Kunden warten auf dem Bürgersteig: Eine Mühldorfer Metzgerei während der Corona-Krise

Filialleiterin Renate Haunreiter in der Filiale der Metzgerei Magg in Mühldorf. Bauer
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Die Metzgerei Magg am Mühldorfer Stadtplatz ist weiter geöffnet und bietet den Kunden Fleisch und Wurst. Die Corona-Krise hat aber auch hier zu Veränderungen geführt. Mehr als drei Personen dürfen nicht in die Filiale.

Mühldorf – Die handwerklichen Metzgereien im Landkreis Mühldorf möchtenihren Kunden auch in der Corona-Krise einen sicheren Einkauf ermöglichen. Außerdem haben sie ihren Service zum Teil deutlich ausgeweitet. Doch es hat sich viel verändert: Mit einem roten Strich und leeren Kästen vor der Theke sollen die Kunden in der Metzgerei Magg am Mühldorfer Stadtplatz den Mindestabstand einhalten.

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Großteil der Kunden hält sich an Corona-Schutzmaßnahmen

 „Wer sich nicht daran hält, dem sage ich schon was wir im Laden erwarten. Der große Teil unserer Kundschaft verhält sich aber tadellos“, berichtet Filialleiterin Renate Haunreiter. Für die fünf Mitarbeiterinnen beginnt das Tagwerk um 6.15 Uhr mit dem Einräumen von Fleisch und Wurst in den Verkaufsraum. Dann gibt es ein kleines Frühstück für die Mitarbeiterinnen. Nach dem Frühstück startet das Kochen für die Brotzeiten und Mittagsgerichte, die die Metzgerei Magg anbietet.

Mittagsgeschäft bricht wegen Corona weg

In der Küche der Filiale Maag in Mühldorf werden so Leberkäse, Schnitzel, Fleischpflanzerl und weitere Schmankerl gekocht. „Natürlich merken wir die Corona-Krise. Wir hatten vor dem Ausbruch von Corona ein sehr starkes Brotzeit- und Mittagsgeschäft gehabt. Die geschlossenen Schulen, Läden und Büros am Mühldorfer Stadtplatz machen sich da schon bemerkbar. Was ganz erfreulich ist, dass unsere Stammkundschaft uns auch in der Krise die Treue gehalten haben“, bilanziert die Filialleiterin. Sie und ihre Kolleginnen stehen den ganzen Tag im Laden und wissen nicht, welche Kundschaft in den Laden kommt.

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Kunden zeigen große Disziplin

Diszipliniert warten die Kunden vor dem Laden auf dem Bürgersteig bis sie in den Laden können. „Wir waschen uns nach jedem Kunden die Hände und die Plastikhandschuhe werden ebenfalls nach jedem Kunden gewechselt“, berichtet Renate Haunreiter. Neu in der Krise wurde eingeführt, dass nur noch zwei Mitarbeiterinnen im Verkaufsraum arbeiten. Diese beiden bleiben auch zusammen und werden nach drei Tagen von ihren Kolleginnen abgelöst. „So verteilen wir die Arbeit gerecht und jede meiner Kolleginnen kommt zu ihren Ruhezeiten“, erklärt die Filialleiterin.

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Mit einem mulmigen Gefühl geht Renate Haunreiter nicht jeden Tag zur Arbeit. Ihre Kolleginnen sehen es wie ihre Filialleiterin. „Ich fühle mich auch nicht als Heldin in der Corona-Krise. Wir alle sind froh und glücklich, dass wir noch eine Arbeit haben und weiter für unsere Kundinnen und Kunden da sein können. Damit leisten wird einen Beitrag, dass sich die Bevölkerung mit Lebensmittel versorgen kann. Wir machen unsere Arbeit einfach weiter“, stellt Renate Haunreiter heraus.

Kunden halten sich an Vorgaben

Renate Haunreiter unterstreicht im Gespräch mit dem Mühldorf Anzeiger, dass „es derzeit keine Hinweise gebe, dass das Coronavirus durch Lebensmittel übertragen werden kann“.

An den hohen Hygienestandards wird aber in der Filiale Maag am Mühldorfer Stadtplatz festgehalten. Sie und ihre Kolleginnen räumen jeden Tag gegen 18 Uhr die Ware wieder in die Kühlräume und machen den Laden wieder sauber.

Hoffnung, dass die Krise bald vorbei ist

Dann ist ein langer Arbeitstag zu Ende. Für Ostern hat Renate Haunreiter noch einen Tipp. In der Filiale Magg am Stadtplatz kann die Ware vorbestellt werden. So kann schnell und möglichst sicher eingekauft werden. „Wir alle hoffen, dass diese Krise bald wieder vorbei ist und wir wieder zu einem normalen Leben zurückkehren können“, wünschen sich die Filialleiterin und ihre Kolleginnen.

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