Eine musikalische Zeitreise quer durch Europa

Marianne Zollner(Mitte) bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei Renate Brosch und Karl-Friedrich Schäfer. Rath
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Marianne Zollner(Mitte) bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei Renate Brosch und Karl-Friedrich Schäfer. Rath

Mühldorf. – Was ein Abend mit Freunden in Italien bei einem Glas Rotwein bewirken kann: Das erlebten die Besucher im Mühldorfer Haberkasten unter dem Motto „Frauen, Freiheit, freche Lieder – ein Tanz aus der Reihe“.

Entstanden war die Idee dazu während eines Urlaubs von Marianne Zollner in Montegrazie in Ligurien; sie verbrachte einen Abend mit dem Sängerehepaar Renate Brosch und Karl-Friedrich Schäfer. Alle drei kannten Anni Kraus, die am 18. Juni 1919, also vor rund 100 Jahren, in Magdeburg geboren worden war und 2009 in Mühldorf verstarb.

Ein Lied von Georg Kreisler machte den Anfang: „Der Tod, das muss ein Wiener sein“ versetzte das Publikum in die Donaumetropole, die besungenen „Wiener Madln“ wie „Mitzi, Fritzi und Leopoldine“ trugen dazu bei. Neben den Liedern und Instrumentalstücken – virtuos auf dem Akkordeon von Karl-Friedrich Schäfer vorgetragen – flossen auch chronologisch historische Ereignisse in den Abend ein.

Inzwischen öffnete Renate Brosch den Italienkoffer von Anni Kraus, er enthielt Kleider, einen Badeanzug und viele, nicht abgesandte Postkarten aus Montegrazie in Ligurien, die meisten beginnen mit „Liebe Marianne“. Karl-Friedrich Schäfer intonierte die italienische Mazurka „Battagliero“, was „kämpferisch“ bedeutet. Dieses Instrumentalstück kam sehr schmissig daher, während „Bacia mi“ („Küss mich“) eher romantisch angehaucht ist. Renate Brosch brillierte im weiteren Verlauf mit der kleinen Arie „Venticello“, einem „Lüftchen“ von Vincenzo Bellini und mit „Salve, salve, o sterile pianura“ der Meisterin des italienischen Belcanto Marietta Brambilla.

Mit dem italienischen Wiegenlied für ein kleines Mädchen endete der italienische Teil: „Ninna nanna a Livia“ von Matilde Capuis. Georg Kreislers bitterböses Lied „Der Euro“, der die gesamte europäische Kultur zerstört, selber aber überlebt, folgte noch die „Spanferkel-Polka“, die Anni Kraus so liebte. „Clavelitas“, also „Kleine Nelken“, bildeten in dem spanischen Tanzlied von Joaquin Valverde den Abschluss.

Marianne Zollner hatte das Schlusswort: „Das haben wir uns zusammen für Anni Kraus ausgedacht“. Ein gelungener Abend, Du dem der Ortsverband der SPD eingeladen hatte, war zu Ende. Und mit einem Liedchen auf den Lippen ging man gut gelaunt nach Hause. hra

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