Erinnerung an eine starke Frau: Ausstellung zeigt Geschichte der Mühldorfer Katharinenkirche

Die Mühlldorfer Katharinenkirche. Rath

Fast 14 Jahre lang war die Mühldorfer Katharinenkirche wegen Baufälligkeit gesperrt, jetzt gehen die Sanierungsarbeiten zu Ende. Am 25. November soll sie wieder eröffnet werden. Eine Ausstellung im Museum Mühldorf zeigt derzeit wichtige Stücke aus der lange geschlossenen Kirche.

Mühldorf –  Das Herzstück der Katharinenvorstadt in Mühldorf ist die Katharinenkirche. Seit 2006 ist das Gotteshaus wegen Einsturzgefahr geschlossen, jetzt gehen die aufwendigen Sanierungsarbeiten dem Ende entgegen. Sie soll am 25. November eröffnet werden - dem Tag, an dem der Heiligen Katharina gedacht wird.

Zur Vorbereitung der Eröffnung ist befasst sich im Museum und Geschichtszentrum Mühldorf derzeit eine Ausstellung mit der Kirche. Zu sehen sind wichtige Ausstattungsstücke aus der Kirche.

Arbeit der Restauratoren

Am Eingang zum Kreisheimatmuseum werden die Besucher von der Glocke der alten Katharinenkirche begrüßt, die nicht mehr funktionstüchtig ist, da sie einen Riss aufweist. Die Treppe hinauf, geht es in einen Raum, in dem die Arbeit der Restauratoren in den vergangenen Monaten dokumentiert wird. Tafeln informieren über die Geschichte der Kirche, die wahrscheinlich bis ins frühe 13. Jahrhundert zurückm geht. Das heute noch bestehende Kirchenschiff stammt aus dem 15. Jahrhundert, dem Zeitalter der Spätgotik.

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Namensgeberin ist die Heilige Katharina von Alexandrien, ihrem Leben widmet sich ein großer Teil der Kirche und der Ausstellung. Sie lebte im 3. und frühen 4. Jahrhundert vor Christus und wurde unter dem römischen Kaiser Maxentius zur Märtyrerin. Ihr Gedenktag ist der 25. November, eines der letzten Heiligenfeste vor der Adventszeit. Das beschreibt der in Bayern sehr bekannte Spruch: „Kathrein, stellt den Tanz ein“. Danach galt früher ein Tanzverbot bis nach Weihnachten.

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1756 hat der Kirchenmaler Johann Paul Kurz das Deckengemälde in der Katharinenkirche gestaltet, in der Ausstellung ist es auf Bildtafeln zu sehen. In fünf Bildern ist das Leben der Patronin der Kirche dargestellt, von ihrer Bekehrung zum Christentum bis zum Tod. Gemalt ist sie auf einer Wiese, während rund um sie Götterbilder einstürzen, vor Kaiser Maxentius dem sie Gottlosigkeit vorwirft und dabei 50 Gelehrte zum Christentum bekehrt. Es ist zu sehen wie sie enthauptet und von Engeln zum Berg Sinai gebracht wird, von dort schwebt sie auf einer Wolke mit ihren Attributen des Rades und der Linie gen Himmel.

Wertvoller Kelch von Wolfgang Summerer

Neben Katharina sind zwei weitere bedeutende Figuren aus der Kirche zu sehen. Der heilige Sebastian entstand um 1600, ist in Holz gefasst und vergoldet. Die heilige Apollonia – eine eher selten gezeigte Heilige – ist mit einer Beißzange und einem gezogenen Zahn zu sehen. Sie entstand um 1730, in Holz gefasst und vergoldet und ist etwa 40 Zentimeter hoch.

Der heilige Christophorus wird als Riese dargestellt. Die Statue entstand um 1709, besteht aus Holz, ist rückseitig gehöhlt, gefasst und vergoldet, sie ist etwa 60 Zentimeter hoch. Diese drei Statuen sind Leihgaben des Staatlichen Bauamts Rosenheim.

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Die Orgel, die seit 1870 in der Katharinenkirche steht, stammt wohl aus der Dynastie Mauracher, einer berühmten österreichischen Orgelbauer-Familie. Derzeit wird sie von der Spezialfirma Weishaupt in Meitingen restauriert. Spezialisten zerlegen die Orgel in ihre Einzelteile und reinigen diese seit Mai 2020.

Die Altäre von Sankt Katharina

Die Kirche besitzt drei Altäre. Der Hochaltar ist der Heiligen Katharina gewidmet, der linke Nebenaltar dem Heiligen Jakobus, der rechte Nebenaltar der Figurengruppe der Heiligen Anna selbdritt, einer Darstellung der Mutter Mariens, Mariens selbst und des Jesuskindes. Die Altäre entstanden im 18. Jahrhundert.

Die Ausstellung im Mühldorfer Kreisheimatmuseum ist bis zum 1. Oktober 2020 zu sehen

Das Museum ist donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr und an Sonntagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Am 25. November, dem Namenstag der Heiligen Katharina soll die ihr geweihte Kirche wieder eröffnet werden.

Es grenzt an ein Wunder, dass der Kelch die Säkularisation schadlos überstanden hat.

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