG), dass entlang der Staatsstraße ein fünf Meter breiter Streifen für einen Radweg freigehalten wird. Der Entwurf sieht zudem eine Eingrünung vor. Offen ist bisher, ob man bei einem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke noch etwas verändern muss. Die Oberkante der Anlage und damit der aufzustellenden Solarmodule darf höchstens vier Meter betragen, eine Zufahrt wird von Osten her geplant. Die Trafostation soll für den Fall einer Überschwemmung von nördlicher Seite her so weit südlich wie möglich geplant werden. Laut des Rates sollte schriftlich festgehalten werden, dass nach Ende der Betriebsdauer die Anlage wieder abgebaut wird. Obwohl hier keine Fläche versiegelt wird, muss eine Ausgleichsfläche von insgesamt 1669 Quadratmetern bereitgestellt werden.

Der Gemeinderat billigte den Entwurf einstimmig. Als nächste Verfahrensschritte folgen die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die frühzeitige Behördenbeteiligung.

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