Faire Chance für Landwirtschaftsschule Töging: Stadtrat richtet Resolution an Ministerium

Am gut besuchten Tag der offenen Tür im vergangenen November ahnte noch keiner, dass eine Schließung von Standorten im Ministerium geplant wurde.
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Am gut besuchten Tag der offenen Tür im vergangenen November ahnte noch keiner, dass eine Schließung von Standorten im Ministerium geplant wurde.
  • Peter Becker
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Der Töginger Landwirtschaftsschule droht die Schließung. Das Thema lässt natürlich auch den Stadtrat nicht kalt. Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst hatte eine Resolution vorbereitet, zu der es aber einige Verbesserungsvorschläge gab.

Töging – So wollte beispielsweise der Dritte Bürgermeister, Werner Noske(SPD), den Passus „zunächst für drei Kalenderjahre“ gestrichen wissen, um klar zu stellen, dass man an einem dauerhaften Erhalt des Standortes interessiert ist. CSU-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Martin Huber schlug wiederum vor, dass es für die Zukunft des Standortes wichtig sei, „in der Sache mal wieder weniger emotional“ zu werden.

Ministerin interessiert an digitalem Landwirtschaftszentrum

Auch er sei von der Entscheidung, die Schule zu schließen überrascht worden. Anhand der von ihm seitens der Staatsregierung angeforderten konkreten Zahlen könne man nun eine realistische Zukunftsplanung für das „Grüne Zentrum“ in Töging angehen. Dass es in zwei bis drei Jahren voraussichtlich keinen Landwirtschaftszweig mehr gebe, sei angesichts der Zahlen durchaus denkbar.

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Damit aber zumindest das Bildungsprogramm Landwirtschaft (BiLa) weitere Fortbildungsmöglichkeiten und der Hauswirtschaftszweig nicht nur erhalten bleiben, sondern sogar gestärkt werden, habe er schon bei Staatsministerin Michaela Kaniber (CSU) vorgefühlt. „Die Ministerin hat mir signalisiert, dass ein Pilotprojekt für ein ‚digitales Landwirtschaftszentrum‘ gefördert werden könne“, sagte Huber.

Beste Qualität, gute Erreichbarkeit und vorbildliche Struktur

Um die Vorteile des Standortes herauszustellen, verabschiedete der Stadtrat anschließend eine einstimmige Resolution. Für den weiterführenden Antrag, dass die im Text befindliche Passage zur dreijährigen Befristung gestrichen werden solle, sprachen sich aber nur die fünf SPD-Stadträte aus, die allerdings anschließend auch dem Vorschlag von Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU) zusammen mit allen anderen Stadträten zustimmten.

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In einer Resolution spricht sich der Stadtrat gegen eine Schließung der Landwirtschaftsschule Töging aus. „Die vorliegenden Schülerzahlen rechtfertigten eine Schließung nicht. Die ursprüngliche Vorlage des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Neuausrichtung und Modernisierung der Landwirtschaftsverwaltung basiert auf einem Rechenfehler bei den Schülerzahlen an der Landwirtschaftsschule Töging, der vom Ministerium mittlerweile auch eingeräumt wurde“, heißt es darin. Sehr detailliert geht der Stadtrat darauf ein, was für den Standort Töging spricht.

Die Punkte der Resolution im Wortlaut:

  1. Beste Qualität bei Schulleitung, Lehrkräften und Lehrmitteln: Lehrsäle und Büros der Hauptlehrkräfte liegen nahe beieinander, sodass ein reger Austausch möglich ist. Der Landkreis Altötting sei gerne bereit, weiterhin den Sachaufwand zu tragen. Zwei Lehrsäle, ein Computerraum, ein Aufenthaltsraum und ein Sportraum, dazu ein eigener Breitbandanschluss.
  2. Auch Schüler aus anderen Landkreisen (z. B. Erding) würden sich bewusst für die Landwirtschaftsschule in Töging entscheiden. „Da die Schule in Landshut geschlossen wird, sind weitere Anmeldungen in Töging zu erwarten.“
  3. Das vor 15 Jahren geschaffene Grüne Zentrum Töging sei zentrale Anlaufstelle in Fragen der Landwirtschaft für zwei Landkreise. Eine solche „vorbildliche Struktur“ gebe es nur an wenigen Standorten in Bayern. Alle wichtigen landwirtschaftlichen Einrichtungen und Verbände sind an einem zentralen Standort zusammengefasst worden – das ist auch heute noch ein zukunftsfähiges Modell. Bestandteil ist die Landwirtschaftsschule.
  4. Gute Erreichbarkeit und Infrastruktur: Die Landwirtschaftsschule ist durch Autobahn, Bundesstraße und Schiene bestens angebunden und es gebe eine ideale Parkplatzsituation. Nur 100 Meter vom Amtsgebäude entfernt liegt das Restaurant „Kantine“, das von den Studierenden rege genutzt werde. Hinzu kommt das Café Netzwerk.
  5. „RmbH“: Gerade im Hinblick auf die Regionalisierungsstrategie der Bayerischen Staatsregierung ist der Plan, die Schule in Töging zu schließen, unverständlich. Töging ist als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH)“ eingestuft, ebenso wie der Landkreis Mühldorf. „Hier Einrichtungen zugunsten von solchen in Ballungsräumen (Erding) zu schließen, widerspricht dem Ziel der Staatsregierung, gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land zu schaffen.“

Stadtrat fordert "faire Chance für Töging"

Der Vorschlag aus Töging: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber soll sich selber ein Bild vor Ort machen, insbesondere von der vorbildlichen Gesamtstruktur des „Grünen Zentrums“. Der Stadtrat will „keine Ewigkeitsgarantie für den Standort Töging – eine solche kann es in Zeiten wie diesen nicht geben“. Stattdessen wolle man eine faire Chance für Töging.

„Daher unterstützen wir den Vorschlag, zunächst für drei Kalenderjahre einen Weiterbetrieb der Schule zu gewährleisten – um danach offen und ehrlich anhand aktueller und richtiger Zahlen zu diskutieren und zu entscheiden, ob und wie es weitergeht.“ In diese Entscheidung sollen Mandatsträger und die Betroffenen eingebunden werden. „Langfristiges Ziel ist eine dauerhafte Sicherung des Standorts Töging – diese kann gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“

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