Bis zu einem Gigabit ist möglich: Kraiburg will Breitbandausbau weiter vorantreiben

Endlich flächendeckend Glasfaser? Die neue Gigabitrichtlinie für sogenannte graue Flächen will auch die Marktgemeinde Kraiburg für sich nutzen.
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Endlich flächendeckend Glasfaser? Die neue Gigabitrichtlinie für sogenannte graue Flächen will auch die Marktgemeinde Kraiburg für sich nutzen.

Der Breitbandausbau in Bayern ist in vollem Gang. Eine neue Gigabitrichtlinie der Staatsregierung ermöglicht nun seit einigen Monaten die Förderung von Gebieten, in denen bereits Internetanschlüsse mit mindestens 30 Mbit pro Sekunde möglich sind. Nutzen möchte diese Richtlinie auch die Gemeinde Kraiburg.

Von Raphaela Lohmann

Kraiburg – Seit 2014 läuft in Bayern der Breitbandausbau: Mehr als 2,3 Millionen unversorgte Haushalte wurden in Bayern seit Ende 2013 an das schnelle Internet angeschlossen. Wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Bayerischen Breitbandzentrum und bayerischen Finanzministerium heißt, ergingen in dieser Zeit Bescheide über 1,07 Milliarden Euro an 1797 Kommunen. Bayerns ambitioniertes Ziel: Gigabit bayernweit bis 2025.

Fördersatz liegt bei 90 Prozent

Die neue Gigabitrichtlinie für sogenannte graue Flächen will auch die Marktgemeinde Kraiburg für sich nutzen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats informierte Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) über die neue Gigabitrichtlinie. „Das Förderziel ist eine Breitbandversorgung mit mindestens einem Gbit pro Sekunde im Down- und Upload für gewerbliche Anschlüsse sowie mit mindestens 200 Mbit pro Sekunde im Down- und Upload für private Anschlüsse.“

Der Fördersatz betrage 90 Prozent (Raum mit besonderem Handlungsbedarf) bei einem Förderhöchstbetrag von 6000 Euro je zu versorgender Adresse in sogenannten grauen Flecken. Für eine interkommunale Zusammenarbeit gebe es einen Bonus in Höhe von 50 000 Euro je Gemeinde. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob die Gemeinde mit mehreren Kommunen eine Zusammenarbeit eingeht.

Von der Gigabitrichtlinie könnten in der Gemeinde Kraiburg zahlreiche Haushalte profitieren. „Etwa 280 Anwesen sind von dieser Förderung betroffen. Zusätzlich gibt es etwa 1000 Anschlüsse von Vodafone KabelDeutschland-Kunden, die ebenfalls förderfähig sind“, erklärte Bürgermeisterin Petra Jackl.

Ausbau im Ort hat Vorteile

Ihrer Meinung nach ist es jetzt ein guter Zeitpunkt, um „auf den Zug aufzuspringen“. Aber der Ausbau wirkt sich zunächst einmal auf das Ortsbild aus: „Es müssten viele Straßen aufgemacht werden.“ Aber der Ausbau im Ort hat auch seine Vorteile. „Im Ort müssen nicht so weite Strecken zurückgelegt werden, da kommen wir mit der Fördersumme recht weit“, erklärte Bauamtsleiter Markus Schmidinger.

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Was allerdings noch gemacht werden muss: Die Liste der Anwesen, die angeschlossen werden soll, müsse noch qualifiziert werden. Das heißt, es muss unterschieden werden, ob es sich bei den Anwesen um einen gewerblichen oder privaten Kunden handle.

Der Marktgemeinderat hat von den Informationen zu der neuen Gigabitrichtlinie Kenntnis genommen.

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