Fingerspitzengefühl gefragt: Beim Darten muss man den Bogen raus haben!

Es ist angerichtet:26 Dartautomaten stehen im Saal des Kreuzerwirtes. Der Veranstalter des Dartturnieres, Robert Eicher rechnet mit knapp 100 Teilnehmern. Enzinger

In Mettenheim gibt es am Samstag ein Benefiz-Turnier beim Kreuzerwirt, der komplette Erlös geht an die Krebshilfe Balu. Veranstalter Robert Eicher über die steigende Beliebtheit des Dartspielens, die richtige Technik und welches persönliche Schicksal er mit dem Turnier verbindet.

Mettenheim – Ruhig hinstellen, Wurfschulter Richtung Scheibe, Oberarm im rechten Winkel. Das Ziel wird anvisiert, indem die Spitze des Darts vor dem Auge auf das gewünschte Feld gehalten wird. „Und dann bewegt sich eigentlich nur der Unterarm. Es dauert zwar, bis man den Bogen raus hat, aber Übung macht den Meister!“, sagt einer, der es wissen muss. Denn wenn sich jemand mit Darts auskennt, dann ist das wohl Robert Eicher. Seit einem Vierteljahrhundert vertreibt der Altöttinger elektronische Dartautomaten, er hat vor Jahren einen Ligenbetrieb auf die Beine gestellt und engagiert sich außerdem für die Kinderkrebshilfe „Balu“. Dieser Organisation kommt auch das Geld zugute, dass beim Benefiz-Dartturnier am heutigen Samstag zusammen kommt. Beim Kreuzerwirt in Mettenheim fliegen dann die Pfeile – und treffen hoffentlich ins Schwarze.

2019 war der Erlös sogar fünfstellig

Dass der Unternehmer mit seinem mittlerweile fast schon traditionellen Dartturnier auf jeden Fall ins Schwarze getroffen hat, belegen die nackten Zahlen. 2500 Euro sind beim ersten Turnier vor 2016 für die Kinderkrebshilfe zusammen gekommen, ein Jahr später waren es bereits doppelt so viel, In Jahr drei 6500 Euro und im vergangenen Jahr fiel die 10 000-Euro-Schallmauer. „Zwischen 80 und 120 Besucher“, schätzt Eicher die durchschnittliche Besucherzahl des Benefizturnieres, „es wird immer besser“. Sie kämpfen dann an 26 elektronischen Dartautomaten, um möglichst ergiebige Treffer und einen der vielen Sachpreise und Pokale abzuräumen. Das komplette Startgeld wird auf das Konto der Krebshilfe überwiesen.

Persönliches Schicksal gab Auschlag für das Turnier

Es war ein persönliches Schicksal, das Eicher dazu bewog dieses Benefiz-Dartturnier aus der Taufe zu heben. „Meine Frau war vor fünf Jahren an Brustkrebs erkrankt, ist mittlerweile geheilt.“ Auch die Krebserkrankung einer Ligaspielerin habe ihn dazu ermutigt für die Krebshilfe zu sammeln – so war das Turnier in Mettenheim geboren.

Wer glaubt, dass nur Profis ran dürfen, der täuscht sich: „Quer durch alle Altersstufen, Amateure und Ligaspieler – alle dürfen antreten“, so Eicher. Gezählt wird von 301 beziehungsweise 501 rückwärts. Auch High Scores können erzielt werden, sieben Runde wären hier zu spielen im Wettkampf um die Dreifache 20 – die Maximalpunktzahl pro Wurf.

