Im Einsatz für die Demokratie

Johannes Rausch, SPD

Die jüngsten Bewerber der Stadtratsliste Mühldorf im Kurzporträt

Mühldorf – Sie sind die jüngsten Kandidaten, die für ihre Parteien in den Wahlkampf um den Stadtrat Mühldorf ziehen. Die Heimatzeitung stellt die jungen Leute vor. Der Kandidat der AfD wollte sich nicht in der Zeitung porträtieren lassen.

Lukas Eder Die Linke/Die Partei

Der aus Tüßling stammende 26-jährige Erzieher hat schon früh seine soziale Ader entwickelt. Nicht nur beruflich strebte er über den zweiten Bildungsweg zielstrebig einen Job im sozialen Bereich an und besuchte nach seinem ‚Quali‘ die Kinderpflegeschule in Mühldorf, um daran anschließend die dreijährige Erzieher-Ausbildung anzuschließen.

Heute begleitet er einen autistischen Jungen im Schulalltag sowie ein ADHS-Kind in einer HortPlus-Gruppe. Auch gesellschaftlich wollte er seinen Teil dazu beitragen, „eine bessere Welt zu hinterlassen, als man vorfindet“. Soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen, das strebte er bereits in jungen Jahren an.

Folgerichtig trat er im Juli 2019 in die Partei Die Linke ein. Einen weiteren Anschub habe ihm der gesellschaftliche Drift ‚nach rechts‘ gegeben. Etwas bewegen! Da war es nur folgerichtig, sich als Kandidat für den Stadtrat aufstellen zu lassen, auch wenn es vielleicht noch nicht ganz klappen sollte.

Einen Fuß in die Tür zu bekommen, den Diskurs anzuregen, darum gehe es für Die Linke – und auch für ihn. Was er auf lokaler Ebene anstoßen wolle? „Uns geht es zwar in Mühldorf nicht schlecht.

Aber was den sozialen Wohnungsbau anbelangt, da gibt es noch großen Nachholbedarf!“ Persönlich liege ihm auch der Kampf gegen die grassierende Lebensmittelverschwendung beispielsweise durch Supermärkte und Discounter am Herzen.

Johannes Rausch SPD

Kommunalpolitik – das bedeutet für den 18-jährigen Studenten, dass alle Teile der Bürgerschaft mit ihren Anliegen zu Wort kommen sollen. „Jede Generation hat ihre berechtigten Meinungen und soll im Stadtrat etwas zu sagen haben“, findet der junge Mühldorfer, der sich nach seinem Abi am Ruperti-Gymnasium gerade im ersten Semester an der Uni Passau befindet, dort Wirtschaftswissenschaften studiert.

Die Wochenenden zieht es Rausch zurück nach Mühldorf, wo er im Verein Badminton spielt. Zurück ins Elternhaus. Das habe ihn auch politisch geprägt, kandidiert Papa Werner doch bereits zum wiederholten Male für die SPD für den Stadtrat. Warum es ihm also nicht nachtun?

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Schließlich habe sogar Bürgermeisterin Marianne Zollner bei ihm angefragt, ob er denn nicht auf die Liste der Partei gesetzt werden möchte. Und da steht er nun, allerdings als Parteiloser. In der Hinsicht wolle er sich noch nicht festlegen. Was aber für ihn feststeht: „Der Stadtrat muss jünger werden!“ Es gehe ihm besonders um die Anliegen der jungen Leute, der Studenten. Mehr Studentenwohnheime und bezahlbarer Wohnraum. Dafür möchte sich Johannes Rausch einsetzen. Schließlich ziehe mit dem Campus immer mehr studentisches Leben in die Region.

Das muss unterstützt werden! Außerdem wäre eine kostenlose Nutzung des ÖPNV von den Studenten eine Überlegung wert, findet er. Warum nicht eine ‚junge Ecke‘ im Stadtrat parteiübergreifend installieren, um diese Dinge voranbringen?

Rosanna Saller FW/UM

An Herausforderungen wächst man, findet die 21-jährige Studentin aus Mühldorf. Daher hat sich Rosanna Saller nicht nur als Gründungsmitglied des Vereins der Unabhängigen Mühldorfer im vergangenen November engagiert, sondern kandidiert jetzt auch für den Stadtrat.

Wo es beruflich hingehen soll, wer weiß? Ihr BWL-Studium am Campus Burghausen, einer Außenstelle der Hochschule Rosenheim, das sie nach ihrem Abschluss an der FOS/BOS Altötting/Mühldorf nun im bereits dritten Semester absolviert, macht Saller jedenfalls viel Spaß. „Ich möchte Erfahrungen sammeln, Kompetenzen erwerben und mich damit auch politisch einbringen“, erklärt sie.

