Ein fader Vatertag

Kein Flossinger Dorffest, keine Gickerlpartie beim Pauliwirt, kein Biergarten-Hopping quer durch den Landkreis.

Der Virus macht nun auch den höchsten Feiertag aller Väter zunichte. Vielen Dank auch, Corona!

Wehmütig geht der Blick zurück auf all die Jahre, in denen Flossing zum Hotspot feiernder Väter wurde. Dorthin, wo sich, je weiter so ein Vatertag voranschritt, die geballte Testosteron-Sause konzentrierte. Irgendwann kamen sie alle, Bayern- wie 60er-Fans, stets im Bemühen, den anderen ordentlich zu derblecken. Heuer werden sich keine Ü-40-Herren im Armdrücken messen, um damit anwesende Mittzwanzigerinnen zu beeindrucken. Feuerwehr-Kommandanten dürften aufatmen: Sollte es nach dem Vatertag brennen, können sie heuer eine komplett einsatzfähige Mannschaft ins Feuerwehrauto stecken.

Ein bisserl Biergarten geht zwar, doch ganz ehrlich: Wer hat schon Lust, in Corona-Zeiten auf Tour zu gehen, wenn es der Bayerische Wirtschaftsminister selbst einem madig macht? Seine Biergarten-Ansage hat längst Kultstatus und fährt Stoibers Transrapid-Gestammel locker davon. Wer wann mit wie vielen Kumpels und Kumpelkumpels an einem bis zu 15 Meter langen Biertisch sitzen darf, Hubert Aiwangers Rechenkünste sind höchste Mathematik und schon im nüchternen Zustand kaum zu lösen.

Man kann es alternativ so machen wie die „Frisch auf“-Radler aus Neumarkt-St. Veit. Die lassen sich ihren alljährlichen Rennrad-Ausflug nach Pfarrkirchen durch Corona nicht verderben. In Fünfer-Gruppen und ausreichendem Abstand von 20 Metern.

Die verrückteste Idee aber haben weder Hubert Aiwanger noch die Radler. Denn die ist: Der Mittvierziger-Corona-Papa 2020 bleibt daheim oder macht einen Ausflug mit der Familie. So viel Familiarität soll übrigens auch zufällig vorbeikommende Mittzwanzigerinnen beeindrucken.

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