GEPLANTER KINDERGARTEN

Falscher Standort, fehlende Vielfalt: Töginger SPD diskutiert über Kindergartenneubau

  • vonPeter Becker
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Töging braucht eine vierte Kindertagesstätte. Zumindest darüber herrschte im Stadtrat Einigkeit. Bei der Frage nach dem Standort und der Trägerschaft gingen die Meinungen in der Sitzung im Dezember allerdings auseinander. In einem Online-Frühschoppen hat die Töginger SPD nun über den geplanten Kindergarten an der Kirchstraße diskutiert.

Töging – Gegen die Stimmen der SPD sprach sich der Stadtrat im Dezember für einen Kindergarten auf einer städtischen Freifläche im Bereich der Regenbogenschule sowie für die Pfarrkirchenstiftung als Träger aus. Die Vorschläge der SPD hinsichtlich der Standortfrage – die SPD favorisiert einen Standort zwischen Mehrzweckhalle und Wasserwacht – und der Trägerschaft fanden im Gremium kein Gehör.

„Erst nachdem wir im Kindergartenausschuss darauf gedrängt hatten, dass überhaupt andere Träger angeschrieben werden sollen, kamen prompt vier Angebote“, kritisierte Fraktionssprecher Günter Zellner rückblickend. Eine andere Entscheidung gibt es dennoch nicht: „Jetzt sollen trotzdem drei von vier Einrichtungen den gleichen Träger haben.“ Andere Bewerber hätten für mehr Vielfalt gesorgt, wie er schon im Stadtrat erklärte.

Doch die SPD sieht mit dem Standort bei der Regenbogenschule noch ganz andere Probleme: Die Kirchstraße werde morgens noch stärker frequentiert sei. „Schließlich gehen in St. Johann Baptist schon mehr als 100 Kinder, jetzt kommen gleich nebenan noch mal 90 Krippen- und Kindergartenplätze dazu“, erklärte Stadtrat Stefan Franzl.

Verkehrschaos verhindern

Die SPD fordert daher, das geplante Gebäude mittig zwischen Kirch- und Hauptstraße zu errichten, um ein Verkehrschaos zu verhindern. Um möglichst viel Freifläche an der Regenbogenschule zu erhalten, soll das Gebäude zweistöckig werden. „Gebaut aus nachhaltigen Rohstoffen, mit Solarzellen und Warmwasseraufbereitung auf dem Dach und zur Klospülung das Regenwasser verwenden, damit Kinder und Eltern gleich sehen, was heute im ökologischen Gebäudebau möglich ist“, lauten weitere Vorschläge von Zellner.

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Dass die neue Kindertagesstätte in Töging mit Blick in die Zukunft zweifellos gebraucht wird, davon ist Bildungsreferentin Birgit Noske überzeugt. „Der Bedarf steigt generell, die Krippe in dem Holzstadl-Anbau von St. Johann Baptist gibt es nur temporär und Winhöring, wo 25 Töginger in den Kindergarten gehen, benötigen künftig mehr Plätze für die eigenen Familien“, erklärte die Stadträtin auf Nachfragen.

Mit Blick auf den bald wieder anlaufenden Regelbetrieb in den Töginger Kindertagesstätten hat die Bildungsreferentin in Erfahrung gebracht, dass dort künftig umfangreich auf Corona getestet werden soll. Auch besteht Birgit Noske zufolge bei den Erzieherinnen in den Töginger Einrichtungen eine große Bereitschaft für eine Impfung. „Allerdings sind sie nach dem Impfplan noch gar nicht dran“, kritisierte sie die Politik.

Bewegungskindergarten favorisiert

Bezüglich des pädagogischen Konzepts spricht sich die Töginger SPD für einen „Bewegungs-Kindergarten“ nach dem Vorbild des Sportkindergartens in Burghausen aus. „Klar wird er mit Blick auf unsere verfügbaren Haushaltsmittel nicht so gut ausgestattet sein, aber die Akzeptanz bei Eltern und Kindern in Burghausen hat mich absolut überzeugt“, sagte SPD-Vorsitzender Marco Harrer.

Bedauert wurde bei der Videokonferenz auch, dass Stadtverwaltung und Bürgermeister nicht bei der Frage nach dem neuen Kindergarten auch mit den großen Arbeitgebern am Ort kooperiert hätten, die durchaus nach günstigen Lösungen für ihre Mitarbeiter mit Kindern suchen.

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