Ein enger Draht zu den Kindern: Otti Gantenhammer kümmert sich um den Nachwuchs der Isentaler Ampfing

Jugendleiterin Otti Gantenhammer (links) hat auch die Bierfuizlmeisterschaft ins Leben gerufen, die nicht nur den Kindern Freude macht. Stettner

Eng verbunden mit der Jugend des Trachtenvereins „Isentaler Ampfing“ ist der Name Otti Gantenhammer. Seit 1996 kümmert sie sich fast ununterbrochen um den Nachwuchs im Verein. Eine Arbeit, die ihr viel Spaß bereitet – auch wenn es nicht immer einfach ist, die Balance zu finden.

Ampfing – Die Kinder und Jugendlichen sind das Aushängeschild des Vereins. Bei den Übungsabend stehen verschiedene Tänze auf dem Programm, für die Buben zusätzlich das Plattln. 31 Kinder – aufgeteilt in zwei Altersgruppen – hat der Verein. „Manchmal ist Flöhe hüten einfacher“, sagt Jugendleiterin Otti Gantenhammer. Gerade vor Auftritten ist die Aufregung ganz groß. „Gut, dass ich da sehr gute Unterstützung durch Monika Obermaier, meiner Mama, oder auch Anni Eisner habe, die dafür sorgen, dass die Kinder fesch beinand sind oder auch mal Ruhe bewahren, falls die Aufregung mit ihnen durchgeht.“

Otti Gantenhammer ist praktisch mit dem Trachtengen geboren. Auch ihre Eltern sind schon viele Jahre bei den „Isentalern“ in Ampfing. Ihr Vater, Sepp Eisner, war im Verein über 30 Jahre Fähnrich und ihre Mutter, Otti Eisner, spielte mit ihrem Sepp viele Jahre Theater.

Alles auf die Kinder abgestimmt

Da war es vorgegeben, dass die Jugend mit muss – etwa zu Übungen oder zu Veranstaltungen. Irgendwann tanzte Otti selber mit. Das Angebot, die Leitung der Jugend zu übernehmen, nahm sie selbstverständlich an. „Ich konnte schon immer gut mit Kindern“, erzählt Otti Gantenhammer. „Deshalb hat es mich riesig gefreut, als man mir dieses Amt anbot. Ich war zwar selber keine Gute beim Drehen, aber das Figurentanzen lag mir und beides zusammen, glaube ich, kann ich gut weitergeben an die Kinder.“ Die Ideen für die Proben, was umzusetzen ist, holt sich die Jugendleiterin beim Gauverband I oder beim Trachtenverband. Manchmal fließen auch ihre eigenen Impulse ein. Gantenhammer stimmt alles auf die Kinder ab. „Ich beziehe die Kinder mit ein und frage, was sie machen möchten. Inzwischen gibt es schon eine Liste mit Ideen, was wir noch so alles machen können.“

An ihrer Arbeit gefällt ihr, zu sehen, wie viel Spaß es den Kindern macht und das Lächeln, „wenn sie mich sehen. Ich bin ein kleiner Teil, der sie beim Großwerden begleitet. Außer meiner Mamazeit bin ich seit 1996 fast ununterbrochen bei der Jugendarbeit vertreten. Ich kenne meine Kinder gut und merke schnell, wenn was nicht so in Ordnung ist. Und diese Probleme werden dann sofort angesprochen.“

Auch Freud und Leid kommen zusammen

Viele schöne Erlebnisse überwiegen bei ihrer Arbeit, aber bei machen Wettbewerben kommt oft Freud und Leid zusammen. Dem einen ist es sehr gut gegangen, der andere hatte einen schlechten Tag. Hier die Balance für beide zu finden, sei oft nicht leicht.

Fest in Erinnerung sind ihr die Zeltlager. Vor allem früher, bei der freiwilligen Nachtwache am Lagerfeuer, zwei Jugendliche auf einem Bankerl zu überraschen, sei immer das Sensationsgespräch des ganzen Zeltlagers – der Älteren natürlich – gewesen, schmunzelt Otti. Bei den Proben sind Buam und Madl gleichermaßen gut dabei. Doch wenn die Buben nicht mögen, gebe es schon mal ein Naserümpfen und es werde nach Ausreden gesucht. „Wenn es recht warm ist, heißt es oft: Können wir heute eher aufhören, heute ist es sooo warm.“ Solche Fragen gebe es in erster Linie von den älteren Kindern zu hören.

Lesen Sie auch:

Die Erinnerung nicht verblassen lassen

Bierfuizlmeisterschaft der Isentaler Ampfing: Keiner baut so hoch wie Benedikt Obermaier

Zweigleisiger Ausbau bis Ampfing: Bahn will in vier Jahren beginnen

Solche Fragen würde Otti Gantenhammer jetzt gerne von den Kindern höhren. Doch wegen der Corona-Krise finden seit März keine Proben statt und auch die Vereinsarbeit steht still. Das Training ist noch nicht erlaubt und Wettbewerbe sowie Veranstaltungen sind abgesagt. „Besonders schade für unseren Verein, da wir dieses Jahr unser 110-Jähriges hätten und über das ganze Jahr verteilt kleinere Veranstaltungen geplant hatten“, erklärt die Jugendleiterin, die auch die Bierfuizlmeisterschaft ins Leben gerufen hat.

Interessierte Kinder willkommen

„Ich hoffe, wenn wir wieder starten dürfen, dass auch alle Kinder wieder vollzählig kommen, das wäre mir schon wichtig.“ Wer Interesse hat, kann gerne zu den Proben vorbeikommen, wenn sie wieder starten. Gesucht sind besonders Buben im Alter bis zu neun Jahren und Mädchen ab zehn Jahren sowie alle, die gerne mitmachen wollen. Wann es weitergeht, gibt es unter www.isentaler-ampfing.de.

Kommentare