Ferien auf dem Soldatenfriedhof

Annika Hohler berichtet Kreisvorsitzendem Franz Maier von ihren Erlebnissen in Polen. Stettner

Mühldorf. – Dass man die Ferien auch mit etwas Sinnvollem verbringen kann, das erzählten Cedric Vorbach und Annika Hohler bei der Nachlese der Kriegsgräberfahrt 2019.

Cedric Vorbach war bereits zum dritten Mal in Costermano am Gardasee, um deutsche Kriegsgräber zu pflegen. Annika Hohlers Reise ging nach Polen. In Yelba stand sie vor einer großen Aufgabe, denn der Friedhof sei von Unkraut übersät gewesen, sodass man weder Weg noch Grabsteine auseinanderhalten konnte. Es wurde Unkraut gejätet, die Steine wieder gerade gerichtet und gesäubert. „Leider war die Schrift auf den Steinen sehr verblasst“, sagt die Jugendliche. So wurden viele Nachforschungen angestellt, um die Namen zu ermitteln und die Schrift wieder nachzuziehen. Die Namen wurden zudem in die Datenbank des Volksbundes aufgenommen.

Auch die Freizeit kam für die Jugendlichen nicht zu kurz. „Es war ein optimaler Mix aus Arbeit und Freizeit“, sagt Annika Hohler. Sie will sich jetzt in ihrer Schule dafür einsetzen, dass sich mehr Jugendliche an dieser sinnvollen Freizeitarbeit beteiligen.

Da der Landkreis, die jeweiligen Gemeinden und auch die zuständigen Soldatenvereine, die Fahrten der Jugendlichen finanziell unterstützen, überreichten Landrat Georg Huber und Jugendbeauftragter Josef Gebler Annika Hohler zum Abschluss einen Fahrtenzuschuss.

Landrat Georg Huber begrüßte das Engagement der Jugendlichen, merkte aber zugleich an: „Schade, dass es so wenige sind.“ Jedes Jahr werde ein Appell an die Jugendlichen zur Teilnahme gerichtet. Dieser fruchte wenig, so Huber. „Mit Sicherheit ist es gut, wenn die Teilnehmer selber auf die Jugendlichen zugehen und von ihren Erfahrungen berichten.“

Aber auch an die Anwesenden richtete Huber eindringliche Worte. Man müsse selber aktiv werden und Kinder und Enkelkinder sowie Jugendliche ansprechen. Bürgermeisterin Maria Maier aus Jettenbach würde es befürworten, wenn Jugendliche an den Ausflügen der KSK teilnehmen. Mit dem Besuch der Soldatenfriedhöfe würden diese früh genug für dieses Thema sensibilisiert.

Mettenheims Bürgermeister Stefans Schalk sieht ein Problem auch an den Schulen: Viele wissen nicht mal. dass es Krieger- und Soldatenvereine gibt. Zangbergs Bürgermeisterin Irmgard Wagner nahm den Gedanken auf und will deshalb mit dem Jugendbeauftragten der Kriegsgräberfürsorge, Josef Gebler, der auch die Fahrten organisiert, an den Schulen aktiv werden.

Kommentare