Ergreifender Beginn des Carl-Orff-Jahres

Mühldorf. –  Ergreifend und anrührend war er, der Start in das Carl-Orff-Jahr 2020 (125.

Geburtstag des Komponisten) mit der Aufführung des eher selten gespielten Werkes „Ludus de nato infante mirificus“ – das „Wundersame Spiel von der Geburt des Herrn“ in der evangelischen Kirche in Mühldorf.

Dieses Weihnachtsspiel bewegt sich fernab jeglicher Hirtenromantik. Die Hirten berichten über die Reise von Josef und Maria durch die verschneiten Berge, über die Geburt des Kindes und den Zug der drei Weisen.

Dazu ist in einen krassen Gegensatz gesetzt eine Anzahl Hexen, die um ihre Macht fürchten und die nahende Geburt des Kindes um jeden Preis verhindern wollen. Sie zaubern, beschwören Wind, Wetter und Schneesturm herauf.

Damit widmet sich dieses Werk von Carl Orff der Vielschichtigkeit des menschlichen Charakters, vom Abgrundtief-Bösen bis zum Zweifelnden, Wohlwollenden und Guten. Und es zeigt auf, dass – auch mit dem Glauben daran – das Gute letztlich siegt.

Aufführungsehr gut gelungen

Dies ist den Darstellerinnen in den verschiedenen Rollen und allen Akteuren bei dieser Aufführung gut gelungen. In einem vom Gesamtleiter Hermann Kammergruber neu gesetzten Arrangement mit etwas veränderten Chorteilen und Bläsersätzen ist es trotzdem ein „Orff“ geblieben und war in der gesamten Aufführung sehr „rund“.

Auch seine aufs Wesentliche beschränkte Regie tat dem Stück sehr gut. Die Laiendarsteller und -darstellerinnen leisteten Enormes. Allen voran die mit zwei Rollen (Hexe und Hirte) betraute Gabi Geiersberger und der Gesamtleiter, der zusätzlich eine Hirtenrolle innehatte.

Posaunenchor und Chor der Evangelisch-Lutheri schen Kirchengemeinde ergänzten das Schauspiel musikalisch in bester Weise.

Es war eine gelungene Aufführung. Langanhaltender Applaus in der vollbesetzten Kirche war der Dank des Publikums für den ergreifenden Abend. Gefördert wurde die Aufführung in der Mühldorfer Kirche von der Carl-Orff-Stiftung.

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