„Einkaufsstadt verliert ein Zugpferd“

Mühldorf. – Wer gestern Mittag in der K&L-Filiale am Stadtplatz einkaufen wollte, stand überraschend vor verschlossenen Türen.

Der Grund: eine Betriebsversammlung. Bereits am Vormittag war die Nachricht durchgesickert, dass die Filiale im Herzen der Altstadt keine Zukunft hat und am 30. April die letzten Hemden und Hosen über den Tresen gehen.

Während mittags die Mitarbeiter über das weitere Vorgehen informiert wurden, lief zur gleichen Zeit der Betrieb in der K&L-Filiale in Mühldorf-Nord ungestört weiter; sie ist von der Schließungswelle nicht betroffen. In beiden Filialen wollten sich die Mitarbeiter zu dem Thema gestern nicht äußern.

Seit das Modeunternehmen K&L im Oktober Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hatte, war mit einer Schließung der Filiale am Stadtplatz aufgrund der vergleichsweise teueren Miete durchaus gerechnet worden. Das Gebäude gehört der Nordus Papaya GmbH & Co. – einem Immobilienunternehmen in München-Grünwald.

Für Unverständnis sorgt dagegen die Personalplanung der letzten Monate. Nach Informationen des Anzeigers hatte K&L noch im Herbst neue Mitarbeiter eingestellt, obwohl sich zu diesem Zeitpunkt bereits abgezeichnet hatte, dass die Angestellten der geschlossenen Filialen auf die übrigen Häuser verteilt werden müssen. Der nächste K&L-Standort befindet sich in Neuötting, auch diese Filiale bleibt erhalten.

„Mühldorf verliert ein Zugpferd“, bedauerte Bürgermeisterin Marianne Zollner den Schritt, das Bekleidungsgeschäft habe die Stadt Mühldorf über Jahrzehnte geprägt. Die Stadt werde nun alles tun, um möglichst bald eine weitere Nutzung des Gebäudes zu erreichen. „Der Fokus liegt dabei wieder auf einem Bekleidungsgeschäft.“

Siehe auch den Bericht auf der Seite „Wirtschaft in der Region“ auf Seite 11.

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