Nicht nur in der Schulkantine

Es soll gerecht zu gehen: Fachakademie Starkheim als „Fair-Trade-Schule“ ausgezeichnet

Das Fair-Trade-School-Team (von links): Sandra Hauer, Amelie Schreiner, Birgit Fischbach, Sarah Brandstetter, Peter Kornherr, Andreas Kohlruß, Mona Luginger, Jasmin Thaler und Michelle Schummer.
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Das Fair-Trade-School-Team (von links): Sandra Hauer, Amelie Schreiner, Birgit Fischbach, Sarah Brandstetter, Peter Kornherr, Andreas Kohlruß, Mona Luginger, Jasmin Thaler und Michelle Schummer.
  • Robert Wagner
    vonRobert Wagner
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Sie achten auf Lebensmittel, die es am Schulkiosk gibt, trinken nur fair gehandelten Tee und Kaffee und planen neue Aktionen: Die Schülerinnen der Fachakademie Starkheim engagieren sich für gerechteren Handel. Dafür wurde die Schule jetzt ausgezeichnet.

Polling/Mühldorf – Die Fachakademie für Sozialpädagogik in Starkheim ist „Fair-Trade-School“, die 760. in Deutschland. In Zeiten von Corona erfolgte die Auszeichnung rein digital. Die digitale Video- Grußbotschaft der Kampagne über die Homepage der Fachakademie sowie eine zugesandte Urkunde und Tafel mußten in diesen Pandemie-Zeiten genügen.

Gemeinsamer Einsatz für gerechten Handel

Dem gemeinsamen Einsatz des Fairtrade-Schulteams ist es zu verdanken, dass der Fairtrade-Gedanke in vielen Bereichen des Alltags der Fachakademie integriert wurde. Fachakademieleiter Pfarrer Christian Peiser sagt: „Wir tragen hiermit unseren Teil dazu bei, das Bewusstsein für einen gerechten Welthandel und für einen reflektiertes Konsumverhalten zu stärken.“

Schon seit acht Jahren engagiert

Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair, freut sich über das junge Engagement für den fairen Handel. „Die Schülerinnen und Schüler von heute sind die Entscheider von morgen. Wenn wir es schaffen, dass nachkommende Generationen ein Verantwortungsbewusstsein für faire Produkte und nachhaltigen Konsum entwickeln, kommen wir dem fairen Welthandel ein großes Stück näher.“

Fairer Handel fest im Schulalltag verankert

Seit 2012 engagieren sich Schüler und Lehrer mit der Fairtrade-Schools-Kampagne bundesweit für einen gerechteren Handel. Als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ trägt die Kampagne dazu bei, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), umzusetzen: Die Schulen verankern den fairen Handel im Schulalltag und schaffen bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften ein Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung. Darüber hinaus zeigt die Kampagne konkrete Handlungsoptionen auf.

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Für den Titel Fairtrade-School soll die Fachakademie fünf Kriterien erfüllen: Zunächst muss sich ein Fairtrade-Schulteam gründen und im sogenannten „Kompass“ die Ziele als zukünftige Fairtrade-School festgehalten werden. Neben dem Einsatz von fairen Produkten an der Schule wird der faire Handel im Unterricht behandelt und mindestens eine Veranstaltung zum fairen Handel wird im Schuljahr organisiert.

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Peiser berichtet, dass der große Schwerpunkt der Fair-Trade- Aktivitäten in der eigenen Schulkantine liegt: „Schon mehrere Jahre bieten wir in der Schulkantine ausschließlich fair gehandelten Kaffee und Tee an. Am Schulkiosk an der Theke der Schulkantine besteht außerdem die Möglichkeit, aus einer Reihe von Fairtrade- Produkten auszuwählen: verschiedene Schokoriegel, Waffeln und Kekse. Getrocknete Mangos und Sesamriegel ergänzen das bisherige Angebot. Unsere Schulkantine bezieht für die Zubereitung von Speisen Reis, Quinoa, braunen Zucker, Curry, Kokosmilch und Polenta als Gepa-Produkte. Etwa 90 Prozent der Lebensmittel stammen aus biologischem Anbau. Durch unseren bewussten regionalen und saisonalen Einkauf unterstützen wir heimische Betriebe und Erzeuger.

Ein Team plant neue Aktivitäten

Das neu formierte Fair-Trade-School-Team hat kürzlich neue Aktivitäten und Projekte in den Blick genommen. Die wichtigste Erkenntnis formuliert das Team so: Das Eintreten für einen gerechten Handel und für ein nachhaltiges Konsumverhalten darf keine Nischenangelegenheit für ein paar alternativ denkende Menschen sein.

Es geht um eine klare Verantwortungsübernahme für eine gefährdete Welt und die bedrohte Schöpfung. Das Engagement geht weiter“, denn, so das einhellige Credo der Schülerinnen und Schüler: „Vor der Zertifizierung ist nach der Zertifizierung!“

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