Fernwärme für Polling kommt näher

Die bestehende Heizung im Sägewerk würde um eine weitere Anlage erweitert, sodass gemeinsam mit dem Holzvergaser von Franz Kirchisner drei Heizungen die Versorgung sicherstellen würden. Wagner

Die Thematik einer Fern- beziehungsweise Nahwärmeversorgung beschäftigt den Pollinger Gemeinderat seit geraumer Zeit. Verschiedene Varianten wurden bereits diskutiert – stets mit dem Ergebnis, dass es sich für die öffentlichen Gebäude nicht rechnet. Privathaushalte müssten hier mit ins Boot steigen...

Polling – Die Thematik einer Fern- beziehungsweise Nahwärmeversorgung beschäftigt den Pollinger Gemeinderat schon seit geraumer Zeit. Verschiedene Varianten wurden dazu bereits diskutiert – stets mit dem Ergebnis, dass es sich allein für dieöffentlichen Gebäudenicht rechnet. Privathaushalte müssten hier mit ins Boot steigen und anschließen, um die abgenommene Wärmemenge auf ein wirtschaftliches Maß zu steigern.

Das Interesse war groß, als Bürgermeister Lorenz Kronberger die Informationsveranstaltung zum Thema „Fernwärmenetz“ eröffnete, an die 50 Besucher hatten sich eingefunden. Eingangs erläuterte Kronberger den bereits im Gemeinderat angedachten und geplanten Anschluss der kommunalen Liegenschaften im Westen Pollings an die Heizanlage beim Sägewerk Baumgartner. +++ Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion.Jetzt Newsletter ausprobieren! +++

Betrieben würde die Wärmeversorgung von Georg Baumgartner und Franz Kirchisner in Kooperation. Bei einer ersten Prüfung habe sich herausgestellt, so der Bürgermeister, dass aufgrund der Leitungslänge einerseits und dem Verbrauch der Gemeinde, der bei etwa 50 000 Liter Heizöl im Jahr liegt, andererseits eine alleinige Versorgung nicht förderfähig wäre. Insofern habe man sich entschlossen, zu einer ersten Informationsveranstaltung für die Eigentümer der Anwesen im Bereich Polling West zwischen Sportheim und Schule einzuladen, um das Thema für Privatanschlüsse aufzugreifen und zu eruieren, ob denn grundsätzliches Interesse seitens der Bürgerinnen und Bürger bestehe.

Fernwärme eine interessante Möglichkeit

Hierzu erläuterte Diplom-Ingenieur (FH) Bernhard Pex vom InstitutC.A.R.M.E.N. (Centrales Agrar-Rohstoff-, Marketing- und Energie-Netzwerk) die technischen Details einer Fernwärmeversorgung und stellte sie in Vergleich zu anderen Heizungsarten. Pex kam zu dem Ergebnis, dass die Fernwärme eine interessante Möglichkeit biete, die obendrein eine regionale Wertschöpfung habe, da sie mit heimischen Rohstoffen betrieben werde. Allerdings nur, wenn sie wirtschaftlich betrieben werden könne, was wiederum an der Anzahl der zu versorgenden Anwesen, beziehungsweise an der abgenommenen Wärmemenge liege.

Obendrein sei diese Variante CO2-neutral, wie Pex erklärte. Ein Argument, das auch Bürgermeister Kronberger aufgriff: „Natürlich haben wir als Gemeinde ein Interesse, hier Vorbild zu sein und auf erneuerbare Energien zu setzen“.

Die wichtige Frage der Versorgungssicherheit

Ein beherrschendes Thema bei den Fragen der Besucher war die Versorgungssicherheit, zu der die beiden Betreiber Stellung nahmen. Derzeit würde die Wärmeproduktion in zwei Heizanlagen erfolgen, die im Falle einer Fernwärmeversorgung für den Westen Pollings um eine weitere Anlage erweitert würden. Es stehe in seinem eigenen Interesse, hier eine reibungslose Versorgung sicherzustellen, erklärte Baumgartner. Schließlich betreibe man ja allein fünf Trocknungsanlagen, die rund um die Uhr versorgt werden müssten. Hinsichtlich der notwendigen Infrastruktur sei hier ebenfalls alles Notwendige vorhanden. Auch das sei ein Grund, wie Bürgermeister Kronberger erklärte, dass das Projekt Fernwärme aus dem Sägewerk wohl wirtschaftlicher sei, als der Bau einer eigenen Anlage. Dieser würde die Bau- und vor allem zusätzliche Personalkosten zur Sicherstellung der Versorgung mit sich bringen. Diese Varianten zu vergleichen, stehe natürlich trotzdem auf der Agenda, werde aber erst zum Tragen kommen, wenn erste Berechnungen erstellt werden könnten. Deshalb habe man für die Anwohner, die für einen Anschluss in Frage kommen, einen Fragebogen ausgearbeitet. Anhand der dann vorliegenden Ergebnisse, werde das Institut eine Kalkulation erstellen. Erst dann könne man weiter planen.

Fragebogen ist keine Verpflichtung

Abschließend betonte Bürgermeister Lorenz Kronberger noch einmal, dass mit dem Ausfüllen des Fragebogens niemand eine Verpflichtung eingehe: „Es geht wirklich nur darum, ob eine weiterführende Planung Sinn macht. Und dazu brauchen wir eine Berechnungsgrundlage.“

Kommentare