Und das mit den falschen Schuhen

Da geht‘s lang: Alex Brandstetter zeigt seinen Mitspielern den Weg zum Sieg im umkämpften zweiten Satz. Da hatte er die eigentlichen Schwierigkeiten aber schon hinter sich gelassen. Enzinger
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Da geht‘s lang: Alex Brandstetter zeigt seinen Mitspielern den Weg zum Sieg im umkämpften zweiten Satz. Da hatte er die eigentlichen Schwierigkeiten aber schon hinter sich gelassen. Enzinger

Mühldorf. – Es geht doch: Mit einem klaren und nur kurz gefährdeten Sieg haben sich die Drittliga-Volleyballer des des TSV Mühldorf die Tabellenführung mit vier Punkten Vorsprung gefestigt.

Nur zweimal drohte sich das Blatt zu wenden, die restliche Zeit hatten die Mühldorfer den Gegner fest im Griff.

Entsprechend zufrieden kamen die Jungs von Trainer Michi Mayer gestern Nachmittag aus dem Erzgebirge in der Nähe von Chemnitz zurück. „Uns war auch bei den Rückständen eigentlich klar, dass wir es schaffen können“, sagt Fabian Bartsch.

Selbstbewusst gingen die Mühldorfer den ersten Satz an, allen Widrigkeiten der letzten Wochen zum Trotz. „Den ersten Satz haben wir relativ ruhig gewonnen“, erzählt Bartsch, das 25:21 war eigentlich nie gefährdet. Im Gegensatz zum nächsten Durchgang. Gastgeber Zschopau zeigte sich wesentlich wacher, spielte konzentriert und schlug besser auf. Und siehe da: Plötzlich lag der TSV mit 9:14 hinten, aus war‘s mit der vorweihnachtlichen Gemütlichkeit im Erzgebirge.

Und dann kam Alex. Alex Brandstetter. Der hatte sein Schlüsselerlebnis schon vor dem Spiel, als er die Sporttasche auspackte. In ihr fand sich nämlich nur ein Hallensportschuh, der zweite war in Mühldorf geblieben. Kurzerhand schnürte Brandstetter wieder seine Joggingschuhe und machte sich auf den Weg zum Aufschlagspunkt. Was folgte war ein halbes Dutzend extrem starker Aufschläge – und die 16:15-Führung. Satz gedreht, ohne Hallenschuh zum wichtigsten Spieler gewählt - was will man mehr. Ach ja, auch der zweite Satz ging an den Inn, diesmal mit 25:22.

Kleinere Fehler, ein aufmerksamerer Gegner, ein Wechsel auf der Position des Diagonalspielers, im dritten Satz verlor der TSV den Faden. Auch der Versuch, Dennis Nelson besser ins Spiel zu bringen, misslang. Zschoau blieb bis zuletzt stark, brachte drei glänzende Aufschläge in Folge und fuhr den dritten Satz verdient mit 25:23 ein.

Dass die Mühldorfer trotzdem unbeirrt blieben, entsprang auch der schlechten und oft kritisierten Erfahrung in Zirndorf vor einer Woche. „Die waren gegen uns hoch motiviert“, sagt Fabian Bartsch. Damit hätten sie eine Leistung abgeliefert, die bemerkenswert gewesen sei. Und die Spieler des TSV beeindruckt. Eine Erfahrung, die die Mühldorfer im vierten Satz in eigene Stärke verwandeln konnten. Auch, weil der zuletzt aussortierte Libero Alexander Mühlbauer laut Bartsch wieder sehr gut gespielt habe.

So konnten die Mühldorfer den Gastgebern den Zahn ziehen und mit einer guten Leistung den vierten Satz mit 25:22 für sich entscheiden.

Auf die lange Rückfahrt nahmen Mayers Jungs aber nicht nur das gute Gefühl der gewonnen Punkte mit. Im Kopf bleibt auch der freundliche und faire Empfang durch die gut 230 Zuschauer in der Halle. „Das ist nicht überall so“, sagt Bartsch über eine überaus erfreuliche Dienstreise. hon

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