Fiese Masche am Telefon bringt Mühldorfer Landkreisbürger um einen fünfstelligen Betrag

Die Polizei warnt eindringlich vor Trickbetrügern am Telefon, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsache Zugang zu Online-Konten verschaffen können und diese leeren. Einem Bürger aus dem Landkreis Mühldorf entstand dadurch ein Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich. dpa/picture alliance
+
Die Polizei warnt eindringlich vor Trickbetrügern am Telefon, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsache Zugang zu Online-Konten verschaffen können und diese leeren. Einem Bürger aus dem Landkreis Mühldorf entstand dadurch ein Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich. dpa/picture alliance
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
    schließen

Kripo und Cybercops warnen vor Online-Betrügern: Im Zweifel immer Rücksprache mit der Bank halten oder den Notruf absetzen. Wie man sich sonst noch schützen kann.

Mühldorf – Mit einer fiesen Masche haben Betrüger einen Bankkunden aus dem Landkreis Mühldorf dazu gebracht, die Zugangsdaten für sein Online-Banking preiszugeben und daraufhin Abbuchungen im hohen fünfstelligen Bereich von dessen Konto durchzuführen. Cybercops der Kriminalpolizei Traunstein übernahmen die Ermittlungen und warnen eindringlich vor der Masche.

+++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Mitte April erhielt ein in Landkreis Mühldorf wohnhafter Geschädigter einen Anruf eines angeblichen Bankmitarbeiters. Auf dem Display sei der Name seiner heimischen Bank mit der offiziellen Telefonnummer sichtbar gewesen, teilt die Polizei dazu mit. Unter geschickter Vorspiegelung falscher Tatsachen – angeblich hätte eine niederländische Lottogesellschaft versucht, vom Konto des Geschädigten einen dreistelligen Betrag abzubuchen – erschlich sich der unbekannte Täter das Vertrauen des Geschädigten. In der Folgezeit kam es zu mehreren Anrufen durch den Täter. Der Geschädigte erhielt sogar per Post ein Mahnschreiben einer niederländischen Lottogesellschaft, zur Bezahlung des Betrages.

Zugangsdaten für Online-Banking erschlichen

Bei einem letzten Anruf sei es dann dem Täter gelungen, unter dem Vorwand letzte Änderungen in den Kontoeinstellungen vorzunehmen, dem Geschädigten die Zugangsdaten für sein Online-Banking zu entlocken.

Die Folge: Innerhalb kürzester Zeit wurden vom Konto des Geschädigten mehrere unbefugte Abbuchungen durchgeführt. Die Summe der Überweisungen belief sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Betrugsmasche sehr gut gemacht

Aus Scham und auch aufgrund der Gefahr, dass der Geschädigte identifiziert werden könnte, verzichtet die Polizei auf die Angabe des Wohnortes des Geschädigten. Dies spiele auch keine Rolle, da die Betrüger telefonisch agieren und es somit jeden treffen könne, wie Alexander Huber, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberbayern Süd, auf Nachfrage erklärt. Auch beim Alter des Geschädigten hält sich die Polizei bedeckt, erklärt aber, dass die Betrugsmasche Menschen jeden Alters treffen könne. Zwar seien Senioren, die im Umgang mit sensiblen Daten unsicher agieren, tendenziell mehr betroffen. „Aber die Masche mit dem Telefon ist so gut gemacht, dass auch Menschen, die tagtäglich mit digitalen Medien umgehen, in den Social Media aktiv sind und die Materie eigentlich kennen sollten, darauf hereinfallen können“, warnt er vor der leichtsinnigen Herausgabe von persönlichen Daten.

Weitere Informationen über Trickbetrug gibt es bei der polizeilichen Kriminalprävention

Um zu verhindern, Opfer eines solchen Betrugs werden, weist die Polizei eindringlich auf einige Punkte hin, die es zu beachten gilt:

• Bankmitarbeiter oder staatliche Stellen werden Sie niemals telefonisch zur Herausgabe von PIN-, TAN- oder sonstigen CODE-Nummern auffordern!

• Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse!

• Setzen Sie bitte Familienangehörige und Nachbarn über diese neue Masche in Kenntnis!

• Rufen Sie bei verdächtigen Anrufen in Zusammenhang mit Ihrer Bank bei Ihrem Berater oder in der Filiale an und erkundigen Sie sich!

• Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110 an! „Lieber einmal zu oft den Notruf genutzt, als Opfer der Betrüger zu werden“, empfiehlt die Polizei.

Kommentare