SPERRUNG DER BRUNNHUBERSTRASSE

Endlich Ruhe

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Jetzt melden sich die Befürworter der gesperrten Brunnhuberstraße zu Wort. Sie sagen: Endlich hat die Raserei in der engen Straße ein Ende.

Mühldorf– Sie stehen auf der Verkehrsinsel im südlichen Teil der Brunnhuber straße, dort wo sie sehr eng ist und ein Gehsteig fehlt: Gerhard Verlaan und Helmuth Sedlmaier. Es ist ruhig, kein Auto fährt vorbei. „Wie es jetzt ist, ist es toll“, sagt Verlaan und meint die Sperrung der Straße, die am 13. September des vergangenen Jahres eingerichtet wurde. „Seitdem haben wir Ruhe.“

Allerdings nur auf der Straße. Rund herum wird heftig gestritten. Vor allem die Gegner machten in der Vergangenheit immer wieder mobil, demonstrierten an der Sperre und schrieben Leserbriefe. Zuletzt sammelten sie mehr als 400 Unterschriften gegen die Sperrung, die sie von den Freien Mühldorfern an Bürgermeisterin Marianne Zollner übergeben ließen (wir berichteten).

Diese Aktion trieb jetzt auch Befürworter auf die Straße, um auf die Argumente der Gegner zu antworten. Sie berichten von Bei naheunfällen, Raserei, überfahrenen Katzen und Falschfahrern an der Verkehrsinsel. Sedlmaier hat beobachtet: „Der Verkehr ist angewachsen durch das Neubaugebiet“, viele seien zur Schule durch die Brunnhuberstraße gefahren. „Jetzt ist weniger Verkehr, jetzt ist es viel weniger gefährlich.“ Jetzt fließe der Verkehr dort, wo er hingehöre: auf der Mößlinger Straße und nicht auf der „sehr engen Brunnhuberstraße“.

Verlaan geht hart mit den Kritikern der Sperrung ins Gericht. „Wenn sich die Mößlinger an die Verkehrsregeln gehalten hätten und langsam gefahren wären und an der Verkehrsinsel nicht falsch, wäre die Sperrung nicht nötig gewesen.“ Er bezichtigt einzelne namentlich, die Sperre immer wieder beschädigt zu haben, und fordert: „Die sollten das endlich mal akzeptieren.“

Denn die Gründe gegen die Sperrung sind nach seiner Meinung falsch. Das gilt vor allem für die Aussage, dass die Einmündung der Brunnhuberstraße in der Hauptstraße und die vorausgehende Kurve für die Kinder gefährlich seien. „Das stimmt doch nicht“, sagt er, „die Einmündung und das S waren doch früher mit mehr Verkehr viel gefährlicher. Jetzt könnten die vielen Kinder gefahrlos zur Grundschule oder von Mößling zur Mittelschule radeln.

Verlaan erinnert daran, dass die Initiative zur Sperrung ursprünglich von der Grundschule und dem Elternbeirat ausgegangen sei. Anwohner des Kirchangers hätten vorher 300 Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung gesammelt. Er legt Schreiben von Nachbarn vor, die seine Initiative unterstützen. In einem steht: „Mittlerweile ist es leise, sodass sich meine Lebensqualität sehr verbessert hat.“

Das Klima rund um die Brunnhuberstraße ist dagegen gründlich vergiftet. Deshalb werden die Befürworter wohl auch nicht zur Bürgerversammlung beim Spirkl in der nächsten Woche gehen. Sie fürchten, von den Gegnern der Sperrung beschimpft zu werden.

Sie rechnen aber damit, dass das Thema zur Sprache kommt. Deshalb sagt Verlaan: „Wir hoffen, dass die Bürgermeisterin standhaft bleibt.“ hon

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