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Nicht nur an den guten Besuchen des Benefizturnieres sieht Eicher Jahr für Jahr, wie hoch die Sportart wieder im Kurs steht. Der Hype war zuletzt bei der Weltmeisterschaft im Januar dieses Jahres in London zu spüren, als der Paradiesvogel Peter Wright seinem violetten Irokesen-Kopfdie WM-Krone aufsetzte und für seinen Sieg über Seriensieger Michael van Gerwen vor 3000 Zuschauern eine halbe Million Pfund Preisgeld abräumte. „Seit der letzten Saison haben wir zehn Mannschaften mehr im Spielbetrieb, insgesamt 93 Mannschaften“, erzählt Eicher, der vor 27 Jahren die Eicher-Dart-Liga gegründet hat, „mit damals nur acht Mannschaft“. Ein Jahr später seien es in der Mühldorfer E-Dart-Liga bereits 25 Teams gewesen, die mit ihren Pfeilen auf Punktejagd gingen. 800 bis 900 Spieler treffen sich heute noch regelmäßig, um sich die Preisgelder zu sichern, die nach einer Saison ausgezahlt werden. „Es sind ganz viele ältere Dartspieler, die dem Sport seit damals die Treue gehalten haben. Ganz viele Junge sind jetzt dazugekommen“, freut sich Eicher über die Akzeptanz in der Gesellschaft.

Versteigerung eines Dartgeräts von 1985

Kein Preisgeld, sondern Spendengeld ist es am Samstag, dass nun den Besitzer wechseln soll. Für die fünfte Auflage des Benefizturnieres, hat Eicher ein besonderes Schmankerl vorbereitet. Er hat ein Dartgerät aus dem Jahr 1985 instandgesetzt, dieses soll im Rahmen einer amerikanische Versteigerung am Samstag an den Mann gebracht werden. Auch dieser Erlös geht an Balu.

Der Zeitplan: Warm Up Einzel (301) ab 11 Uhr, Amateur Einzel (301) und Jugend Einzel U 18 (301) beides ab 12 Uhr, Offenes Einzel (501) ab 13 Uhr, Damen Einzel (501) und C-Liga-Einzel (501), beides ab 14 Uhr, offenes Doppel (501) ab 18 Uhr und die High-Score-Wettbewerb findet ganztags statt.

Das kleine Einmalseins des Dartsport

Welche Spielformen gibt es?

Man unterscheidet zwischen Steeldart mit Metallspitzen und E- sowie Softdarts mit Plastikspitzen. Beim Steeldarts zählen die Punkte nur dann, wenn der Pfeil auch im Board stecken bleibt. Beim E-Darts oder Softdarts zählen auch jene Punkte, die von Pfeilen erzielt werden, die gar nicht im Board stecken bleiben.

Worin liegen die Unterschiede?

Die Höhe des Bulls-Eyes beträgt beim Soft- sowie beim Steeldart exakt 1,73 Meter. Somit ist mittlerweile auch die diagonale mit 2,93 Metern gleich der beim Steeldarts. Die Abwurflinie, auch Oche genannt, befindet sich in einer Entfernung von 2,37 Meter zur Scheibe. Unterschiede gibt es bei der Größe und beim Gewicht der Pfeile. Steeldarts dürfen maximal 30,5 Zentimeter lang sein, Softdarts maximal 16,8 Zentimeter. Softdarts dürfen nicht schwerer als 21 Gramm sein, Steeldarts nicht mehr als 50 Gramm wiegen.

Wie spielt man Darts?

Jeder Spieler hat drei Pfeile, die er unmittelbar hintereinander auf die Scheibe wirft. Je nach Turniermodus wird dabei von 501 oder 301 rückwärts gezählt. Die Punkte der vom Spieler getroffenen Felder werden subtrahiert, dann ist der nächste Spieler an der Reihe und wirft ebenfalls seine drei Pfeile.

Wie hält der Spieler den Dartpfeil?

Die meisten Spieler halten den Dartpfeil wie einen Stift, wobei die meisten Spieler den Pfeil zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger fixieren um den Dart durch leichte Korrekturen der Wurfrichtung kurz vor dem Verlassen der Hand zu steuern. Ein guter Stand ist die Voraussetzung für einen guten Wurf. Beide Beine müssen den Boden berühren.

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