Eine deutsche Geschichte

Maximilian Fügen (links) und Landrat Georg Huber bei der Ausstellungseröffnung. Rath

Mühldorf. – Landrat Georg Huber eröffnete kürzlich eine besondere Ausstellung im Foyer des Landratsamts: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge feiert sein 100-jähriges Bestehen.

Laut Huber sei die Arbeit des VDK angesichts steigender nationalistischer und rechtsextremistischer Tendenzen so hochaktuell wie nie zuvor. Es gelte, Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben heute und in Zukunft zu entwickeln.

Der Schul- und Bildungsreferent des VDK, Maximilian Fügen, bezeichnete die Geschichte des Verbands als deutsche Geschichte. Der VDK wurde 1919 unter dem Eindruck der Millionen Toten gegründet. Es galt, die Opfer des Ersten Weltkriegs würdig zu begraben, ihre Gräber zu pflegen und sich um die Hinterbliebenen zu kümmern. Heute komme noch die auf Frieden abzielende Jugend- und Bildungsarbeit dazu.

Die Ausstellung, die zu den üblichen Öffnungszeiten des Landratsamtes besichtigt werden kann, ist in 21 Schwerpunkte gegliedert. Sie lauten zum Beispiel: „Vergiss die Toten nicht – Anfänge der Kriegsgräberfürsorge“, „Suche – Identifizierung – Umbettung“, „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden mit SchülerInnen“ oder „Mitläufer – Mittäter? Der VDK im Nationalsozialismus“.

Maximilian Fügen lobte den VDK-Kreisverband Mühldorf. Er zähle in Oberbayern zu den drei stärksten Verbänden. 2018 seien 40 000 Euro gesammelt oder gespendet worden. Zudem erläuterte Fügen, was mit den Geldern passiert. So werden jährlich 25 000 Tote umgebettet und auf einem Soldatenfriedhof würdig bestattet. Zu den Toten zählen nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten oder Kriegsgefangene. Ein Teil der Gelder fließe in die Friedenspädagogik, Jugendliche werden in Friedenscamps über Extremismus, Krieg oder Nationalsozialismus aufgeklärt. Ein besonderer Dank ging an Josef Gebler, der den VDK im Landkreis geprägt und Ferienlager organisiert habe. Maximilian Fügen schloss die Ausstellungseröffnung mit einem Gedanken, der nachdenklich macht: „Frieden ist immer fragil. Er braucht Menschen. Jeden Tag muss dafür gearbeitet werden“. hra

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