Eklat in Thüringen beschäftigt auch FDP-Kreisverbände Mühldorf und Altötting

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Anke Storm (links) und Sandra Bubendorfer-Licht beschenken Landrat Georg Huber.

Der Neujahrsempfang der FDP-Kreisverbände Mühldorf und Altötting war keiner, wie jeder andere. Die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen? Ein Fehler, wie es vor Ort hieß.

Mühldorf – Zum zehnten Mal luden die FDP-Kreisverbände Mühldorf und Altötting zu ihrem Neujahrsempfang, MdB und Kreisvorsitzende des Kreises Mühldorf, Sandra Bubendorfer-Licht freute sich über ein gut gefülltes Inncafe im Inncarree.

Landrat Georg Huber war immer bei diesen Empfängen gewesen, als Dank für die immer gute Zusammenarbeit bekam er später von der Mühldorfer FDP-Vorsitzenden eine gelbe Stofftasche mit dem Logo der Partei und vielen kleinen Präsenten überreicht, unter anderem einen Mitgliedsantrag für die Liberalen.

Gratulation an Sandra Bubendorfer-Licht

In seinem Grußwort gratulierte der Landrat Sandra Bubendorfer-Licht zu ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag in Berlin und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass sie dort die Anliegen der beiden Landkreise Mühldorf und Altötting angemessen vertreten werde.

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Auch Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner war gekommen, im Hinblick auf die Ereignisse in Thüringen betonte sie, dass sie an einem Tisch sitze, an dem vier demokratische Parteien vertreten seien: CDU, FDP, Die Grünen und SPD. Sie stellte kurz die positive Entwicklung der Kreisstadt dar, Mühldorf verfüge über Lebensqualität und Arbeitsplätze.

Landratskandidat Peter Corticelli brach erneut eine Lanze für das Ehrenamt, das für ihn von unschätzbarem Wert sei. Ebenso beschäftigt ihn die Diskrepanz zwischen technischen Innovationen und dem Klimawandel, diesen beiden Faktoren gelte es zusammenzufügen.

Thomas Hacker, MdB und Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung war ebenfalls zum 10. Mal gekommen. Ihm zufolge hätte Thomas Kemmerich sagen müssen, er könne aus der im Thüringer Landtag erfolgten Wahl keinen Regierungsauftrag ablesen. Die Annahme der Wahl war ein Fehler.

Thüringen war ein Fehler

In seiner Rede fragte Hacker, warum die Begeisterung für Europa, die in Deutschland nach der Maueröffnung 1989/90 so groß gewesen sei, nun umgeschlagen sei. Die meisten Anwesenden waren Zeitzeugen des Mauerfalls, die Begeisterung von damals müsse nun an die heutige Jugend weitergegeben werden.

Auch in Großbritannien ist die Begeisterung für Europa stark rückläufig, wie der Brexit beweist. Jetzt gelte es dennoch, die Beziehungen zum Königreich zu regeln: „Wir müssen mit Großbritannien weiter zusammenarbeiten, die Freizügigkeit muss bestehen bleiben“, so Thomas Hacker.

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Angesichts der vor 75 Jahren erfolgten Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und im Hinblick auf das Wiedererstarken des Rechtsradikalismus lautete seine vehemente Forderung: „Es darf nie wieder eine Diktatur auf deutschem Boden geben.“

Mit Dr. Lukas Köhler war ein weiteres Mitglied des Deutschen Bundestags nach Mühldorf gekommen. Er ist der klimapolitische Sprecher seiner Partei in der deutschen Volksvertretung. Auch Köhler konzedierte Fehler der FDP in Thüringen. In diesem Zusammenhang forderte er, dass aber auch Fehler gemacht werden dürfen, kein Mensch sei fehlerfrei. Es müsse Zeit sein, nachzudenken und dann seinen Fehler auch einzugestehen.

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