Nachwehen der Corona-Pandemie - Die Mühldorfer Entbindungsstation bleibt vorerst geschlossen

Im Krankenhaus Mühldorf können weiterhin keine Babys zur Welt kommen, Schwangere müssen zur Entbindung nach Altötting fahren. Dort gibt es Einschränkungen, so ist die Anwesenheitszeit der Väter eingeschränkt.
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Im Krankenhaus Mühldorf können weiterhin keine Babys zur Welt kommen, Schwangere müssen zur Entbindung nach Altötting fahren. Dort gibt es Einschränkungen, so ist die Anwesenheitszeit der Väter eingeschränkt.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Mühldorf – Anna T. (Name geändert) bringt bald ihr erstes Kind zur Welt. Nicht in Mühldorf, weil die Entbindungsstation geschlossen bleibt. In Altötting darf ihr Mann sie nicht begleiten, wie sie sich das wünscht. Fragen an den Vorstandsvorsitzenden des Inn-Klinikums Dr. Simon Machnik.

Obwohl das Krankenhaus Mühldorf wieder im Normalbetrieb ist, bleibt die Entbindungsstation geschlossen. Warum?

Dr. Simon Machnik: Wir hatten schon vor der Corona-Pandemie einen Personal-Engpass in der Geburtshilfe des Inn-Klinikum Mühldorf. Durch die vorübergehende Umwidmung zum Covid-Haus war es uns in dieser Zeit leider nicht möglich, diesen Engpass zu beseitigen.

Simon Machnik

Wie lange soll das so bleiben?

Machnik: Wir arbeiten derzeit an einem tragfähigen Konzept für die Geburtshilfe in Mühldorf. Wie lange wir für die Finalisierung und für die Realisierung benötigen, lässt sich leider noch nicht sagen.

Wie wird die Klinik Altötting mit dem höheren Aufkommen fertig?

Machnik: Mit dem höheren Aufkommen an Geburten ist Altötting bislang eigentlich gut zurechtgekommen. Gewisse räumliche Engpässe, insbesondere im Wochenbettbereich, könnten jetzt möglicherweise entstehen, da die Operationszahlen nach der Beruhigung der Corona-Situation wieder das übliche Maß erreichen.

Werdende Eltern berichten von Auflagen zur Geburtsbegleitung durch den Partner, von zeitliche Beschränkungen und einem eingeschränkte Angebot. Stimmt das?

Machnik: Das ist korrekt. Die Einschränkungen beim Besuchsrecht in medizinischen Einrichtungen wurden von der bayerischen Staatsregierung vorgenommen und auch das Inn-Klinikum in Altötting ist daran gebunden.

Was kommt auf Eltern zu, was müssen sie beachten, was gibt es im Angebot derzeit nicht?

Machnik: Grundsätzlich möchte das Inn-Klinikum den Vätern ermöglichen, den wunderbaren Augenblick der Geburt im Kreißsaal mitzuerleben. Allerdings ist das derzeit nur mit Einschränkungen möglich. Sollte eine Aufnahme in den Kreißsaal noch nicht notwendig, aber eine stationäre Betreuung der Schwangeren auf der Geburtshilfe erforderlich sein, muss sich der Kindsvater außerhalb der Klinik telefonisch erreichbar halten und wird verständigt, wenn die Kreißsaalphase beginnt. Die Väter werden gebeten, sich möglichst innerhalb des Entbindungszimmers aufzuhalten. Im Wochenbettbereich ist ein täglicher Besuch für eine Stunde möglich. Selbstverständlich ist im Kreißsaal und im Wochenbettbereich ein Mund-Nasen-Schutz verpflichtend.

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