Verein will 21.000 Euro

Erstmal kein Geld aus Mühldorf fürs Heimatfilmfestival – Stadt fordert mehr Informationen

  • Markus Honervogt
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Diskussion ums Heimatfilmfestival: Der Finanzausschuss der Stadt hat sich nicht auf einen Zuschuss für die Heimatfilmbiennale festgelegt. Zur Begründung hieß es, der Verein habe einige Unterlagen bislang nicht vorgelegt. Das Heimatministerium gab unterdessen seine Unterstützung bekannt.

Mühldorf – Die Stadt will das Heimat-Filmfestival Biennale Bavaria im kommenden Jahr finanziell unterstützen. Die Mitglieder des Finanzausschusses waren sich einig, dass es grundsätzlich unterstützenswert sei. Einen Beschluss hat der Ausschuss aber aufgeschoben. Grund sind fehlende Unterlagen.

Die habe der Heimat-Filmfestival-Verein unter Vorsitz von Altbürgermeister Günther Knoblauch (SPD) bislang nicht vorgelegte, sagte Bürgermeister Michael Hetzl (UM). So lägen weder ein Kassenbericht des Vereins „Internationales Festival des Neuen Heimatfilms“ vor, noch eine Einnahme- oder Ausgabenrechnung: Vor allem aber fehlten die Nachweise, dass die Filmförderung das Vorhaben unterstütze.

Der Verein braucht 432.000 Euro

Der Verein will einen Zuschuss von 21.000 Euro, orientiert an der Zahl der Bewohner der Stadt. Entsprechend sollen sich auch die anderen fünf Kommunen zwischen Burghausen und Wasserburg beteiligen; einige habe bereits zugesagt.

Der Film Landrauschen eröffnet in Mühldorf das Vorspiel zum Heimatfilm-Festival im nächsten Jahr. Die Stadt will die Biennale Bavaria unterstützen, hat dem Vereinsvorsitzenden Günther Knoblauch aber noch keinen Zuschuss gewährt. Er muss erst weitere Unterlagen vorlegen.

Verein braucht 432.000 Euro

Insgesamt braucht der Verein 432.000 Euro, unter den Sponsoren sind der Filmfernsehfond Bayern und der Bezirk Oberbayern mit zusammen knapp 50.000 Euro. Die Landkreise Mühldorf und Altötting steuern 100.000 Euro bei, auf die sechs Kommunen entfallen 84.000 Euro. Mühldorf wäre als größte Stadt der größte Geldgeber.

Vereinsvorsitzender Knoblauch sei mehrfach aufgefordert worden, die fehlenden Unterlagen zu liefern, erklärte Kämmerer Thomas Greß vor dem Finanzausschuss: „Mich hat es gewundert, dass Herr Knoblauch, der diese Regeln selbst als Bürgermeister aufgestellt hat, die Unterlagen nicht vorgelegt hat.“ Greß betonte: „Wir wissen nicht, warum er sich nicht gemeldet hat.“

Stadt will zu den Kosten nichts sagen

Auf einen besonderen Punkt wies Katrin Enzinger (Grüne) hin, den sie als „verdeckten Zuschuss“ bezeichnete. Sie bezog sich damit auf eine städtische Mitarbeiterin, die für den Verein arbeite und forderte eine Auflistung über diese Tätigkeit. „Warum verrechnen wir das nicht mit dem Zuschuss?“

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Laut Stadt dient eine städtische Mitarbeiterin ans Ansprechpartnerin des Vereins, das sei auch in den anderen Kommunen so geregelt, erklärte Hetzl auch Anfrage der Heimatzeitung. Zum Arbeitsumfang und den Kosten wollte Hetzl nichts sagen, das sei nicht öffentlich.

Zeit bleibt genug, Geld wird erst nächstes Jahr gebraucht

Wie Enzinger verlangte auch Markus Saller (UM), den Beschluss zu verschieben. „Das Geld wird in diesem Jahr nicht gebraucht. Wo ist das Problem, wenn wir erst noch die fehlenden Unterlagen anfordern?“ Angelika Kölbl (SPD) warnte dagegen davor, den Verein im Unklaren zu lassen. „Er braucht Planungssicherheit.“ Es sei nicht möglich, alles von vorn zu diskutieren. „Das können wir nicht machen.“ Die Maschinerie laufe bereits, „wir können jetzt keinen Rückzieher“.

Bürgermeister Hetzl wies demgegenüber darauf hin, dass sich die Bedingungen nicht verändert haben. „Der Verein wusste, welche Unterlagen er hätte erbringen müssen.“ Was bereits laufe, sei das Vorspiel in diesem Jahr. „Knoblauch hat mir mehrfach versichert, dass das Geld nicht dafür gebraucht werde.“ Deshalb spiele der Zeitfaktor keine Rolle.

Knoblauch will Unterlagen vorlegen

Günther Knoblauch, Vorsitzender des Vereins „Internationales Festival des Neuen Heimatfilms“ kündigte auf Anfrage der Heimatzeitung an, die fehlenden Unterlagen in den nächsten Tagen vorzulegen. „Das ist alles kein Problem“, sagte er. Er betonte, dass er die fehlenden Unterlagen bereits früher in der Stadt vorgelegt habe, dies aber schnell erneut tun werde.

Vorspiel zur Biennale

Die „Biennale Bavaria International“ soll 2021 in Mühldorf, Haag, Altötting, Burghausen, Wasserburg und Trostberg stattfinden. Bereits am Wochenende nach dem 25. September steht das Vorspiel dazu auf dem Programm, bei dem in jeder Stadt jeweils ein neue Heimatfilm gezeigt wird.

Heimatministerium spendiert 10.000 Euro

Das Heimatministerium fördert „Der Neue Heimatfilm unterwegs“ mit 10.000 Euro. Das teilte Heimatminister Albert Füracker jetzt mit. Der Heimatfilm unterwegs ist das Vorspiel zum Heimatfilmfestival, das im nächsten Jahr stattfindet. Das zur Verfügung gestellte Geld stammt aus dem Förderprogramm Regionalkultur.

Laut Füracker leistet das Festival einen Beitrag für die Gestaltung einer lebendigen und lebenswerten Heimat gerade im ländlichen Raum. Innovativ sei der Ansatz, das Festival nicht an einem zentralen Ort auszurichten, sondern die Filme in verschiedenen Gemeinden zu zeigen.

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