Weihnachtsgeschenk für Großeltern

Eine Geschichte für alle: Schüler des Ruperti-Gymnasiums Mühldorf lesen Hörbuch ein

Daumen hoch: Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b bewerten gemeinsame die Arbeit am Hörbuch.  Meier
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Daumen hoch: Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b bewerten gemeinsame die Arbeit am Hörbuch. Meier
  • Kirsten Meier
    vonKirsten Meier
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Ein Hörbuch haben Schülerinnen und Schüler des Ruperti-Gymnasiums in Mühldorf eingelesen. Es ist eine Geschichte von Erfolgsautorin Cornelia Funke. Das Hörbuch dient nicht nur als Weihnachtsgeschenk für Großeltern, sondern hat auch einen pädagogischen Sinn.

Mühldorf – Es ist die Geschichte von Niklas Julebukk, dem letzten echten Weihnachtsmann, die die Autorin Cornelia Funke in ihrem Roman „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ veröffentlicht hat. Die Klasse 5 b des Ruperti-Gymnasiums und ihre Lehrerin Margit Forstner-Hirn (50) aus Unterneukirchen gaben diesem zauberhaften Weihnachtsmärchen jetzt eine Stimme.

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„Ich hatte mir von Cornelia Funke die Rechte an der Geschichte geholt und gefragt, ob wir es auf unsere Homepage stellen dürfen. Sie gab uns ihr okay“, erzählt die Pädagogin. Für die zehn- und elfjährigen Schüler war das Projekt eine spannende Aufgabe. „Die Schüler lesen unterschiedlich“, sagt die Lehrerin. „Einige von ihnen teilweise sehr schwach. Im Unterricht ist es schwierig, jedem Kind genügend Raum zu geben, damit es sich schnell eingelesen hat.“

Aufnahmen sollen Kindern helfen

Vor der Klasse vorzulesen sei für manche Kinder sehr stressig, vor allem wenn es benotet werde. „Ich wollte schon lange ein Medienprojekt mit den Kindern machen. Ich dachte, es ist einfacher für sie, wenn sie ein bisschen zu Hause üben können.“

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Eine Woche hatten die Kinder Zeit eines der 24 Kapitel zu Hause einzusprechen. Dann schickten sie ihre Tonaufzeichnungen an die Lehrerin, die alles zusammenschnitt. „Wenn wir nicht den Lockdown gehabt hätten, hätten die Kinder ihre Sachen auch selbst schneiden können. Ich hätte ihnen gerne die Grundlagen dafür an die Hand gegeben.“ Denn das Hörbuch diene auch zur Medienerziehung.

Doch noch etwas ist der 5 b wichtig. „Ein weiterer Gedanke war, dass auch die Oma oder der Opa sich das anhören können, wenn das Enkelkind redet“, sagt sie.

Irgendwann kam die Idee, das Hörbuch allen zugänglich zu machen. Es wurde mit Bildern untermalt, einige davon haben die Kinder gezeichnet. Das Bild von Maria Unc ziert das Titelblatt.

Frei lesbar auf der Webseite der Schule

„Ich hatte drei Schüler, die schlecht gelesen haben“, sagt Forstner-Hirn. „Ich wollte den Kindern die Peinlichkeit ersparen, und bat sie es noch einmal einzulesen. Zwei Kinder verbesserten sich dabei deutlich.“ Am Ende lesen alle, auch die mit Migrationshintergrund oder mit Lese-und Rechtschreibschwäche. „Das hört man dann halt auch. Sie sind ja keine Profis.“

Das Hörbuch steht bis 31. Dezember auf der Internetseite des Mühldorfer Ruperti-Gymnasiums

Maximilian, Reichthalhammer, 11, Ampfing: „Ich hab den Text mehrmals geübt und ihn dann zur Kontrolle meiner Familie vorgelesen, bis sie zufrieden waren. Ich fand es toll, alle meine Klassenkameraden zu hören. Es war spannend, wer als nächstes liest. Das Hörbuch habe ich auch für Verwandte gemacht und ist ein Weihnachtsgeschenk für meine Eltern“.
Maximilian Unterhofer, 11, Mühldorf: „Ich habe drei bis vier Mal gelesen und dann klappte es mit der Aufnahme. Ich fand es toll, dass alle aus der Klasse lesen durften. Schwierig fand ich daran nichts. Für mich war das eine besondere Erfahrung zu sehen, wie man das alles macht. Für mich war wichtig, dass das Projekt richtig gut wird. Es war richtig interessant“.
Sina Ebermann, 11, Mühldorf: „Ich lese gerne, aber normalerweise nur leise. Es steckt ganz viel Arbeit dahinter und es muss jeder mitarbeiten, dass es am Ende gelingt. Meine Mutter hat sich gefreut, dass sie auch mal etwas vorgelesen bekommt. Frau Forstner-Hirn hat sich viel Mühe gemacht das alles zu organisieren und zusammenzuführen“.
Anna Rath, 10, Mühldorf: „Der lange Text war für mich ganz normal zu lesen, aber es war schwierig die verschiedenen Personen nachzumachen. Das Projekt konnte nur klappen, weil die ganze Klasse daran gearbeitet hat. Ich finde es toll, dass Frau Forstner-Hirn so etwas mit uns gemacht hat und sich so viel Zeit dafür genommen hat.“
Maria Unc, 11, Mühldorf: „Es war schwierig die vielen Stimmen zu sprechen und die Gefühle der Charaktere darzustellen, aber ich habe viel dadurch gelernt. Ich fand es toll, dass alle mitmachen konnten und wir dann alle etwas Wunderschönes zu Weihnachten haben. Das war eine wunderbare Idee und das Hörbuch ist richtig gut geworden“.
Antonia Lang, 10, Mühldorf: „Drei bis vier Mal habe ich gelesen und dann war meine Aufnahme fertig. Ich fand es toll, dass man die ganze Geschichte als Hörbuch hören kann. Schwierig war für mich, dass ich mich verspreche, aber es hat trotzdem toll geklappt. Man kann nicht immer gleich perfekt vorlesen. Es hat richtig viel Spaß gemacht“
Veronika Bockamp, 10, Mühldorf: „Etwas Bedenken hatte ich, ob ich das gut schaffe. Den langen Text vorzulesen war ein bisschen anstrengend. Anfangs las ich zu schnell. Dann fand ich es schwierig, in der richtigen Stimme für die entsprechende Person zu sprechen. Die Idee, dass unsere Klasse etwas für die ganze Schule macht, fand ich spitze. Jeder war dabei“.
Stefan Neuhäusler, 11, Mühldorf: „Ich war aufgeregt, da ich so etwas noch nie gemacht habe. Ich habe mich aber gefreut, da es eine coole Aktion ist und Spaß macht. Ich höre in meiner Freizeit gerne Hörbücher. Ich hatte viel Spaß bei der Bildersuche für die Präsentation. Es freut mich, dass ich nun meinen Verwandten dieses Hörbuch vorspielen kann“.

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