Energie einsparen: Gemeinde Aschau legt sich beim Energieeffizienznetzwerk noch nicht fest

Die Thermografie eines Hauses. Energiesparen lässt sich auf unterschiedliche Weisen. Das Institut für Systematische Energieberatung berät Kommunen und Unternehmen, energetische Maßnahmen umzusetzen. Ob die Gemeinde Aschau einem kommunalen Energieeffizienznetzwerk beitritt, hat sie abschließend noch nicht entschieden.
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Die Thermografie eines Hauses. Energiesparen lässt sich auf unterschiedliche Weisen. Das Institut für Systematische Energieberatung berät Kommunen und Unternehmen, energetische Maßnahmen umzusetzen. Ob die Gemeinde Aschau einem kommunalen Energieeffizienznetzwerk beitritt, hat sie abschließend noch nicht entschieden.

Im Landkreis Mühldorf soll ein Energieeffizienznetzwerk gegründet werden. Was es genau damit auf sich hat und wie die Kommunen dabei Energie sparen können, darüber klärte Katharina Zeiser im Gemeinderat auf.

Von Raphaela Lohmann

Aschau – Fensteraustausch, Wärmerückgewinnung oder Wärmedämmung – um Energie zu sparen, gibt es viele Möglichkeiten. Um konkrete Maßnahmen auf den Weg zu bringen oder sich mit anderen Kommunen austauschen, soll im Landkreis ein kommunales Energieeffizienznetzwerk gegründet werden. Eine Interessensbekundung hat die Gemeinde Aschau bereits unterzeichnet, hat sich damit aber noch nicht endgültig festgelegt. Welche Ziele das Netzwerk verfolgt, das erklärte Katharina Zeiser im Gemeinderat.

In den Landkreisen Altötting und Mühldorf soll ein kommunales Energieeffizienznetzwerk an den Start gehen, gegründet vom Institut für Systematische Energieberatung (ISE) und der Energieagentur Chiemgau-Inn-Salzach. Die Energieagentur steht als Ansprechpartner zur Verfügung und ist Dienstleister für das kommunale Energiemanagement. Das Institut befasst mit der Energieversorgung, der Umsetzungsbegleitung und den Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Aktuell betreut das ISE mehr als 30 Kommunen und Landkreise.

Ziel des Netzwerkes ist es, energetische Maßnahmen bei kommunalen Liegenscahften umzusetzen und einen breiten Erfahrungsaustausch zu Fragen der Energieeinsparung und des Klimaschutzes anzustoßen. Katharina Zeiser vom ISE umriss in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Vorgehensweise.

6000 Euro Eigenanteil bleiben der Gemeinde

„Ziel ist es, dass wir in die Umsetzung kommen“, erklärte sie. Nach drei Jahren sollen konkrete Ergebnisse vorliegen. Im ersten Schritt werden die kommunalen Liegenschaften vor Ort besichtigt und die Daten aufgenommen. „Gemeinsam werden Ziele definiert, wo wie viel Energie eingespart werden soll“, erklärte Katharina Zeiser. Im zweiten und dritten Jahr gehe es dann an die Umsetzung und der Frage, wie das Energieeffizienznetzwerk die Kommune bei den einzelnen Projekten unterstützen kann. Die Planung läuft über das Institut, die Ausführung übernimmt ein Ingenieurbüro. Regelmäßig gebe es Netzwerktreffen mit anderen Kommunen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen.

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Mit einem Beitritt zum Netzwerk bekomme die Kommune auch Unterstützung, wenn es darum geht, Fördergelder zu beantragen. Mit 60 Prozent wird das Förderprogramm gefördert, sodass pro teilnehmender Kommune Fördermittel von rund 33 000 Euro zur Verfügung stehen. Der Eigenanteil betrage damit rund 6000 Euro netto pro Jahr. Wie es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hieß, würden diese Kosten erfahrungsgemäß durch entsprechende Energieeinsparungen kompensiert werden.

Interessensbekundung unterzeichnet

Eine unverbindliche Interessensbekundung hat die Gemeinde bereits unterzeichnet und sich somit einen Platz im Netzwerk gesichert. Ein verbindlicher Vertrag würde erst geschlossen werden, wenn der Förderantrag genehmigt ist. „Unser Ziel ist es natürlich, dass die Gemeinderäte einen Beschluss fassen und man somit in die Verbindlichkeit kommt“, sagte Zeiser. So wolle man verhindern, dass am Ende möglicherweise zu viele Kommunen abspringen und Fördergelder ausfallen. Ein Beschluss soll aber laut Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) erst später gefasst werden.

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Welche Projekte die Gemeinde favorisiere, lasse sich regeln. Andreas Kölbl (AWG) wollte wissen, ob sich zum Beispiel die Gemeindehalle mit ihren lüftungstechnischen Problemen vorziehen lasse. Eine Begrenzung für das Netzwerk gibt es nicht, wie Thomas Duxner (Bündnis Aschau) wissen wollte. „Genug Kommunen haben ihre Zusage zugesichert, sodass wir einen Förderantrag stellen können“, sagte Zeiser. Falls man sich nicht entscheiden könne, einen zweiten Turnus wird es nicht geben. „Ein Netzwerk ist langfristig geplant, deshalb wird es auch kein zweites geben. Daher macht es Sinn, sich einen Platz zu sichern.“

Für Christian Weyrich ist es im Moment wichtig, einen Fuß in der Tür zu haben. „Eine Interessensbekundung kostet nichts.“ Einen Beschluss will der Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen fassen.

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