Ein Jahr A94-Eröffnung

Fiel bei Erwin Schneider das böse A-Wort? Über einen Politiker, der die Beherrschung verliert

  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Dass er Demonstranten bei der Eröffnung beschimpft hat, ist fraglos. Ob Altöttings Landrat sie aber als „Arschlöcher“ tituliert hat, ist lange strittig. Am Ende zahlt er eine vierstellige Geldbuße.

Mühldorf – „Schamt‘s Eich!“, skandierte er gegen eine Handvoll junger Leute, die sich mit Transparenten während einer Rede von Verkehrsminister Andreas Scheuer vor dem Podium platziert hatten. Und dann, so die jungen Leute und einige Zeugen, soll er noch deutlicher geworden sein. „Kein Grund zum Feiern“ hatten die jungen Aktivisten gerufen, Festredner Scheuer versuchte, die Zwischenrufe zu ignorieren und wurde selbst lauter.

Auch Scheuer vermag nicht, den Landrat zu stoppen

Mit zunehmender Dauer versuchte er, den Altöttinger Landrat zu besänftigen. „Erwin, Erwin, Erwin“, bat er lautstark um Zurückhaltung, was das Auditorium schmunzelnd zur Kenntnis nahm – denn Schneider, immer noch in Rage, ließ sich nicht davon abbringen, den Demonstranten die Meinung zu geigen. Die Demonstranten zeigten den 59-Jährigen an.

Altöttings Landrat Erwin Schneider diskutiert mit Demonstranten.

+++ Lesen Sie dazu auch den Kommentar und die Ein-Jahres-Bilanz: Die A94 ist definitiv sicherer – doch ohne Unfälle geht es auch hier nicht +++

Schließlich nimmt der Landrat die Geldauflage an

Altöttings Landrat fragte später, „wie man derart kaltschnäuzig und mit dem Touch eines Gaudiums gegen mehr Verkehrssicherheit protestieren kann“.

Weil der Vorwurf nicht allzu gravierend gewesen sei, habe man Schneider eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage angeboten, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft in Landshut. Der Altöttinger Landrat nahm dieses Angebot an.

Damit war die Sache für alle Beteiligten beigelegt.

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