AKTUELLES INTERVIEW

Ernte war unterschiedlich

Über die Ernte dieses Jahres sprachen wir mit BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer. Im Mittelpunkt dabei Getreide, Mais und das Gras. Wir wollten auch wissen, wie die Landwirte den bestehenden Klimawandel bewältigen.

Wie beurteilen Sie die diesjährigen Ernteergebnisse im Landkreis Mühldorf?

Natürlich hat die Hitzeperiode uns geschadet. Wir sind im Landkreis Mühldorf mit einem blauen Auge davongekommen. Die Getreideerträge sind besser als erwartet. Natürlich sind die Ergebnisse nicht sonderlich gut, aber es hätte schlimmer kommen können. Große Probleme gibt es mit dem Gras. Da werden manche Betriebe im Winter Probleme bekommen, um ihre Tiere durch den Winter zu bringen. Der Silomais ist besser als erwartet. Bei den Wiesen hoffe ich, dass die Regenfälle der letzten Wochen noch einen Schnitt ermöglichen. Das hilft vielen.

Welche Auswirkungen auf die Landwirte hat die schlechte Ernte bei Gras?

Das führt dazu, dass wir schon erhöhte Schlachtzahlen gehabt haben. Das ist nicht gut für den Preis und damit auch für die betroffenen Berufskollegen. Natürlich war das Wetter und die damit verbundenen schlechten Ernteaussichten für uns Landwirte auch eine körperliche Belastung, die erst bewältigt werden musste. Ich hoffe aber, dass die betroffenen Höfe das notwendige Futter zukaufen können.

Wie ist die lokale Aufteilung der Ernteausfälle im Landkreis?

Da hat sich innerhalb des Landkreises schon Unterschiedliches abgespielt. In der Regel ist der südliche Landkreis besser als die anderen Gebiete im Landkreis Mühldorf. In diesem Jahr waren die Ernteausfälle im Süden größer als im Norden. Dort war auch mehr Regen. Im Westen ist die Erntebilanz sehr kritisch. In den dortigen Gebieten hat es nicht geregnet.

Der Bauernverband fordert staatliche Hilfen für die Bauern. Sehen Sie das auch so?

Die Landwirte im Norden und in den neuen Bundesländern waren sicherlich weit mehr betroffen, als die Landwirte bei uns. Diese Betriebe sollten schon unterstützt werden. Wir wollen bei uns nicht jammern. Wir werden dieses schlechte Jahr überstehen. Einfacher für die bäuerlichen Familienbetriebe wird es aber mit Sicherheit nicht werden.

Müssen sich die heimischen Landwirte nicht umstellen und auf den Klimawandel einstellen?

Ich gehe davon aus, dass dieser Sommer kein Einzelfall bleiben wird. Natürlich überlegen auch wir, wie diese Herausforderung bewältigt werden kann. Wir können aber nicht unsere gesamte Produktion schnell auf den Kopf stellen.

Wir arbeiten schon jetzt mit dem Zwischenfruchtanbau und sorgen auf den Äckern dafür, dass das Wasser besser gespeichert wird. Betriebe mit Wiederkäuern müssen sich auf die ausreichende Produktion von Futter ein- und umstellen. Für uns Landwirte wird es in Zukunft schwieriger werden.

Viele Betriebe haben in diesem Sommer nicht genügend Gras geerntet, um die Tiere zu versorgen. sb

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