Erfolg für den Verein Mühldorfer Netz: Viele Projekte realisiert

Die Förderperioden im Vergleich: Leader+ mit rund 1,5 Mio Euro in 2002-2006, Leader in Eler 2009 – 2013 mit rund 1 Million Euro und Leader 2015-2020 in der Halbzeitevaluierung 2018 mit einem Planstand 2020 von 1,5 Mio Euro an Fördermittel und 4 Mio Investitionssumme. Dies wurde laut LAG Manager Schnürer bereits weit übertroffen.

Der Verein Mühldorfer Netz e.V. ist ein Zusammenschluss des Landkreises und der einzelnen Kommunen sowie ausgewählten Wirtschafts- und Sozialpartnern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Landkreis zu einem attraktiven Lebensraum an Inn, Isen und Rott zu entwickeln.

von Josef Bauer

Mühldorf/Buchbach – Dafür wurde eigens ein sogenanntes „Regionales Entwicklungskonzept“ für den Landkreis entworfen und immer wieder fortgeschrieben, das die letzten knapp 20 Jahre mit den Slogans „Chancen im Osten von München“ und der „familienfreundliche Landkreis“ zusammengefasst werden könnte. Mit dieser Strategie bewarb man sich freilich auch um Fördermittel der Europäischen Union aus dem ELER Topf, der die Entwicklung des ländlichen Raumes als oberstes Ziel verfolgt. Das Programm hieraus heißt „Leader“ und soll die Nachteile des ländlichen Raumes zu den Ballungsräumen ausgleichen.

Regionales Entwicklungskonzept

„Die EU steht leider für viele Bürgerinnen und Bürger oftmals als ein von oben übergestülptes Bürokratiemonster und wir in Deutschland speziell sehen uns gerne auch als Finanzier der gesamten EU“, erläutert LAG Geschäftsführer Sascha Schnürer vom Büro Schnürer & Company aus Obertaufkirchen, „dabei wissen viele Bürgerinnen und Bürger nicht, wieviel EU direkt vor ihrer Haustüre passiert - und der Clou dabei - dass gerade die EU das Bottom-Up-Prinzip und die Bürgerbeteiligung bei den kommunalen Projekten und Vorhaben einfordert“.

Und das ist zugebenermaßen beachtlich – was da in den letzten Jahren zusammengekommen ist: Das Haus der Kultur in Waldkraiburg, Kulturhaus in Buchbach, der Kulturhof in Mettenheim, der Zehentstadel, ein Teil der Museumslandschaft im Landkreis, der Flying Fox, Kletterpark und jüngst die Indoor-Halle im Wildpark in Oberreith, zahlreiche Sport-, Spiel- und Freizeitanlagen in vielen Gemeinden im Landkreis, das Bauernland Inn-Salzach und der Tourismusverband und hierbei insbesondere der Ausbau zu einem professionellen Radwegenetz und Tourismusdestination mit Altötting, um nur einige zu nennen. Die Liste ließe sich beliebig fortführen, sodass man sich letztendlich fragen müsste: Wie wäre das Zusammenleben, das miteinander ohne diese Entwicklungsstrategie, ohne engagierte Menschen, die für diese Werte einstehen und ohne entsprechende Anschubfinanzierungen aus der EU?

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Und genau diese Kernfrage muss auch in den nächsten Monaten beantwortet werden. Denn es ist Zeit, die vergangene Förderperiode zu evaluieren und die Weichenstellungen für die Zukunft zu stellen.

Gibt es weiterhin ein Mühldorfer Netz? Ist die bisherige Gebietskulisse auf Landkreisebene in die Zukunft gerichtet die Richtige? Welche Schwerpunkte sollen in den nächsten fünf bis sieben Jahren gesetzt werden? Und letztlich damit verbunden – welche Mannschaft steht für und hinter diesem Zusammenschluss? Buchbachs Bürgermeister und Bürgermeistersprecher Thomas Einwang, ist seit der Nachfolge von Ex-Landrat Georg Huber im Jahr 2014 ehrenamtlicher Vorsitzender der LAG Mühldorfer Netz und bilanziert dem Verein mittlerweile wieder ein sehr gutes Ergebnis:

„Die Finanzkrise 2009 machte den Kommunen und dem Verein zu schaffen, aus diesem Grund lief die Förderperiode 2007 bis 2013 verhalten und wir mussten Gelder letztlich an die EU zurückgeben und hatten uns damals ernsthaft gefragt, ob und wie wir weitermachen wollen“, erzählt der Vorsitzende. „In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 sieht das nun ganz anders aus“, schildert Einwang.

1,5 Millionenan Fördermitteln

„Wir haben nur den ersten Meilenstein ganz knapp verfehlt und haben seitdem zum einen eine hohe Nachfrage, zum anderen konnten wir auch viele weitere und zusätzliche Mittel für die Antragsteller akquirieren. Unser LAG-Manager berichtete bereits in der Halbzeit-Evaluierung 2018, dass wir monetär bereits das Niveau aus der gesamten letzten Förderperiode erreicht hatten und bis 2020 rund 4 Millionen Euro Investment und darin 1,5 Millionen Euro an EU-Fördermittel erreichen können. Mittlerweile haben wir selbst den nach oben korrigierten Planstand von 2018 deutlich übertroffen“, gibt sich Thomas Einwang zufrieden.

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