Eltern und Lehrer bleiben gelassen: Schulbetrieb läuft nach Corona-Alarm in Polling normal

Schick mit Maske: Johanna Salzberger aus der vierten Klasse der Grundschule mit ihrer Klassenlehrerin Lisa Stümpfl.
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Schick mit Maske: Johanna Salzberger aus der vierten Klasse der Grundschule mit ihrer Klassenlehrerin Lisa Stümpfl.
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  • Markus Honervogt
    Markus Honervogt
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23 Schüler der Mittelschule Tüßling-Polling sind in Quarantäne, weil ein Kind mit Corona infiziert ist. Unterrichtet wurden die Mädchen und Buben im Schulhaus Polling, wo auch zwei Jahrgänge der Grundschule untergebracht sind. Dort geht der Unterricht normal weiter, das sagen Schulleiterin und Eltern dazu.

Polling – Den Tag nach der Corona-Verfügung für Mittelschüler in Polling hat Schulleiterin Sabine Kliem gelassen beginnen können. „Das ist kein großes Drama für den Schulbetrieb, alles ist sehr ruhig“, sagt sie. Am Montagnachmittag war bekannt geworden, dass sich ein Schüler der Mittelschule Tüßling-Polling mit Covid-19-inifiziert hatte. Seine sechste Klasse wird im Schulhaus Polling unterrichtet, in dem auch die dritten und vierten Klasse der Pollinger Grundschule untergebracht sind.

Nach Angaben von Schulleiterin Kliem bestand für die Grundschüler aber keine Ansteckungsgefahr: „Die Mittelschüler benutzen einen anderen Eingang, werden in einem abgetrennten Gebäudeteil unterrichtet und machen später Pause als die Grundschüler.“ Das bedeutet: „Während des Unterrichts stoßen die nicht aufeinander. Es gibt keine Chance auf eine Ansteckung in der Schule.“

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Überschneidungen könne es nur durch Geschwisterkinder geben oder bei gemeinsamen Schulbusfahrten. Entsprechend ruhig sei die Stimmung unter den Eltern, betont Kliem. „Sie sind sehr besonnen.“ Nur ein Kind sei gestern nicht in die Schule gekommen, es gebe keinen Verdachtsfall.

Das schlimmste wäre Heimschule

Wie jeden Tag kommen mittags vier Mütter, um ihre Kinder abzuholen, die übrigen Mädchen und Buben sind schon im Schulbus verschwunden. Eine von ihnen ist Stefanie Salzberger aus Moos bei Polling, sie wartet auf Tochter Johanna: „Das Schlimmste für die Kinder wäre, wenn wieder alle zu Hause bleiben müssten und die Kontakte zu Mitschülern und Freunden fehlen würden“, sagt die zweifache Mutter. „Das war während des Lockdowns eine große Herausforderung, nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Kinder.“

Hygienekonzept muss nicht geändert werden

Ähnlich gelassen reagiert Ester Mittermeier aus Oberflossing: „Mich beunruhigt der Fall nicht besonders. Vor allem, weil sich die Grundschüler auch in einem anderen Trakt des Schulhauses befinden“.

Weil nach ihrer Ansicht alles so glatt läuft, sieht Schulleiterin Kliem keinen Grund, die geltenden Hygienemaßnahmen zu verschärfen. Maskenpflicht gelte vom Betreten des Schulgeländes bis an den Platz im Klassenzimmer, wenn ein Kind aufstehe, um zum Lehrer zu gehen oder zur Toilette, müsse es die Maske ebenfalls wieder aufsetzen. „Unsere Kinder kommen damit ganz gut klar“, sagt Kliem, „nur in der Pause fällt es ihnen manchmal schwer.“

Die einzige Änderung, die sie plant, betrifft den Weg zur Turnhalle. Die ist derzeit zwar noch geschlossen, der Weg dorthin führt aber über den Geländebereich der Mittelschüler. Diesen Weg will Kliem ändern, wenn der Sportunterricht wieder beginnt.

Auch Teisinger Schüler betroffen

Am Montagnachmittag schickte das Gesundheitsamt Altötting die sechste Klasse der Mittelschule in Quarantäne, weil sich ein Mitschüler bei Urlaubsrückkehrern „im familiären Umfeld“ infiziert hatte. 23 Schüler sind davon betroffen. Auch in der benachbarten Grundschule in Teising (Landkreis Altötting) müssen 15 Kinder in Quarantäne, weil dort ein Schüler infiziert ist. Ob es sich bei den beiden um Geschwister handelt, wollte das Gesundheitsamt nicht sagen.

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