„Ihr gefährdet Einsätze“ – Feuerwehr und Rettungsdienste in Mühldorf appellieren an Autofahrer

Einsatz in der Wolfgang-Perger-Straße in Mühldorf: Schmale Straßen und geparkte Autos erschwerten der Feuerwehr nicht nur bei diesm Brand die Arbeit.
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Einsatz in der Wolfgang-Perger-Straße in Mühldorf: Schmale Straßen und geparkte Autos erschwerten der Feuerwehr nicht nur bei diesm Brand die Arbeit.

Enge Straßen, große Fahrzeuge: Für Feuerwehren und Sanitätshelfer ist es nicht immer leicht zum Einsatzort innerhalb des Stadtgebiets Mühldorfs zu kommen. Oft müssen sie sich vorsichtig an parkenden Autos vorbei quetschen. Selbst striktes Parkverbot hilft manchmal nicht.

Mühldorf – Es ist nur ein kleiner, unspektakulärer Brand in einem Doppelhaus in Mühldorf Nord hinter dem Autohaus Holzer-Ostermaier. Trotzdem müssen die Feuerwehrler eine junge Frau und eine Katze aus dem verrauchten Haus retten. Als die großen Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht in die Wolfgang-Perger-Straße einfahren, ist trotz der bedrohlichen Situation langsam fahren angesagt. Denn in der engen Straße parken viele Autos, rangieren ist kaum möglich. Eine Drehleiter könnten die Wehren dort nicht aufstellen.

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Eine Situation, die allen drei Kommandanten der Mühldorfer Wehren wohl bekannt ist. „Es gibt einige Stellen an denen es eng ist“; sagt Altmühldorfs Kommandant Thomas Mertl, sein Mößlinger Kollege Michael Jäckel spricht davon, dass die Problemzonen im gesamten Stadtgebiet verteilt seien.

Siedlungsstraßen für die Feuerwehr ein Problem

Und Günther Starzengruber von der Mühldorfer Wehr zählt auf: „Die ganze Altstadt ist ein Brennpunkt, vor allem die Seitengassen, hinter der Walzmühle, in der Oderstraße an den Verkehrsinseln und vor allem im neuen Siedlungsgebiet an der Mittelschule.“ Als Grund für die Probleme nennen die drei Kommandanten übereinstimmend: Parker. Mit den Worten Starzengrubers: „Da wird vogelwild geparkt.“

Tatsache ist: Viele Siedlungsstraßen in der Stadt sind sehr eng. Dafür gibt es gleich mehrere Gründen. Zum einen sollen schmale Straßen Raserei verhindern. Zum andern ist Grund und Boden so teuer, dass auch Straßen und Parkraum knapp gehalten werden. Trotzdem, das betont Ernst Böhm vom Stadtbauamt, werden die gesetzlichen Vorgaben eingehalten. Die sind in der „Richtlinie für das Anlegen von Stadtstraßen“ festgehalten und geben genau an, wie breit eine Straße mindestens sein muss. Für Siedlungsstraßen sind das 4,75 Meter. Die werden laut Böhm nur unterschritten, wenn es irgendwelche Zwangspunkte gibt, wie zum Beispiel alte Häuser oder Einbauten in die Straße.

Falschparker gefährden Rettungseinsätze

Das Problem beginnt nach Ansicht der Feuerwehrler erst, wenn sich Autofahrer an Engstellen falsch verhalten. „Es wird zunehmend schwieriger, weil Anwohner ihre Autos nicht richtig parken“, sagt Jäckel. Altmühldorfs Kommandant Mertl weist darauf hin, dass als Fahrer großer Lastwagen Probleme mit den Falschparkern bekommen: Möbeltransporteure genauso wie Müllfahrer. „Aber dramatisch ist es vor allem für die Rettungskräfte.“

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Auch Starzengruber ärgert sich über die Gedankenlosigkeit der Parker. „Es denkt keiner daran, dass Rettungsdienste durchkommen müssen. Deren Autos sind nun mal etwas größer.“ Genauso wie das Einsatzgerät. Die Drehleiter, das wissen die Kommandanten, können sie in vielen Straßen nicht aufstellen. Als Ersatz kommen Steckleitern zum Einsatz, sie sind bis zu zwei Stockwerken zugelassen.

Nur bei höheren Wohnblocks muss genügend Platz sein, um die großen Feuerwehrautos richtig aufstellen zu können. Sie haben deshalb Rettungsauffahrten, die mit strikten Parkverboten markiert sind. Die Erfahrung der Feuerwehrler: „Aber auch dort stehen immer wieder Autos“, sagt Starzengruber.

Im Zweifelsfall: Abschleppen

Das kann für die Autobesitzer teuer und unangenehm werden. Bis zu 35 Euro muss nach Angaben des Mühldorfer Ordnungsamts zahlen, wer an engen oder unübersichtlichen Stellen parkt, vor Einfahrten, im Halteverbot oder gar in einer Feuerwehrzufahrt. Der kann im Zweifelsfall auch abgeschleppt werden, sagt Monika Pingitzer von der Stadt. „Wenn wir erfahren, dass falsch geparkt wird, wird die Polizei informiert. Aber auch die Einsatzkräfte oder die Beschäftigten der Entsorgungsbetriebe können genauso wie jeder Anwohner die Polizei direkt informieren.“

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So weit, hofft Kommandat Starzengruber, soll es gar nicht erst kommen. „Ich habe den Wunsch, dass die Leute beim Parken überlegen, kommt da ein Lastwagen oder ein Rettungsfahrzeug gut durch.“

Denn die müssen schnell sein, wenn es um Menschen oder Tiere geht. So wie beim Brand in der Wolfgang-Perger-Straße in Mühldorf.

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