FDP-Abgeordnete Bubendorfer-Licht: „Das Leben muss weitergehen können“

Die Ampfingerin Sandra Bubendorfer-Licht sitzt für die FDP im Bundestag. re

Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht berichtet im Interview, wie sich die politische Arbeit in Berlin verändert hat, wie sie ihr Umfeld in der Krise erlebt und wie lange ihrer Einschätzung nach der „Shutdown“ wirtschaftlich zu verkraften ist.

Ampfing – Die Corona-Krise verändert das Leben aller. Gerade auch Politiker müssen jonglieren, um ihren Arbeitsalltag einigermaßen bewältigen zu können. Wie kommt beispielsweise Sandra Bubendorfer-Licht mit der jetzigen Situation zurecht? Die Ampfingerin sitzt seit Dezember 2019 für die Freien Demokraten im Deutschen Bundestag.

Wie hat sich Ihr persönlicher Alltag seit der Krise verändert ?

Sandra Bubendorfer-Licht: Wie bei allen Menschen in unserem Land hat sich mein Alltag fundamental verändert. Statt Termine überall in Bayern und Berlin stehen jetzt viele Telefonkonferenzen auf dem Programm. Das Haus verlässt man nur noch zu wichtigen Besorgungen. Es ist eine massive Veränderung des normalen Alltags.

Wie erleben Sie Ihr Umfeld?

Sandra Bubendorfer-Licht:Ich erlebe ein sehr verändertes Umfeld. Die Leute sind ruhiger, in sich gekehrter, negativ gesehen ist es vielleicht auch eine Art Ohnmacht. Ich versuche, so gut es möglich ist Kontakt mit den Menschen zu halten, mit denen ich bisher auch Austausch hatte. Das hilft mir und ich hoffe auch den anderen. Klar ist, wir werden uns durch diese Krise verändern. Die Richtung können wir aber selbst festlegen.

Was planen Sie an den Osterfeiertagen?

Sandra Bubendorfer-Licht:Wir feiern im kleinsten Kreis dieses Jahr. Das ist ungewöhnlich, da wir eine große und verstreute Familie sind, die gerade die Feiertage dazu nutzt, dass sich alle sehen können. Besondere Zeiten erfordern aber leider auch besondere Maßnahmen.

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Wie hat sich in Berlin die politische Arbeit verändert?

Sandra Bubendorfer-Licht:Wir hatten eine völlig veränderte Sitzungswoche noch in der letzten Märzwoche. Es war nahezu gespenstisch, denn die Mitarbeiter arbeiten alle im Homeoffice, und wir waren fast komplett alleine. Wichtig ist zu wissen, dass das Parlament handlungsfähig ist, auch wenn die Methoden neu sind. Ein Lichtblick für mich ist es dabei, dass die FDP-Fraktion bisher schon sehr digital und papierlos gearbeitet hat. Das zahlt sich gerade jetzt aus.

Wie „kontrolliert“ eine Abgeordnete in diesen Zeiten?

Sandra Bubendorfer-Licht:Genau so wie bisher müssen wir schauen, dass die Maßnahmen ausreichen, die die Koalition mit der Regierung ergreift, oder ob sie zu weit gehen. Das ist eine große Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle. Gerade das Thema Weitergabe der Bewegungsdaten über Mobiltelefone war in der letzten Woche ein guter Beweis, dass das Parlament auch jetzt ganz genau hinschaut.

Wie lange ist Ihrer Einschätzung nach ein Shutdown wirtschaftlich zu verkraften?

Sandra Bubendorfer-Licht:Wir müssen uns jetzt damit beschäftigen, wie wir das soziale Leben, sicherlich auch mit vereinzelten Einschränkungen, wieder nach und nach zügig hochfahren können. Dieser verordnete Stillstand ist jetzt notwendig und sinnvoll, lange werden das aber weder die Menschen noch unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft aushalten können. Daher ist es jetzt fahrlässig, möglichst lange nur auf Kontaktsperren zu setzten. Wir müssen weiterdenken und das Leben – bei aller Gefahr durch das Coronavirus – muss wieder weitergehen können.

Interview: Ursula Huckemeyer

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