Fortschritte bei Grundstücksfragen

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Mühldorf. – Viele Jahrzehnte haben die Relikte des Außenlagers des KZ Dachau im Mühldorfer Hart wie eine unversorgte Wunde mitten im Wald gelegen.

Die Schaffung einer Dauerausstellung im Haberkasten, die Errichtung von würdigen Gedenkorten am Massengrab und im Waldlager, die wir vor genau zwei Jahren eröffnen durften, und regelmäßige Gedenkveranstaltungen helfen seit einigen Jahren, die Erinnerung an die Ereignisse wach zu halten und die Geschichte aufzuarbeiten. Was fehlt, ist ein Gedenkort am zentralen Ort der Geschehnisse – an der Baustelle für den Rüstungsbunker, an der Tausende Unschuldiger grausam zu Tode gekommen sind.

Warum aber ist gerade dieses Relikt, das mit dem bis heute so eindrucksvoll sichtbaren Betonbogen für den Wahnsinn des Nazi-Regimes steht wie kein zweites, noch immer in einem Zustand wie vor 70 Jahren? Die Antwort liegt in den Schwierigkeiten, es geht um die Finanzierung, Grundstückseigentum, Verkehrssicherungspflicht, Unterhalt und die Räumung des Geländes von Kampfmitteln.

Hierzu gibt es erfreuliche Nachrichten: Die Finanzierung ist gesichert, ein Verfahren zum Grundstückstausch zwischen Freistaat und Eigentümern auf dem Weg, die Verhandlungen zur Übernahme der Verkehrssicherungspflicht mit dem Bund weit fortgeschritten. Die Kampfmittelräumung läuft.

Auch wenn es für viele Waldgrundstückseigentümer mit Einschränkungen verbunden ist, die Maßnahme läuft erfolgreich, wie alleine aus den Zahlen zu entnehmen ist. Bisher wurden mehr als fünf Tonnen Kampfmittel, fast vier Tonnen Munitionsteile und fast 40 Tonnen Schrott geborgen. Die Kampfmittelräumung wird, nach heutigem Stand, bis Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

Danach soll, wenn das Grundstücksverfahren auch zum Abschluss gekommen ist, endlich die Errichtung des Gedenkortes nach Plänen des Architekturbüros Latz + Partner erfolgen.

Erst dann können wir sagen, dass wir die Pflicht ernst nehmen, an die uns Max Mannheimer immer wieder erinnert hat: „Auch wenn unsere Generation keine Schuld an den Geschehnissen trägt, wir haben die Verantwortung dafür, dass so etwas bei uns nie wieder passiert!“.

Der Autor ist CSU-Landtagsabgeordneter und war elf Jahre lang Kabinettsmitglied.

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