Erhöhung musste sein: Ampfinger Wasserpreis steigt auf 1,10 Euro

Das Wasser wird teurer: Der Gemeinderat in Ampfing hat den Preis angehoben, weil die Wasserversorgung nicht mehr kostendeckend war.
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Das Wasser wird teurer: Der Gemeinderat in Ampfing hat den Preis angehoben, weil die Wasserversorgung nicht mehr kostendeckend war.

Wasserversorgung war nicht mehr kostendeckend. Das sind die Gründe, warum der Gemeinderat den Preis nun angehoben hat.

Von Hans Rath

Ampfing– Die Gemeinde Ampfing wird den Wasserpreis erhöhen. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Der Grund: Im letzten Kalkulationszeitraum – von 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 2020 – wurden knapp eine Viertelmillion Euro zu wenig Gebühren eingenommen. Die Gemeinde musste nun reagieren.

Knapp eine Viertelmillion Euro fehlen

Konkret sind es 238 798 Euro, die in knapp drei Jahren zu wenig in den Gemeindesäckel geflossen sind. Um dieses Defizit auszugleichen, muss nach Berechnungen der Verwaltung eine Gebühr von 1,10 Euro pro Kubikmeter sauberes Wasser erhoben werden.

Zur Erklärung: Die gemeindlichen Wasserversorgung, eine grundlegende Aufgabe einer Kommune, arbeitet nach dem sogenannten Kostendeckungsprinzip. Die für sauberes Wasser erhobenen Kosten müssen die entstandenen Kosten decken, dürfen aber andererseits auch nicht zu einem Gewinn für die Gemeinde führen. Im Kalkulationszeitraum eintretende Kostenüber- beziehungsweise -unterdeckungen müssen in der nächsten Periode ausgeglichen werden. Für die gemeindliche Wasserversorgungseinrichtung wurde ein dreijähriger Kalkulationszeitraum festgelegt.

Jährliche Kostensteigerung von 40 000 Euro wegen eines Dienstleisters

In Ampfing ist es so, dass im Kalkulationszeitraum von 2018 bis 2020 die Kosten nicht gedeckt waren, die nun an die Anschlussnehmer weitergegeben werden muss. Zudem wird seit 2020 die technische Betriebsführung des Wasserwerks – diese Aufgaben erledigt ein Wassermeister – durch einen Dienstleister erledigt, was zu einer jährlichen Kostensteigerung von 40 000 Euro führt. Die Grundgebühr ist davon nicht betroffen, sie bleibt weiterhin bei 0,80 Euro pro Kubikmeter.

Ampfinger Wasserpreis ist aber immer noch günstig im bayernweiten Vergleich

Dieser Beschluss war bereits einstimmig durch den Haupt- und Finanzausschuss gegangen. In der damaligen Sitzung (wir berichteten) äußerte Geschäftsstellenleiter Hans Wimmer, dass diese Erhöhung des Wasserpreises einen durchschnittlichen Haushalt mit 30 Euro im Jahr oder 2,50 Euro im Monat belaste. Ein Vergleich mit weiteren Kommunen im Landkreis sowie mit dem bayerischen Landesdurchschnitt ergibt, dass der Ampfinger Wasserpreis durchaus günstig ist: In Neumarkt-St. Veit verlangt man 1,26 Euro pro Kubikmeter, in der Kreisstadt Mühldorf 1,30 Euro. Waldkraiburg kassiert 1,32 Euro pro Kubikmeter, während in Haag 1,29 Euro für den Kubikmeter anfallen. Der Durchschnitt im Bundesland Bayern beträgt 1,65 Euro.

Nächste Berechnungsperiode geht bis Dezember 2023

Die nächste Berechnungsperiode beginnt am 1. Januar 2021 und endet am 31. Dezember 2023. Alle Mitglieder des Gemeinderats Ampfing stimmten dem Beschluss zu, den Wasserpreis auf 1,10 Euro pro Kubikmeter Wasser zu erhöhen.

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