Fernwärme Engelsberg will expandieren

Das Heizhaus der FernwärmeEngelsberg GmbH. Hier im Bio-Hackschnitzelwerk entsteht die Fernwärme für Engelsberg. Gillitz

Engelsberg – Geschäftsführer Christian Blickberndt stellte in der April-Sitzung des Engelsberger Gemeinderates die Zahlen der Fernwärme Engelsberg GmbH für 2019 vor.

Die Engelsberger Fernwärme gehört der Gemeinde. 2019 wurde das Netz durch den Anschluss zweier Mehrfamilienhäuser des Seniorenprojekts und durch fünf weitere Wohnhäuser erweitert. Das Pflegegebäude werde in den nächsten Wochen angeschlossen, sagte Blickberndt.

Insgesamt versorgt die Fernwärme Engelsberg 200 Anwesen mit Fernwärme, die zu 95 Prozent aus Hackschnitzel und Abwärme aus Biogasanlagen erzeugt wird. Nur noch Spitzen beziehungsweise Wartungs- und Reparaturarbeiten am Hackschnitzelkessel würden mit Heizöl abgedeckt. Das System sei umweltfreundlich, mache unabhängig und erhöhe die regionale Wertschöpfung.

Im letzten Jahr wurde ein Verlust von 92 280 Euro erwirtschaftet (gegenüber einem Vorjahresverlust von 109 595 Euro). Dieser resultiert hauptsächlich aus Abschreibungen. Die Bilanzsumme beträgt 2 955 291 Euro.

5,07 Millionen Kilowattstunden Wärmemenge wurden verkauft. Es sei damit zu rechnen, dass die Verluste sinken. Gestiegen seien im Jahr 2019 die Reparaturkosten. Die Wärmemengen seien behutsam gestiegen, weil die Betriebsführung erfahrener geworden sei und sich das Netz verdichtet habe. Negative Abweichungen seien witterungsbedingt.

Der Umsatz betrug rund 454 000 Euro. Der Wärmepreis wurde gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf nun 0,08777 Euro netto je Kilowattstunde erhöht. Die finanzielle Situation bleibe angespannt.

Bürgermeister Martin Lackner (UBL) berichtete, dass die CO2-Einsparung bei etwa 1410 Tonnen pro Jahr liegt und dadurch 450 000 Liter Heizöl weniger verbraucht werden. Fernwärme gewinne an Attraktivität, nicht zuletzt, weil die Bundesregierung einen CO2-Preis beschlossen habe. Dieser gelte auch für Heizöl.

Die neue CO2-Bepreisung startet 2021 mit 25 Euro pro Tonne und wird bis 2024 in Fünf-Euro-Schritten auf 55 Euro steigen. Im Jahr 2026 soll sich die Preisspanne etwa zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2 bewegen. Das würde alle Engelsberger Bürger mit Heizölheizung betreffen, aber auch den „Heizöl-Spitzenlastkessel“ im Biomasse-Heizwerk.

Mit einem Fernwärmeanschluss erhält jedes Gebäude eine neue, betriebsfertige Heizungsanlage sowie örtliche Ansprechpartner. Das Gebäude ist weg vom Öl, es fallen keine Verbrennungs- und Kaminabgase mehr an. Dadurch sei der Anschluss an das Fernwärmenetz ein aktiver Beitrag zur Energiewende.

Förderprogramme bieten laut Lackner interessante Möglichkeiten, zum Beispiel Förderungen beim Erstanschluss an ein Nahwärmenetz, bei der Optimierung einer bestehenden Heizungsanlage sowie beim Pumpenaustausch und hydraulischen Abgleich. Insbesondere seien Fernwärmehausanschlüsse im Bestandsgebiet des Fernwärmenetzes oft schnell zu erstellen.

Auskünfte dazu erteilt Christian Blickberndt in der Gemeindeverwaltung. gg

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