Sich für politische und gesellschaftliche Entwicklungen zu interessieren begann sie so richtig mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Erschüttert und gleichzeitig fasziniert habe sie das – aber auch angeregt, selbst etwas zu bewegen. Allerdings nicht direkt als Mitglied einer Partei.

Deswegen die Unabhängigen Mühldorfer. Hier bekomme sie tollen Input von Mitgliedern aller Altersklassen. „Wenn alle in den Diskurs treten, kommt für die Gemeinschaft erst etwas raus“, ist Rosanna überzeugt. Worum es ihr in der Kommunalpolitik speziell geht? Kulturell und sozial müsse sich Mühldorf besser aufstellen! Mehr Angebote für die Jugend beispielsweise.

Außerdem müsse dafür gesorgt werden, dass es die Mühldorfer leisten können, weiterhin in der Stadt zu wohnen. „Wie werden wir in Zukunft in Mühldorf leben? Die Kommunalpolitik braucht einfach eine Vision. Die fehlt noch.“

Zacharias Spörl Die Grünen

Warum noch 20 Jahre warten, wenn sich die Möglichkeit schon jetzt bietet, politisch aktiv zu werden? Keine Frage. Der 18-jährige Student der Politikwissenschaften an der LMU München weiß, was er will!

Blut geleckt hat er bereits in seiner Schulzeit am Ruperti-Gymnasium, genauer gesagt bei einem Treffen der Schülersprecher Oberbayerns, wo er angeregt wurde, sich bei den Grünen einzubringen. Denn: „Die Grünen haben für die aktuellen Probleme einfach die besten Lösungen parat“, ist Zacharias Spörl überzeugt.

Sei es nun in der Antwort auf den Klimawandel oder auch den gesellschaftlichen Wandel, bedingt durch den ‚Rechtsruck‘ und die AfD. Deshalb ist er vor gut einem Jahr der Partei beigetreten – und hat sich sofort aufstellen lassen.

Die Chancen, in den Stadtrat einzuziehen, die sind sehr gut. Auf Listenplatz zwei steht Zacharias. „Mühldorf ist eine super Stadt. Und sie soll es auch bleiben!“ Dafür möchte er sorgen. In der Kommunalpolitik könne man viel bewegen. Auch – oder gerade wenn man jung ist. Was er besonders im Fokus hat? Ein neues Buskonzept müsse her; der ÖPNV sei auszubauen und für bestimmte Gruppen wie Schüler oder Studenten günstiger zu machen. Ein besseres Radwegenetz, das komme dazu. Den Klima- und Umweltschutz nicht zu vergessen. „Gerade in diesem Bereich geht im kommunalen Bereich besonders viel!“

Wie Die Begrünung von Flachdächern oder die Anpflanzung von Bäumen in bestimmten Arealen wie etwa Parkplätzen kommen dem Nachwuchspolitiker da in den Sinn. Zacharias Spörl hat viele konkrete Ziele vor Augen und möchte die auch ganz konkret und zielstrebig angehen.

Michael Weber CSU

Der 20-jährige angehende Gesundheits- und Krankenpfleger diskutiert gerne und oft. In der Familie, unter Freunden und Kollegen. Und er kümmert sich um Menschen. Gute Voraussetzungen, um in die Politik zu gehen, fand dann auch sein Lehrer in Wasserburg, wo Michael Weber derzeit im dritten Lehrjahr am kbo-Inn-Salzach-Klinikum Gabersee in der Gerontopsychiatrie seine Ausbildung absolviert – und ihm kurzerhand einen Mitgliedsantrag der CSU in die Hand drückte.

„Die CSU passt einfach am besten zu meiner Werteeinstellung“, so Michael Weber, der seine mittlere Reife im Traunsteiner Studienseminar St. Michael abgeschlossen hatte. Eine katholische Einrichtung. Christlich, sozial und eben auch politisch aktiv!

Auch wenn gerade seine Ausbildung Priorität hat, so fand er die Vorstellung, sich politisch im Stadtrat zu engagieren und auch dort seine Meinung einzubringen, reizvoll. Deshalb steht er auf der Liste. „Jugend muss nachkommen und frischen Wind in den Diskurs bringen“, findet Michael Weber, der zusammen mit seinen Großeltern und Eltern in Mühldorf heimisch ist.

Drei Generationen in einem Haus. Denn darum geht es in der Politik eben auch: Menschen jeden Alters zusammenbringen. Politik soll verbinden. Und das hat er kommunalpolitisch auch konkret vor Augen: Abgesehen von einem besseren Verkehrskonzept.

Wie wäre es zum Beispiel mit quartalsmäßigen Bürgergesprächen, um die Mitmenschen noch mehr einzubeziehen, und die Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen, an den Stadtrat weiterzugeben? Mehr Bürgernähe wagen! So könnte Michael Webers Credo lauten.

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