Fast 1000 Kaninchen in der Tierzuchthalle

Ab und zu gibt’s von Sepp Schaffelhuber auch mal ein Stück Breze für seine Castor Rex. Wagner

Mühldorf. – Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, ein Besuch bei Sepp Schaffelhuber gibt einen Einblick, was vor so einer Kaninchenzuchtschau alles zu tun ist und was der Züchter alles beachten muss, um eine gute Bewertung zu erhalten.

Schaffelhuber ist der Vorstand des Kreisverbandes B 76 Mühldorf und zugleich der Preisrichter-Obmann im Kaninchenzüchterbezirk Oberbayern. Verband und Bezirk richten am kommenden Wochenende, 23. und 24. November, gemeinsam die Bezirksschau in der Tierzuchthalle in Mühldorf aus. 974 Kaninchen, die Maximalzahl für diese Ausstellung, sind gemeldet und werden von den Preisrichtern nach festgelegten Kriterien bewertet.

Sepp Schaffelhuber ist schon seit 50 Jahren Kaninchenzüchter. 25 Kaninchen der Rasse Castor Rex befinden sich derzeit in seinem Besitz, untergebracht in modernen und sichtlich gepflegten Boxen. Die Raufen für Heu und Stroh sind gut gefüllt, die Tränken werden über eine zentrale Versorgung gefüllt. Dazu gibt es noch verschiedene Spezialfuttermischungen, ab und an etwas Brot oder auch ein Stück Apfel: „Alles was so ein Kaninchen eben gerne mag.“

Zum Zuchtablauf erklärt der Vorsitzende, der in Personalunion auch Zuchtwart ist: „In erster Linie muss man darauf achten, zum richtigen Zeitpunkt zu züchten, also die Häsin decken zu lassen. Dieser Zeitpunkt ist rasseabhängig. Je größer, umso früher muss der Nachwuchs zur Welt kommen, damit er zur Zuchtschau im Spätherbst das richtige Gewicht hat.“

Im Fall seiner Castor Rex Kaninchen sind das zwischen 3500 und 4500 Gramm. Das Gewicht ist das erste Kriterium für die Bewertung – nachdem sich der Preisrichter davon überzeugt hat, dass er das richtige Tier auf dem Tisch hat. Eine Tätowierung im Ohr gibt darüber Aufschluss.

Es folgt die Sicht- und Tastprüfung: Sind die Krallen gepflegt? Gibt es Auffälligkeiten im Geschlechtsbereich? Ist das Fell gepflegt? Außerdem kontrolliert der Prüfer Deck-, Zwischen- und Unterfarbe sowie den Allgemeinzustand des Tieres. Um hier optimal zu punkten, muss man sein Kaninchen zur Ausstellung entsprechend vorbereiten: das Fell sauber ausbürsten, die Krallen schneiden und vieles mehr. Damit auch die Preisrichter entsprechend vorbereitet sind, müssen sich diese pro Jahr fünf Pflichtschulungen unterziehen. Die Anzahl der Kaninchen, die ein Preisrichter an einem Tag prüfen darf, ist auf 72 Tiere beschränkt.

Für die Ausrichter bedeuten diese Vorgaben eine Menge Arbeit. Bereits eine Woche vor Beginn müssen die Ställe in der Tierzuchthalle aufgebaut werden, ab heute werden die Kaninchen von ihren Züchtern gebracht, ab morgen beginnen die Preisrichter mit ihrer Arbeit. Robert Wagner

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